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Für den Ruhestand vorsorgen

von ‎27.04.2017 08:29 , bearbeitet ‎02.05.2017 17:53
2 Kommentare

Niedrige Zinsen und das sinkende Rentenniveau verunsichern die Verbraucher. Daher sollte sich jeder die Frage stellen, ob es im Alter zu einer Versorgungslücke kommen kann. Den Kopf in den Sand zu stecken ist keine Option, denn so geht wertvolle Zeit verloren. Eine realistische Einschätzung der Einnahmen im Rentenalter und eine gezielte Vorsorgestrategie lösen das Problem.

 

Das Rentenniveau sinkt

 

Die gesetzliche Altersrente liegt aktuell auf einem Niveau von 47,9 Prozent (Stand 2016). Gerade erst hat Arbeitsministerin Nahles verkündet, dass das Rentenniveau bis zum Jahr 2045 auf 46 Prozent gehalten werden soll. Ob sich dieses Vorhaben finanzieren lassen wird, steht jedoch in den Sternen. Denn im Herbst 2015 schätzten das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Deutsche Rentenversicherung für das Jahr 2030 ein Niveau von 44,3 Prozent. Doch was bedeutet das Rentenniveau für die Rente?

 

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Wie setzt sich die Rente zusammen?

 

Das Rentenniveau gibt ein Verhältnis zwischen Rente und Lohn einer angenommenen Durchschnittsperson, dem sogenannten Eckrentner, an. Dabei wird angenommen, dass der Eckrentner 45 Jahre lang gearbeitet und in dieser Zeit das Durchschnittseinkommen erhalten hat. Pro Jahr erhält der Versicherte einen Entgeltpunkt. Bei der Berechnung wird also angenommen, dass ein Arbeitnehmer bis zum Ruhestand 45 Rentenpunkte gesammelt hat.

 

Für das Jahr 2016 nimmt die Rentenversicherung als Durchschnittseinkommen rund 2.500 Euro netto vor Steuern an. Diese Eckrente liegt aktuell bei knapp 1.200 Euro pro Monat. Das bedeutet ein Rentenniveau von 47,9 Prozent. Doch das sind für viele Arbeitnehmer utopische Werte. Denn viele Versicherte sammeln in ihrem Arbeitsleben weniger als 45 Entgeltpunkte an oder liegen unter dem angenommenen Durchschnittseinkommen.

 

Wissen Sie, wie hoch Ihre Rente wird?

 

Jeder Arbeitnehmer, der älter als 27 Jahre ist und mindestens 5 Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung gesammelt hat, erhält jährlich seine persönliche Renteninformation. Die Hochrechnung zeigt, wie hoch die Rente wahrscheinlich ausfallen wird, wenn Sie weiter ähnlich viel verdienen. Außerdem erfahren Sie, wie viele Entgeltpunkte Sie bereits auf Ihrem Rentenkonto gesammelt haben.

 

Auch unterjährig können Sie jederzeit bei den Rentenversicherungsträgern eine Auskunft über Ihren Versicherungsstand einholen. Achten Sie darauf, dass bei der Versicherung alle Beitrags-, Ausbildungs- und Kindererziehungszeiten hinterlegt sind und melden bei Bedarf fehlende Zeiten. Nur so können Sie sicherstellen, dass Ihnen Rentenpunkte, die Ihnen zustehen, auch angerechnet werden.

 

Die Versorgungslücke ermitteln

 

Es lohnt sich, frühzeitig darüber nachzudenken, ob im Alter eine Versorgungslücke entstehen kann. Dazu sollten Sie zuerst ermitteln, wie hoch Ihre Ausgaben im Alter vermutlich sein werden. Anregungen zur Ermittlung Ihres persönlichen Finanzbedarfs im Alter finden Sie hier.

 

Haben Sie Ihren Finanzbedarf ermittelt, gilt es zu berechnen, wie hoch Ihre Rente vermutlich sein wird. Beziehen Sie dazu die oben genannten Informationen der Rentenversicherungsträger mit ein. Dabei sollten Sie bedenken, dass Sie im Rentenalter in den meisten Fällen Krankenkassenbeiträge entrichten müssen. Das ist z. B. der Fall, wenn Sie pflichtversichertes Mitglied in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) werden. Beachten Sie ebenfalls, dass auch Beiträge aus der betrieblichen Rentenversicherung, eine eventuell abgeschlossene Lebensversicherung und sonstige zu erwartende Einkünfte berücksichtigt werden sollten.

 

Darüber hinaus sind die Angaben über die voraussichtliche gesetzliche Rente stets mit Vorsicht zu genießen, denn die Berechnungen der Rentenversicherungsträger beziffern nur die mögliche Altersrente nach heutiger Kaufkraft. Die zu erwartende Inflation ist ebenso wenig berücksichtigt, wie der nicht vorhersehbare Anstieg des Rentenniveaus. Dieser kann unter Umständen geringer ausfallen, als im Bescheid prognostiziert. Online gibt es bereits nützliche Tools, die dabei helfen können, die persönliche Versorgungslücke zu berechnen, wie zum Beispiel der Rentenlücken-Rechner des Deutschen Instituts für Altersvorsorge.

