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Aufsteiger
Beiträge: 2
Registriert: 19.05.2015

Hallo Zusammen,

 

nachdem ich schon viele Jahre in Aktien, Fonds und Co. investiere, habe ich vor einem halben Jahr etwas (für mich) Neues entdeckt. Ich investiere seit dem einen Teil meines Geldes nach der Levermann Strategie (aus dem Buch "Der entspannte Weg zum Reichtum" von Susan Levermann). Da es das Buch schon etwas länger gibt, wollte ich wissen, ob andere schon länger die Strategie anwenden? Wie ist eure Erfahrung damit? Fährt man mit der Stratgie besser als mit dem jeweiligen Index?

 

Ich freue mich auf euer Feedback!

 

Grüße

Heinz

26 ANTWORTEN 26

Moderator
Beiträge: 175
Registriert: 09.10.2014

Hallo Heinz-Schwan,

 

vielen Dank für Ihren interessanten Beitrag in der Community. 

 

Um Ihr Thema etwas greifbarer zu machen, beschreiben Sie uns doch noch näher was genau diese Strategie ausmacht und von anderen unterscheidet.

 

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag.

Viele Grüße
Max
Community Moderator


Gelegentlicher Autor
Beiträge: 8
Registriert: 07.12.2014

Hier für alle die das Buch nicht kennen:

 

Susan Levermann beschreibt in Ihrem Buch „Der entspannte Weg zum Reichtum“ wie Aktien nach einem verständlichen und nachvollziehbaren Punktesystem bewertet werden - nur die vermeintlich besten sollen gekauft werden.

Das Punktesystem soll dabei auf die Themen Qualität, Bewertung, Stimmung, Momentum, Technik und Wachstum abgebildet werden.

Die Kennzahlen sind: Eigenkapitalrendite, Gewinnmarge, Eigenkapitalquote, KGV 5 Jahre, KGV aktuell, Analystenempfehlung, Börsenreaktion auf Quartalszahlen, Gewinnrevisionen, Kursveränderung in den letzten 6 Monaten, Kursveränderung im letzten Jahr, Kursmomentum, Dreimonatsreversal-Effekte und Gewinnwachstum

 

Der Ansatz ist sicher interessant. Alle 13 Kennzahlen regelmässig zu prüfen und zu bewerten ist für den Privatanleger relativ Aufwendig zu ermitteln. So z.B. "Börsenreaktion auf Quartalszahlen".

 

Es gibt aber auch eine verkürzte Liste Levermann light. Weiterhin werden im Buch auch kurz andere Modelle vorgeschlagen. Z.B. von James Montier, der nur nach KGV und Gewinnwachstum filtert, um die richtigen Aktien zu finden.

 

Wie erfolgreich das ist ?? 

Hängt teilweise auch an der eigenen Disziplin der konsequenten Anwendung.


Routinierter Autor
Beiträge: 117
Registriert: 13.11.2014

Halte ich für sehr aufwändig. Um zur Risikominimierung ausreichend diversifiziert zu sein muss man viel traden, das treibt die Kosten und Steuern in die Höhe. Diese Mehrkosten muss man erst mal wieder reinholen... viel Glück!

Unter dem Gesichtspunkt, dass andere die selben Informationen haben und man dadurch keinen Vorteil gegenüber anderen hat riecht mir das zu sehr nach Herdentrieb mit einer prise Market Timing. Da bleib ich lieber bei Buy and Hold in Index-ETFs, hab ja noch was anderes zu tun als vor dem Computer zu kleben und Bilanzen zu wälzen.


Gelegentlicher Autor
Beiträge: 8
Registriert: 07.12.2014

Wieso treibt es die Steuern in die Höhe? Wenn Du Gewinne machst zahlst Du Steuern, wenn nicht dann nicht, aber das hat nichts damit zu tun mit welcher Strategie du die Gewinne machst...


