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h3nn1ng
Aufsteiger
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Betreff: Consorsbank verlangt Zusatzgebühr für Lottospieler

Sorry, bin über diesen schon etwas älteren Thread gestolpert, weil ich mich über diese Gebühr auf meiner Karte gewundert habe. Und habe Senf beizutragen.

 

> Es gibt auch keinen Grund, dass die CB für Glücksspiel-Abwicklung weniger Gebühren verlangt als andere Institute; schließlich tragen Nicht-Glücksspielkunden das höhere Ausfallrisiko der peer group mit.

> Vorschlag: Oben drauf noch eine automatisierte Zwangsabgabe zur Förderung von Hilfseinrichtungen gegen Spielsucht.

 

Ach, das ist doch Kappes! Spielsucht ist eine Krankheit. Damit würde man Kosten externalisieren und auch auf jene verteilen, die vielleicht einmal im Jahr einen Lottoschein bei der Aktion Mensch abschließen und ansonsten ein unauffälliges Verhalten an den Tag legen. 

Das wäre so, als würde auf Alkohol eine Gesundheitsabgabe liegen. Nicht explizit Steuern, die fließen in einen ganz anderen Topf (war mal die Reichskriegskasse). Fände ich auch nicht okay; ein solidarisches Gesundheitssystem darf sich nicht am individuellen Risiko einzelner orientieren, das wäre das Ende freier Entfaltung. Dann kannst Du auch Risikosportarten höheren Abgaben unterwerfen, und vielleicht irgendwann Leute mit bestimmtem Fahrverhalten oder Genkonstellationen. Manche Sportarten nur noch den Reichen, schöne Idee.

 

Dein erster Punkt trifft's vielleicht schon eher, wobei ich das auch nicht richtig finde. Eine Gesamtkalkulation sollte alle Forderungsausfälle beinhalten, Ursache egal. Aber das ist vermutlich unternehmerische Freiheit, die auch eine Bank betreibt.

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DerBietigheimer
Enthusiast
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Betreff: Consorsbank verlangt Zusatzgebühr für Lottospieler

"Eine Gesamtkalkulation sollte alle Forderungsausfälle beinhalten"

 

Das ist eigentlich das ursprüngliche Versicherungsprinzip.

Eine Solidargemeinschaft bilden, je mehr mit machen, umso kleiner wird das Individualrisiko.

 

Das hat lange Zeit gut funktioniert. Dann aber kam man (von den Versicherungslobbyisten eingeflüstert) auf die Idee, dass da ja dann einige, die zB wenig Auto fahren, das höhere Risiko der Vielfahrer mit schnellen Autos mit tragen müssten.

Das macht aber in der Kalkulation wenig aus. Es ging eher um die Vergleichbarkeit, die neue erzwungene Transparenz der Tarife (vergleichende Werbung war zuvor verboten).

Da wurde nun ein Generaltarif aufgesplittet, nach Altersgruppen, Fahrleistung, Unfallfrei Rabatten usw, auch bei Lebensversicherungen ähnlich.

Und damit war die Transparenz für den Normalmenschen wieder weg, der Versicherungsberater hatte neue Aufgaben und Normalotto oder NormalLieschen durften wieder Vertrauen - oder auch aufs Kreuz gelegt werden.

 

Und ähnlich ist es ja inzwischen auch in der Börsen- und Finanzwelt. Das einfache Produkt Aktie ist im Handling transparent, Kosten sind vergleichbar, bringt aber zuwenig.

So erlaubte der Finanzminister die Schaffung neuer Finanzinstrumente, die für Laien oft unverständlich sind und Kostentransparenz fehlt, Risikoabschätzung fast unmöglich.

Also auch hier Beraterbedarf.  Hilft das wirklich?

Wir haben rund 800.000 Finanzinstrumente (Fonds, ETFs, Optionen etc) an der Börse.

Es gibt leider keine Statistik (ic fand keine dazu), wieviele davon jährlich bei Schwellenbruch wertlos werden oder mit Verlusten abschliessen.

Hier hat der Verbraucherschutz und auch die Bafin kläglich versagt.