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Wiederaufsteher
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Betreff: Pro/Contra Dividendenstrategie

Also noch mal zur Anfangsfrage zurückzukommen: Dividendenstrategie pro/contra.
Für mich ganz klar pro:
Meine Begründung; unternehmen die stetig ihre Dividende steigern können, dabei noch genügend Cashflow zur Verfügung haben, diese Unternehmen werden immer begehrt sein...Und führen zwangsläufig und längerfristig zu einer Wertsteigerung.
Als Kontrapunkt; liegt man mit einer reinen Dividendenstrategie nicht auf dem perfekten Performance Weg( ist ja auch hier schon beschrieben worden dass man unterhalb von circa 8 % Gesamtentwicklung, zum Teil zum underperformer gehört)

Ich persönlich kann aber mit einer durchschnittlichen Dividentenrendite zwischen 2 und 5 % , und dabei einem seitwärts laufenden Chart beziehungsweise leicht steigenden, ganz gut leben.
Ganz nach dem Motto: lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach :-)
( ich musste das aber auch erst lernen, durch viele schlechtere Erfahrungen)
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erich12
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Nachricht 22 von 30 (2.335 Ansichten)

Betreff: Pro/Contra Dividendenstrategie

Ich investiere fast ausschließlich in Dividenden Unternehmen, vor allem in Wertre, die seit Jahren oder Jahrzehnten eine konstante oder steigende Dividende zahlen.

Man nennt sie auch Dividenden Aristokraten. Bekannteste Werte sind z.B. JNJ, KO, Pep, PG, also Werte aus dem Konsum-. und Pharmabereich.

Diese Werte sind keine Kursraketen, die Mischung aus Dividende und Kursanstieg erzeugt aber recht konstant eine Gesamtrendite von 5-8%.

Für mich gehört auch RDS in ein solides Depot. Zwar übersteigt z.Z. die Dividende den Gewinn, wenn der Ölpreis ansteigt, werden die Gewinne und auch die Kurse, wie zuletzt geschehen, wieder ordentlich steigen.

 

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Wiederaufsteher
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Nachricht 23 von 30 (2.323 Ansichten)

Betreff: Pro/Contra Dividendenstrategie

Willkommen Erich,
Guter Ansatz.
Dividenden Aristokraten wie von dir genannt gehören meiner Meinung nach ja auch in jedes Depot.
Hast du wenn ich mal persönlich fragen darf immer schon eine solide Dividenden Strategie angestrebt oder neuerdings?
Ich muss gestehen, ich bin seit über 20 Jahren im Geschäft... Hab anfangs hoch spekulativ begonnen, Rohstoffwerte, Minen, Erzproduzenten oder auch mit Hebelprodukten und Optionsscheinen.
Ich bin aber inzwischen zu der Weisheit angelangt: "Gier frißt Hirn"
Auch wenn ich sagen kann, von 100 Entscheidungen die ich an der Börse treffen musste…habe ich 51 mal recht behalten. Also unterm Strich ist noch mal alles halbwegs gut geworden.
Doch frag mich nicht ob ich die letzten 20 Jahre damit gut geschlafen habe ;-)
Und wenn ich die ganze Zeit Revue passieren lasse, mir eine langweilige Dividendenperle wie zum Beispiel BASF anschaue, dass die in dieser Zeit gerundet circa 800 % zugelegt hat... Frage ich mich heute: warum hab ich nicht schon viel früher eine vernünftige solide Dividenden Strategie eingeschlagen...
Drum finde ich deine ausgewählten Unternehmen absolut empfehlenswert
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Wiederaufsteher
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Nachricht 24 von 30 (2.282 Ansichten)

Betreff: Pro/Contra Dividendenstrategie

Hallo

Als zuverlässigen Dividendenzahler fällt mir noch der Französiche Baukonzern VINCI ein.
Und meiner Meinung nach gehöhren neben US Firmen auch noch ein paar DAX Werte in eine Dividenstrategie.
Der kleine Vorteil der "Deutschen" wie z.B. Siemens ,BASF etc. das man etwas "näher" dran ist...also Berichterstattungen in den Medien schneller mitbekommt als z.B. bei US Unternehmen.