Aufsteiger
Beiträge: 2
Registriert: 19.05.2015

Hallo Chaostrader,

 

ja, das mit den Kosten sehe ich auch so. In den letzten 6 Monaten hatte ich ca. 20 Wechsel im Depot (ich habe ca. 10 Aktien gleichzeitig im Depot). Das wirkt sich natürlich negativ auf die Performance aus. Interessant ist, ob die Checkliste einem den Verkauf ansagt, wenn der Markt runter geht. Ich vermute mit deutlicher Zeitverzögerung, durch die Kennzahlen Dreimonatsreversal und Kursvergleich 6 Monate / 1 Jahr.

 

Bezüglich dem Herdentrieb Argument, hier glaube ich eher dass die Strategie einem hilft gegen den Herdentrieb zu handeln. Wenn eine Aktie die Kriterien erfüllt, der Markt aber aktuell fällt. Oder umgekehrt, die Aktie verliert entscheidende Punkte und soll verkauft werden, obwohl der Markt gerade noch steigt. Das zeigt eben erst die Zeit. Interessant wäre es, wenn jemand seit mehreren Jahren so anlegt, damit man Vergleichswerte hat.

 

Grüße

Heinz

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
Routinierter Autor
Beiträge: 117
Registriert: 13.11.2014

[quote] Wieso treibt es die Steuern in die Höhe? Wenn Du Gewinne machst zahlst Du Steuern, wenn nicht dann nicht, aber das hat nichts damit zu tun mit welcher Strategie du die Gewinne machst...[/quote]

 

Wenn man mit Einzelaktien oft handelt und dabei Gewinn macht, dann zahlt man Steuern.

Langfristig ist die Rendite im Durchschnitt die Marktperformance minus Gebühren und Steuern.

 

Wenn man in einen ausschüttenden ETF investiert und den hält, dann zahlt man auf die Dividenden Steuern und auf die Kursgewinne erst dann, wenn man ihn verkauft. Die zuviel gezahlten Steuern muss man sich selbst vom Finanzamt wiederholen. Ausserdem drücken die laufend zu zahlenden Steuern die Rendite. Geld, das weg ist, ist nicht mehr investiert, kann durch Zinseszinseffekt nicht weiter wachsen.

 

Wenn man in einen steuereinfachen Thesaurierer investiert wird die Dividende automatisch reinvestiert, ohne jetzt Steuern darauf zahlen zu müssen. Der Zinseszinseffekt kann voll zuschlagen, alles Geld bleibt investiert und wächst. Steuern werden in ferner Zukunft bezahlt, wenn man im Ruhestand ist und kein anderes Einkommen mehr hat.


Autorität
Beiträge: 4149
Registriert: 06.02.2015

"Wieso treibt es die Steuern in die Höhe? Wenn Du Gewinne machst zahlst Du Steuern, wenn nicht dann nicht, aber das hat nichts damit zu tun mit welcher Strategie du die Gewinne machst..."

 

Je nach Herkunftsland der Aktie kann eine die Transaktionssteuer anfallen und die kann man nicht zurückbekommen, oder habe ich das flasch in Erinnerung?

Und in diesem Fall sind die gezahlten Steuern bei vielen Transaktionen um einiges höher.

Betrachtet man nur deutsche Werte, kommt das (noch) nicht zum Tragen...

 

Viele Grüße

immermalanders

 

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
Aufsteiger
Beiträge: 1
Registriert: 04.06.2015

Hallo Zusammen,

 

zur steuerlichen Seite:

Richtig ist, dass gemäss §§ 20 und 43 EStG auf Dividenden Steuern anfallen, nämlich (streng genommen) erst mal  Kapitalertragsteuer iHv. 25 % der Einnahme. Darauf dann noch mal 5,5% SolZ und ggf. (je nachdem, ob Kirchenmitglied, oder nicht) 8% bzw. 9% KiSt. Diese Steuern hält Consorsbank ggf. sofort für Euch ein und führt Sie an den Fiskus ab. Dabei könnt Ihr Ihr von Eurem Sparerfreibetrag gemäss § 20 EStG bis zu 801 € pro Steuerpflichtigem und Jahr hier bei Consorsbank "platzieren". Wenn und soweit Ihr das tut, sind die ersten 801 € Dividenden kapitalertragsteuerfrei vereinnahmbar. 