 

Sollten Sie bei der Berechnung feststellen, dass Ihr Finanzbedarf über der zu erwartenden Rentenhöhe liegt, nutzen Sie diese Informationen, um Ihre Versorgung im Alter zu planen. Nur wer frühzeitig reagiert, baut ein solides Polster auf.

 

Private Vorsorge ist ein Muss

 

Ohne private Altersvorsorge müssen die meisten Arbeitnehmer von heute mit deutlichen Einkommenseinbußen im Alter rechnen. Die Ausgaben, die mit Eintritt in die Rente wegfallen, schließen die Lücke nicht. Dazu kommt, dass das steigende Renteneintrittsalter viele Betroffene zwingt, vorzeitig und mit deutlichen Abschlägen in Rente zu gehen. Insbesondere in Berufen mit viel Körpereinsatz ist das Arbeiten bis zum 67. Lebensjahr kaum möglich. Deshalb ist es unerlässlich, für den eigenen Lebensabend vorzusorgen.

 

Zeit ist unbezahlbar

 

Die niedrigen Zinsen zermürben Arbeitnehmer. Die Verbraucher in Deutschland verlieren die Lust am Sparen und halten die private Altersvorsorge für nicht praktikabel. Dabei vergessen sie, dass die Zeit für sie arbeitet. Wer zum Beispiel 35 Jahre lang 150 Euro monatlich für das Alter zurücklegt, spart 63.000 Euro an. Zusammen mit Zins und Zinseszins können mehr als 120.000 Euro zusammen kommen, wenn nur der Garantiezins in Höhe von 1,25 Prozent angenommen wird. Wer nur 20 Jahre spart, muss mit 350 Euro monatlich mehr als das Doppelte aufbringen, um ähnlich viel Kapital zu erwirtschaften. Verlorene Zeit kostet viel Geld und lässt sich nur unter hohem finanziellem Aufwand wieder hereinholen. Daher gilt: Die Altersvorsorge sollte niemals vernachlässigt werden.

 

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Risiken kalkulieren und Rendite sichern

 

Niedrige Zinsen machen das Sparen schwer, da die Inflation zu Preissteigerungen führt. Auf dem Papier entsteht ein nettes Sümmchen, aber in 30 oder 40 Jahren ist die Kaufkraft des Ersparten wesentlich niedriger als heute. Um im Alter finanziell abgesichert zu sein, sollten Verbraucher heute nicht nur sparen. Wertpapiere und Fonds bieten teilweise deutlich bessere Renditen als das klassische Sparen.

 

Deshalb lohnt es sich, ein gewisses Risiko einzugehen. Denn über die lange Laufzeit bis zur Rente sind trotz Kursschwankungen deutliche Gewinne zu erwarten. Als Anleger bestimmen Sie, wie viel Risiko Sie tragen möchten - die Auswahl reicht von konservativ bis hin zu hochspekulativ. Für jeden Anlegertyp gibt es die passende Altersvorsorge. Sie müssen auch nicht unbedingt auf eine Versicherung zurückgreifen, um Finanzmittel für den Ruhestand anzusparen. Sie können Ihr Geld auch selbst anlegen und verwalten oder sich auf erfahrene Fondsmanager verlassen.

 

 

Fazit:

 

  • Das Niveau der gesetzlichen Rente sinkt.
  • Mit 45 Beitragsjahren im Durchschnittverdienst beträgt die Rente ca. 1.200 Euro monatlich.
  • Viele Arbeitnehmer erreichen diesen Wert nicht, Ihnen droht Altersarmut.
  • Berechnen Sie frühzeitig, ob bei Ihnen eine Versorgungslücke entstehen kann.
  • Eine frühzeitige private Vorsorge ist unverzichtbar.
  • Aktien und Fonds sorgen im Niedrigzinsumfeld für gute Renditen, der Faktor Zeit gleicht das Risiko meist aus.

 

Haben Sie privat für das Alter vorgesorgt? Setzen Sie auf die klassische Rentenversicherung oder nutzen Sie Aktien und Fonds zur Altersvorsorge?

 

Lassen Sie sich Lösungen aufzeigen, wie Sie für Ihre Rente vorsorgen können. Eine individuelle und anbieterneutrale Vorsorgeberatung bieten Ihnen die Experten der Consorsbank.

 

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Kommentare
von efeickert
am ‎15.11.2017 17:12

Hallo,

bin neu hier.

Bei DAB gab es die Anlagemöglichkeit für Vermögenswirksame Leistungen

1. Gibt es das bei consors auch?

2. Getrenntes Konto? und was kostet das?

3. Wie hoch ist nochmal der Arbeitgeberzuschuss der Metallindustrie im 624/935DM Gesetz.

4. Wenn Ja, gibt es Indexfonds bei consors.

von
am ‎16.11.2017 16:22

Hallo @efeickert,

vielen Dank für Ihre Anfrage zu vermögenswirksamen Leistungen.

Die Consorsbank bietet durch die Kooperation mit DWS Investments ebenfalls vermögenswirksame Leistungen als weitere Geldanlagemöglichkeit an.

Wenden Sie sich bei Interesse gerne telefonisch an die Kundenbetreuung unter 0911 - 369 3000.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Donnerstag.

Viele Grüße,

CB_Carolin
Community-Moderatorin