Was haltet ihr eigentlich von "monatlichen Dividendenzahlern" wie z.B. der realty incom?
WKN 899744. Dieses Erfolgsmodell mit der monatlichen Dividende besteht seit ca 60 Jahren.
Was mich dabei etwas abschreckt ist der Gedanke das ungefähr 80 % der Einnahmen
als Dividenden ausbezahlt werden (können). Und der US Immobilien Sektor für mich nur schwer einsehbar ist.
Vielleicht liegt der Vorteil darin, das man bei monatliches Dividenden Auszahlungen sofort mitbekommen würde, das etwas nicht stimmt, eine Kürzung etc. , und deshalb die Anleger zwangsläufig zufrieden dem Unternehmen treu bleiben, Auf der Gegenseite z.B. bei den Deutschen Unternehmen die 1 mal
Jährlich ausbezahlen, könnte man ja 11 Monate sich auch die Dividende freuen..und da erst kurz vor der Auszahlung eine eventuelle Dividenden-Kürzung bekannt gegeben wird, was dann plötzlich zu herben Kursverlusten führt.
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LK
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Betreff: Pro/Contra Dividendenstrategie

> Genau die Werte die du erwähnst, sind die üblichen Verdächtigen;
> "(Zur Orientierung die gerundeten Werte der "üblichen Verdächtigen": 11% Verizon, 10%Johnson&Johnson, 10% AT&T, 10% PepsiCo, 10% Henkel, 9% Novartis, 9% Unilever, 9% Coca-Cola, 8% Kellogg, 8% Nestlé, 8% Procter&Gamble"

 

Da fehlt noch Altria, wenn man sich schon primär auf US-Werte stürzt.

 

Bevor man sich die Werte einzeln ins Depot legt, täte es ja auch evtl. ein ETF, der die "Dividenden Aristokraten" enthält, wie z.B. IE00B6YX5D40. Der ist ausschüttend und sollte einer von den Werten nicht mehr unter das Kriterium fallen, muss man selbst nichts machen, sondern der Betreiber hat den Aufwand. Der ETF kam als erstes bei einer Googlesuche hoch, stellt also keine spezielle Empfehlung dar.

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Myrddin
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Betreff: Pro/Contra Dividendenstrategie

Hallo @Wiederaufsteher,

 

nachdem mein primäres Ziel ein möglich stetig Cashflow ist, finde ich monatliche Ausschüttungen absolut genial. Realty Income war mir bisher immer zu teuer, nachdem der Kurs nun aber deutlich zurückgekommen ist habe ich eine erste Position aufgebaut. Damit habe ich jetzt drei Monatszahler im Depot und ich freue mich über den stetigen Geldfluss.

 

Das Realty Income so eine hohe Ausschüttungsquote weil es ein US REIT ist, ich zitiere mal wieder die Wikipedia:

 

Die Mindestausschüttungsquote beträgt für einen US-REIT 90 % des steuerpflichtigen Einkommens.

 

Die MÜSSEN so viel ausschütten. :-)

 

Ich sehe bei Dividenden-Aktien eine häufige, also mindestens quartalsweise, Auszahlungen als echten Vorteil. Aber das sind wohl vor allem psychologische Faktoren denke ich. Man bekommt schneller die ersten Ausschüttungen, die Kursschwankungen durch die Dividendenabschläge sind geringer, etc.. Ob man wirklich wirtschaftliche Vorteile herleiten kann bin ich mir nicht ganz sicher.

 

Gruß

Myrddin

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LK
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Betreff: Pro/Contra Dividendenstrategie

> Was haltet ihr eigentlich von "monatlichen Dividendenzahlern" wie z.B. der realty incom?
WKN 899744.

 

Da ich Realty Income selbst habe, fühle ich mich angesprochen ;-)

 

Ich finde monatliche Auszahlungen nicht schlecht, wenn man mal vom Fluten des Onlinearchivs absieht. Ich habe derzeit drei monatliche Zahler: American Capital, Enerplus und Realty Income.

 

> Was mich dabei etwas abschreckt ist der Gedanke das ungefähr 80 % der Einnahmen
als Dividenden ausbezahlt werden (können).

 

Naja, ob jeweils 80% pro Monat oder nach Ablauf eines Jahres ausbezahlt wird, läuft am Ende doch aufs gleiche raus, dass 80% des Gewinns (auf Einnahmen wäre ein bisschen viel) ausgeschüttet wurden.

 

> Und der US Immobilien Sektor für mich nur schwer einsehbar ist.

