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Griever
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Betreff: Markt Status - im Würgegriff der Notenbanken

Guten Abend in die Runde, ich werfe mich einfach mal dazwischen Smiley (fröhlich) wie einer der Vorredner bereits gesagt hat : Wirtschaft ist ein komplexes Thema , keine einfache Rechnung sondern übergeordnet eher ein sinnbild von matritzen. Ich möchte einigen mal die Gedankensprünge und das unnötige kopfgeschredder über das Thema Notenbanken und Inflation nehmen, denn wie so oft wird dieses Thema eindeutig zu sehr in den Mittelpunkt geschoben . 

 

Zuerst einmal sollten wir uns bewusst werden wie eine Inflation überhaupt zustande kommt. Kurz gesagt werden es die meisten natürlich wissen : ein breit gestreuter warenkorb aller Güter und Dienstleistungen wird zusammengeworfen und hier wird die Preisentwicklung in Korrelation zu Vorjahreswerten gerechnet. Was viele jedoch beachten sollten ist einfach der Wandel der Zeit . E Commerce , technologisierung und IT im ganzen sind hier die entscheidenden Faktoren. In diesem Korb liegt ebenfalls ein starker Rohstoff namens Öl. Öl wird im Überangebot gefördert, verliert die Relation zum warenkorb und die Inflation schwächt sich ab. Viel extremer sehen wir das ganze jedoch beim ECommerce . Jeder Große Produzent und warenanbieter muss sich mittlerweile im Preiskampf in entscheidenden Portalen wie Amazon  oder kleineren Lichtern wie Check 24 und co anbieten und ist gezwungen mit der Konkurrenz preisparoli zu bieten. Das was Händler bieten müssen muss der Produzent ausbaden und der Konsument verlangt trotz alledem den günstigsten Preis. Produzenten sind zu Modernisierungen gezwungen und müssen beispielsweise Maschinen durch effizientere ersetzen um diesen harten Preiskampf kompensieren zu können. Im Endeffekt hat dies auch der Arbeiter zu tragen da er mit schlechten lohnverhältnissen zu kämpfen hat. Sprich : das Geld wird nicht in die Marktwirtschaft geworfen sondern bleibt bei den nullverzinsten Sparkonten. So versteht sich von selbst dass dieser warenkorb noch schwächer wird. So mögen wir zwar in der heutigen Zeit immernoch ein Wirtschaftswachstum verzeichnen jedoch stecken wir in diesem von der Notenbank so viel beachteten niedrigen Inflationsumfeld fest. Warum also die Notenbank nicht trotzdem die Zinsen anhebt wenn es doch so einfach ist ? : weil die Verschuldung der Schwellenländer in US Dollar bedacht sein muss. Wenn sich Wirtschaftswissenschaftler nicht einig sind ob sich diese Länder (die eben auch stark von rohstoffverkäufen in USD abhängig sind) fangen können . Solange wir dieses Entschuldigung , gestörte Geiz ist geil verhalten a la RTL und Galileo am Abend nicht beenden können , wird jeder der nicht in Aktien investiert weiterhin in seiner abendlichen Kaffee und bierrunde darüber herziehen müssen dass der arme Sparer ja nichts dafür kann...was ich also letztlich damit sagen will : ob Zinserhöhung oder nicht, die Wirtschaft wächst und Aktien bleiben die beste wertanlage. So wie bei jedem börsengesprächsthema ist dieses Thema in einigen Jahren wieder langweilig gekaute Sache. Denn : die weltweite Geldmenge nimmt in logischer folge eher zu, wie dass sie abnimmt Smiley (zwinkernd)

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lion2016
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Nachricht 22 von 37 (1.532 Ansichten)

Betreff: Markt Status - im Würgegriff der Notenbanken

Die Geldmenge wächst aber nicht ausreichend stark, ist es der Fall, drohen deflationäre Tendenzen.

Die US Inflation liegt derzeit bei 1,1 % ex. Lebensmittel und Energie. Wird der Zins erhöht, so sinkt sie eher. Deshalb wird auch der Zins erhöht, um das Geld zu verteuern, dadurch sinkt üblicherweise die Inflation.