 

Sodann gilt für die jeweilige Einkommensteuererklärung (am Ende eines Jahres bzw. zu Beginn des neuen Jahres) für Privatanleger (natürliche Personen, Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland) die sog. Abgeltungssteuerregelung gemäss § 32d EStG. Vereinfacht gesagt führt das dazu, dass Ihr die Dividenden eines Jahres bereits vor der Steuererklärung "fertig" versteuert habt. Denn der Steuersatz des § 32d EStG entspricht genau dem Kapitalertragsteuerrecht. Deshalb hat der Gesetzgeber sogar die Möglichkeit eingeräumt "normale" Dividendeneinkünfte im Rahmen der Einkommensteuereklärung legal nicht anzugeben, wenn es sich um solche Einkünfte handelt, die ganz normal deutscher Kapitalertragsteuer unterlegen haben.

 

Bezüglich Gewinnen aus der Veräußerung von Aktien (§§ 20, 23 und 43 EStG) gelten die Aussagen zur Kapitalertragsteuerpflicht, dem entsprechenden Steuersatz, dem Sparerfreibetrag sowie der Abgeltungssteuer gleichermaßen. Hier gibt es jedoch Ergänzungen: Solltet Ihr Verluste machen, könnt Ihr diese Verluste nur mit zukünftigen Gewinnen aus Aktien verrechnen, nicht mit Gewinnen (bzw. Einkünften) aus Dividenden oder aus der Veräußerung von Fondsanteilen. Consorsbank führt deshalb auch jeweils ein gesondertes Verlustvortragskonto für Aktien und für alles andere.

 

Bei Fonds (egal ob aktiv gemanagete oder ETFs) ist die Lage etwas komplizierter und vor allem uneinheitlicher. Es ist so, dass dabei der Sitz des Fonds, die Erfüllung gewisser Pflichten aus den Steuergesetzen (insbesondere Offenlegungspflichten gemäss Investmentsteuergesetz) einen direkten Einfluss auf die steuerliche Behandlung Eurer Dividenden (bzw. Ausschüttungen aus den Fonds) und Veräußerungsgwinne haben. So kann es z.B. bei einem nicht in Deutschland beheimateten Fonds sein, dass er die Offenlegungspflichten gemäss InvStG nicht oder nicht ausreichend erfüllt. Oder der ausländische Fonds unterliegt ausländischen Steuern oder Ihr als deutsche Steuerinländer unterliegt in Bezug auf den jeweiligen Fonds bestimmten (ggf. zusätzlichen) Quellensteuerpflichten aus Euren Dividenden und/oder Veräußerungsgewinnen. Quellensteuer ist, vereinfacht gesagt, ausländische Kapitalertragsteuer, von der leider oft ein Teil definitiv wird. Das bedeutet, dass der andere Staat, auf dessen Gebiet der Fonds seinen Sitz hat Euch einfach was von Eurem Kuchen wegnimmt. Dabei ist es grundsätzlich auch egal, ob dieser Staat mit der Bundesrepublik Deutschland ein Doppelbesteuerungseinkommen (DBA) geschlossen hat, oder nicht. Denn in der Regel minimiert ein solches DBA zwar die Quellensteuerhöhe (z.B. DBA USA von 30% auf 15%), jedoch sind die verbleibenden 15% dennoch einfach weg. 

 

Man sieht schnell folgende ableitbare Handlungsempfehlungen:

 

1. Ein Investment sollte nie ohne eine dezidierte steuerlicheAnalyse vor Investition erfolgen. Denn das kann sonst schnell sehr teuer werden.