 

Da muss man sich den Einzelnwert ansehen. Realty Income hat ein recht solides Geschäftsmodell, bei dem primär Büroimmobilien langfristig vermietet sind. Die Einnahmen sind daher recht gut planbar. Anders sieht es da bei meinem anderen Wert American Capital aus. Die nehmen das Geld der Investoren und nutzen es als Hebel für das Aufnehmen kurzfristiger Kredite (Laufzeit 1-2 Jahre). Das gehebelte Kapital wird dann für langfristige Immobilienkredite (Laufzeit mehrere Dekaden) verwendet. Gewinn wird über den Zinsunterschied zwischen kurzfristigem und langfristigem Kredit verdient. Sollte irgendwann einmal der Zins für kurzfristige Kredite über den Zinssatz der Langfristkredite steigen, haben diese Unternehmen ein Problem. mREITs sind ein steuerlich spezielles Konstrukt, bei denen der Betreiber gesetzlich verpflichtet ist 100% des Gewinns auszuschütten. Wenn du dir daher über 80% schon Sorgen machst, lass hier lieber die Finger davon. Auch sonst ist der Wert eher was für Hartgesottene, was mit ein Grund für die Dividendenrenditen von mehr als 10% ist (nicht selten auch mal 15%-20%).

 

> Auf der Gegenseite z.B. bei den Deutschen Unternehmen die 1 mal
Jährlich ausbezahlen, könnte man ja 11 Monate sich auch die Dividende freuen..und da erst kurz vor der Auszahlung eine eventuelle Dividenden-Kürzung bekannt gegeben wird, was dann plötzlich zu herben Kursverlusten führt.

 

Bei US-Werten sind quartalsweise Dividenden eher die Regel als die Ausnahme, von daher ist der Vergleich monatlich/jährlich ein bisschen am Hinken. Und die von dir beschriebene Situation ist ja auch nicht immer so, da ja auch deutsche Unternehmen quartalsweise berichten müssen und daher auch hier schon absehbar ist, wenn man eine Dividendenkürzung erwarten kann.

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erich12
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Betreff: Pro/Contra Dividendenstrategie

Ich möchte meinen Beitrag  noch vertiefen und Fragen zu meinem Börsenleben beantworten.

Ich beschäftige mich schon über 33 Jahre mIt Aktien. Das war die Zeit, als Helmut Kohl Kanzler wurde, eigentlich ein guter Einstiegspunkt. Als Anfänger macht man etliche Fehler , aus Unkenntnis und vor allem aus Selbstüberschätzung.

Wenn man aus diesen Fehlern lernt, Risiken besser einschätzen kann, Verluste und auch Gewinne psychisch verkraften kann, hat man gute Chancen , erfolgreich an der Börse zu sein.

Im Laufe der Zeit habe ich die Gedanken von Kostolany und Buffett verinnerlicht und mich fast ausschließlich mit den Unternehmen beschäftigt, die in der Branche die No 1 sind, Marke sind, über ein historisch niedriges KGV haben und möglichst eine Dividende von mindestens 3% ausschütten, die über Jahre konstant ist oder sogar steigt, und möglichst nur maximal 50% des Gewinns ausmacht.

Damit das geschehen kann, muss natürlich auch der Gewinn immer weiter steigen.

Ich meide solche Aktien, die überall empfohlen werden und deren Kurse sich auf Höchstständen bewegen. Dafür kaufe ich gerne die Lieblinge der Analysten, die in der Krise sind und Jahres- oder Mehrjahrstiefs ausloten.

Um am liebsten kaufe ich  bei einer allgemeinen Krise, wenn viele Börsianer entnervt die besten Aktien auf den Markt werfen. Nach dem Brexit habe ich vor allem englische Aktien gekauft. Durch das schwache Pfund waren und sind solche Aktien preiswert zu kaufen. BAT, Imperial Brands, Whitbread , Diageo etc.

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Euphorion
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Betreff: Pro/Contra Dividendenstrategie

Wegen monatlich/quartalsweise/Jährlich: Ist mir persönlich egal - ich entscheide mich für das Investment in ein bestimmtes Unternehmen, nicht ein Dividendensystem.

Allerdings bin ich ganz froh, dass mich keines der Unternehmen, welche monatlich zahlen, auch nur ansatzweise interessiert - der administrative Aufwand  - und meine eigene Performancerechnung/-attribution - wäre für mich schon ganz erheblich. Smiley (zwinkernd)

 

Auch die sogenannten "Aristokraten" beurteile ich ganz neutral, die bekommen bei mir keinen Bonus nur weil sie seit Ewigkeiten immer schon ihre Dividende erhöht haben.

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lomovino
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Betreff: Pro/Contra Dividendenstrategie

Ich finde schon, dass Firmen, die über lange Zeit und mehrerer Konjunkturzyklen hinweg kontinuierlich steigende Dividenden gezahlt haben - vielleicht keinen Bonus verdienen - aber dennoch bemerkenswert sind. Bemerkenswert dahingehend, dass sie ein stabiles und profitables Geschäftsmodell haben müssen.