Die Digitalisierung der Wirtschaft hat zur Folge, dass die Produktivität steigt, auch die Marktsättigung ist auch schon sehr stark, was auch auf die Preise drückt. Hinzu kommt die enorme Verschuldung der meisten Länder der Erde, allen voran USA und Europa, wodurch deren Währungen Schrott sind. Der höhere Zins macht den Dollar noch teurer, was die US Wirtschaft in die Stagnation führen kann. Immer mehr US Amerikaner sind auf Drittjobs angewiesen. Die Reallöhne stagnieren.

Schwellenländer und andere Schuldner können ihre Kredite nicht bedienen. Die Banken sind aber die Gewinner, wobei das Kreditausfallrisiko steigt.

Ich gehe eher davon aus, dass die Yellen von ihren Plänen abrückt und bald ein neues QE Programm vorlegt. Auch Negativzins wird wieder ein Thema sein.

In dem Umfeld können nur Realwerte: Aktien, Immobilien und Gold attraktiv sein.

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Griever
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Nachricht 23 von 37 (1.510 Ansichten)

Betreff: Markt Status - im Würgegriff der Notenbanken

Vll mag es von mir ein wenig naiv klingen aber da das system nicht so ohne weiteres dem Bruch überlassen werden kann wird es zwangsläufig in schlechten Zeiten immer mit einem QE programm enden. Da bin ich ganz deiner Meinung. Geld digital drucken können wir schließlich "endlos". Und wenn das alles eben nicht hinhaut krempeln wir eben mal wieder die Währung um. 

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lion2016
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Nachricht 24 von 37 (1.476 Ansichten)

Betreff: Markt Status - im Würgegriff der Notenbanken

Heute in HB Artikel über enttäuschte Erwartungen bei der Produktivität, sie sinkt sei 2001, obwohl immer mehr in Chips investiert wird.

Kein Wunder, der Markt ist gesättigt, zu viele springen auf den Zug Digital.

BIP wird nicht mehr nur deshalb weil schneller produziert werden kann

 

Ansonsten viel Spass bei der EM in Frankreich!

 

 

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Griever
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Nachricht 25 von 37 (1.454 Ansichten)

Betreff: Markt Status - im Würgegriff der Notenbanken

Die Welt ist noch nicht einmal im Ansatz digital. Ca . 2,5 Milliarden Menschen leben in einer "moderne" und  5 Milliarden sind noch nicht einmal richtig eingestiegen Smiley (zwinkernd) deswegen fährt der Zug wie du ihn nennst auch weiter 

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stupidgame
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Nachricht 26 von 37 (1.430 Ansichten)

Betreff: Markt Status - im Würgegriff der Notenbanken

Das ist und bleibt ein interessantes Thema.
Just my 2 cents...
Es gibt hier einige Sachen, die mehr oder weniger Einfluss haben. Die Ökonomen stehen bei einigem auch sogar nach eigenem Bekunden selber vor einem Rätsel. Z.B. bei der seit über 30 Jahren rückläufigen Geldumlaufgeschwindigkeit. Meine These ist da ja - als wissenschaftlicher Laie - dass mit ein Grund dafür die wachsende Ungleichverteilung der Vermögen und Einkommen ist. Milliardäre gehen halt nicht 50 oder 100x am Tag bei Aldi einkaufen.
Interessant und historisch wahrscheinlich nur bei einer Minderheit bekannt, dass z.B. die USA relativ deutlich bessere Wirtschaftsdaten hatten, als der Spitzensteuersatz dort teils größer 75% war... für allerdings wirklich nur sehr große Einkommen. Seit Anfang der 80-er (konservative "Revolution"...Reagan, Thatcher, Kohl) haben wir mehr oder weniger weltweit das Phänomen, dass die Verschuldungen steigen, die Zuwächse der Realeinkommen zurückgehen bis stagnieren und die Massenkaufkraft abnimmt. (Trotz neoliberal immer wieder geforderter Steuersenkungen und Deregulierungen) Daran ändert sich auch kaum was durch Innovationen und dadurch, dass "5 Mrd. Menschen noch Nachholbedarf haben". Woher soll das noch finanziert werden, wenn das bestehende System bis an die Halskrause verschuldet ist?
Irgendwann wird - rein rechnerisch schon - der aktuell immer noch laufende 35-jährige Abwärtstrend der Zinsen in den entwickelten Ländern beendet sein. Das macht die Sache nicht besser. Ich hatte mal ausgerechnet, dass der alleine für die USA ein jährliches Konjunkturpaket in 3-stelliger Mrd.-Höhe ausmacht. Weil im Schnitt sich alle Schuldner theoretisch jedes Jahr zu günstigeren Konditionen umschulden konnten. D.h., man bekommt jedes Jahr für die gleiche Monatsrate eine höhere Kreditsumme. Fällt das weg, ist noch mal erheblich Kaufkraft vernichtet.
Gleiches passiert übrigens mit den - n.m.M. aber schon notwendigen - Bankenregulierungen. Die Banken haben hier jetzt seit mehreren Jahren 2 Möglichkeiten: Sich zusätzlich teures Eigenkapital anzuschaffen, oder ihre Bilanz zu verkürzen. In der Praxis findet beides statt. Bilanzverkürzung der Banken vernichtet aber auch noch mal Kaufkraft... so wie umgekehrt die Geldschöpfung der Geschäftsbanken Kaufkraft schaffen würde.
Was ich schon von verschiedenen Leuten gelesen habe, und wo die IMO sicher nicht falsch liegen:
Wir haben aktuell kein Liquiditätsproblem, wir haben ein Bonitätsproblem. Und das können die Notenbanken final nicht lösen. Das ist nicht deren Aufgabe, und dazu haben sie auch nicht die Legitimation und die Mittel.
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Griever
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Betreff: Markt Status - im Würgegriff der Notenbanken