 

2. Das Steuerrecht ändert sich leider ständig. Das heisst, man muss immer am Ball bleiben, was den Wissensstand angeht. Was gestern noch richtig war, kann morgen schon völlig falsch sein.

 

3. Es ist dazu nicht unbedingt erforderlich, einen (in der Regel teuren) Steuerberater hinzuzuziehen. Jeder, der in der Lage ist, sich geistig mit dem notwendigen Rüstzeug zur Kapitalanlage zu befassen, sollte auch in der Lage sein, die recht verständlich geschriebenen steuerlichen Ratgeber zum Thema Kapitalanlage zu verstehen. Da aber die Änderungen oft schnell und meist unübersichtlich daher kommen, rate ich persönlich gleichwohl dazu, sich einen entsprechenden Steuerberater zu suchen und ihn bei wichtigen Änderungen (neue Investments) oder zu Jahresupdates, etc zu Rate zu ziehen. Insbesondere am Anfang einer Investmentkarriere.

 

Disclaimer: Ich bin zwar Steuerberater, nehme hier allerdings keine Mandate an. Ich möchte nur für die renditebestimmende Natur der Besteuerung sensibilisieren.

 

VG

Janus1978

 


Gelegentlicher Autor
Beiträge: 8
Registriert: 09.12.2014

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Hallo Heinz, 

Das Levermann Buch habe ich auch gelesen. Natürlich ist das Zusammensuchen der Einzelnen Kennzahlen sehr Zeitaufwendig. Ich suche und bewerte Interessante Aktien in Anlehnung nach Joel Greenblatt (“Die Börsen-Zauberformel”) und Levermann. Also ein Mix. Bei der Grennblatt Methode werden Aktien sortiert nach RoI (=Kapitalrendite, größer 15% ) und Gewinnrendite (= 100/KGV). Ich benutze diese beiden Kennzahlen und zusätzlich noch folgende (in Anlehnung an Levermann), dass RoI sollte >10% sein, Eigenkapitalquote > 25%, RoE >20%, EBIT >10%, ansprechendes KGV * KBV Verhältnis. (siehe Bild). Die Daten lass ich mir von Yah00 Finanzen in eine Excel Tabelle (Reiter „ Daten“-> „Aus dem Web“-> Yahoo Finanzen jeweilige Unternehmensseite „Kennzahlen“) schreiben, sind somit immer aktuell. Zusätzlich wird noch eine Fülle von anderen Finanzdaten des jeweiligen Unternehmens abgerufen. Außerdem hole ich mir noch die Daten, von CC oder Finanzen, von 5 Jahres KGV, Eigenkapitalquote.%.

 

In folgendem Bsp. Bild habe ich mal nur nach den beiden Greenblatt Kriterien jeweils den Rang ermittelt und summiert (je kleiner die Summe umso besser). Aktuell sticht z.Bsp. Gilead Sciences klar hervor. Aber auch Apple, TJX und Bed Bath Beyond sind noch ansprechend bewertet. Der Vorteil einer solchen Betrachtung, ist nicht nur der Sture Blick auf das KGV, sondern auch die Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens.

 

Von den Levermann Kennzahlen bekomm ich von Yah00 folgende (große Unternehmen):

Eigenkapitalrendite, Gewinnmarge, Eigenkapitalquote, KGV 5 Jahre, KGV aktuell, Analystenempfehlung, Börsenreaktion auf Quartalszahlen, Gewinnrevisionen, Kursveränderung in den letzten 6 Monaten, Kursveränderung im letzten Jahr, Kursmomentum, Dreimonatsreversal-Effekte und Gewinnwachstum

 

Fazit: Durch die Verlinkung der Kennzahlen Seiten bekomme ich immer schnell, ohne großen Aufwand, aktuelle Finanzdaten der Unternehmen. Teilweise sind auch die Daten dabei, die Frau Levermann benutzt. Vielleicht macht ihr es ja genauso oder habt auch andere Vorschläge.

 Kennzahlen

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