Mag ja stimmen was du sagst, aber die Leute machen sich einfach Zuviele Gedanken darum. Das uns bekannte Systeme der freien Marktwirtschaft kann nur durch Wachstum existieren . Das bleibt natürlich nicht ewig konstant und führt unweigerlich irgendwann zu einem schuldenkollaps den wir entweder bald , oder in unserem Leben gar nicht mehr erleben werden. De facto: eine Aktie kann man dir nicht so einfach wegnehmen , jegliche Anleihen und Einlagen verpuffen dennoch im nichts. Was lernen wir aus dem Prinzip eines Kreislauf ? Treffen tut es uns sowieso irgendwann. Mit jedem Mal aber wird das system verfeinert , so dass auch die erwähnten 5 Milliarden weitere Menschen bessere Möglichkeiten haben in einer moderneren Welt zu leben. Ich persönlich habe überhaupt keine Angst vor einem Zusammenbruch. Finanziell ist es mir dann egal was ich besitze da ich weiß dass 99% für die ersten folgenden Jahre ebenfalls im Sumpf stecken
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jb4711
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Betreff: Markt Status - im Würgegriff der Notenbanken

Alles wie erwartet: die FED sieht einen etwas "flacheren Zinspfad" in 2016/2017. Wer hätte das gedacht ;-)

 

Es ist ja immer das selbe Spiel: im Vorfeld äußern sich einige FED-Mitglieder positiv zu einer Zinserhöhung und dann kommt sie doch nicht. Damit bekommt man dann erfolgreich den Goldkurs gedrückt (was natürlich nicht lange anhält).

 

Grüße JB4711

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lion2016
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Betreff: Markt Status - im Würgegriff der Notenbanken

Das wären bis Ende 2017 6 Anhebungen a 0,25%. Alles in allem etwa 2% Zinsen entgegen dem Trend in der Welt.

Ich rechne eher mit Zinsabsenkung, wenn nicht sofort, dann doch nach Zinsanhebung. Auch die QE Programme kommen wieder. Zur Rettung der Banken ist die Maßnahme ungeeignet, da diese von Spekulationen mit Staatsanleihen und durch billiges Geld beser leben können.

 

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didi47
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Betreff: Markt Status - im Würgegriff der Notenbanken

Guter Artikel, nur die Fakten...

Die Verschuldung in Deutschland hat sich nicht unter Kohl sondern in den 70 ern unter der SPD zum ersten Mal eklatant erhöht.

Allerdings nur eine Fußnote, denn die Verschuldung, die nun in einer unverantwortlichen Überschuldung  geendet hat, wird eines der größten Probleme sein.

VG didi47

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