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Was haltet ihr eigentlich davon einen Robo Advisor oder ein ETF Depot fremd zu finanzieren?

Am besten mit einem VaR Ansatz. Es müssten dann über einige Jahre die Kapitalkosten erwirtschaftet werden bis man den Kredit komplett mit dem Robo bzw. ETFs sondertilgen kann. Der Erwartungswert der Deltarendite Robo-Kapitalkosten über genügende Jahre wäre positiv.

 

Konkret würde ich z.B. 15000 Euro Fremdkapital aufnehmen und dieses komplett in Scalable stecken. Dann könnte ich jenachdem einige Jahre/Monate regelmäßig tilgen und müsste evtl. noch etwas Eigenkapital nachschießen, falls Scalable zu schnell unter die 10000 Euro fällt. Sobald Scalable über dem Kreditbetrag liegt wird dieser komplett sondergetilgt und das Spiel beginnt von vorn.

 

Mit dem Wertpapierkredit von Consors geht das ja nicht, da Consors (noch) kein Partner irgendeines Robos ist (so wie die DiBa mit Scalable, die bieten aber keinen Wertpapierkredit an). Irgendwelche Meinungen dazu?

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Ich kann deiner Idee nicht ganz folgen... Was passiert, wenn die Kurse einbrechen?!

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Ich persönlich halte allgemein einen kreditfinanzierten Wertpapierkauf für absoluten Wahnsinn. So bilden sich immer wieder Spekulationsblasen.

 

Auch wenn der Vergleich etwas hinkt: Ich würde auch kein Spielkasiono mit einem Kredit in der Tasche betreten.

 

Geht man davon aus, dass die Börse einen Krasch nach 10 Jahren wieder kompensiert hat, würde man 10 Jahre Zinsen zahlen bis man den Kredit im Optimalfall ablösen könnte. Neben den Zinsen schlägt aber auch die Inflation zu. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man auf lange Sicht mit einer Kreditfinanzierung überhaupt einen Gewinn erzielen kann, wenn man nicht einfach nur Glück hat.

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@urvater

Deine Aussagen sind mir zu pauschal. Es gibt Banken die bieten ihren gut situierten Kunden Lombardsätze von 0,2 bis 0,3 Prozent an (Consors leider nicht).

Wenn man damit festverzinsliche Anleihen mit 8 % kauft (Deutsche Bank A0TU30 oder CMA CGN) macht man auch nach Steuern noch ein gutes Geschäft bei akzeptablem Risiko.

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@juvol

Aus diesem Grund habe ich auch "allgemein" geschrieben. Offentlich, für jeden einsehbar würde ich aber immer davon abraten Wertpapiergeschäfte über einen Kredit zu finanzieren. Ein zufällig hier reinschauender User könnte sonst schnell einem Irrtum unterliegen.

 

Einzelfälle kann man gesondert betrachten, wenn man mehr Informationen hat. 

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@juvol

 

Dein Beispiel ist leider nicht nachvollziehbar. Wenn das Risiko dieser beispielhaften 8%-Anleihen wirklich so niedrig wäre, dann würde die Bank selbst diese aufkaufen und nicht dir einen Kredit für nur 0,2% geben, um dieses Geschäft zu machen... Das widerspricht jeglicher Logik...

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@as_no5

Sofern du nicht über einen mindestens 8-stelligen Depotwert verfügst, wirst du auch nicht zu diesen Konditionen kommen. Für Banken sind solle Kredite ohne Risiko und in Zeiten negativer Zinsen ein Geschäft. Wenn du mal in den Foren der großen Jungs unterwegs bist, wirst du sehen, dass da die meisten mit Lombard arbeiten und diese Beispiele real sind.

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@juvol

Genau, in den Foren für die "großen Jungs" sind Leute unterwegs, die diese Konditionen auf Grund ihres mindestens 8-stelligen Depotwerts erhalten und sich darüber austauschen... Alles offen gelegt und nachvollziehbar selbstverständlich...

 

Dabei waren die Konditionen nicht mal mein Bedenken...

Wieso sollte eine Bank nicht selbst eine "sichere" 8%-Anleihe kaufen, sondern dir das Geld für einen Bruchteil geben, um dieses Wahnsinnsgeschäft abzuschließen? Ich sage nicht, dass das in der Realität nicht passiert, jedoch ist diese Anleihe dann keinesfalls risikolos und die 8%-ige Rendite entspricht auch einem äquivalenten Risiko.

 

Es gibt in der Finanzbranche nicht umsonst das Denken, dass der Privatanleger immer der Dumme ist... Wenn ein Wertpapier was taugt, ist es als Privatanleger extrem schwer, das zu einem fairen Preis zu bekommen. Da ist meist der größte Teil des Gewinnpotentials bereits abgeschöpft...

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Kaufen kann diese Anleihen jeder und natülich besteht das Insolvenzrisiko des Unternehmens. Aber bei einer Deutschen Bank ist dieses Risiko doch wohl beherrschbarSmiley (fröhlich) und die gibts sogar in 1000er Stückelung.

Wer den Mut hatte 2009 einzusteigen konnte das Papier sogar zu halben Kurswert kaufen.

Die Kleinanleger müssten sich halt um Geldanlagen kümmern und einlesen, dann werden sie auch nicht verarscht.

Aber das ist hier nicht das Thema, hier gehts um kreditfinanzierte Wertpapiergeschäfte und die sind bei einem günstigen Lombardsatz für festverzinsliche Papiere durchaus eine Überlegung wert.

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Hallo @Mitglied114,

 

also meine Meinung dazu ist, das Hebeln generell natürlich eine verlockende Möglichkeit ist das eigene Geschäftsmodel zu pushen. Nicht umsonst arbeiten so viele Firmen mit Krediten.

 

Ich muss gleich dazu sagen, ich mache das nicht mehr. Ich empfinde als als Privatanleger als keine besonders "gesunde" Form des Investierens. Aber ich verteufel das Ganze aber auch nicht generell. Im Gegenteil halte ich mir die Kreditlinie bereit, weil ich gedenke in einer extrem Crash-Situation auf ganz große Einkaufstour zu gehen und das womöglich auch begrenzt auf Kredit. Das ist aber natürlich ein anderes Szenario.

 

Ich denke das kann absolut Sinn machen wenn man sich das gut durchrechnet und auch völlig unwahrscheinlichen Risiken mit in die Kalkulation nimmt. Für mich gibt es da ein paar extrem wichtige Punkte über die man sich wirklich Gedanken machen sollte.

 

  • Ist man in der Lage den Kredit aus eigenen Mittel zurückzuzahlen?
  • Ist man in der Lage beim plötzlichen Verlust des Kreditrahmens eine andere Finanzierung auf die Beine zu stellen?
  • Ist das Ganze überhaupt wirtschaftlich und hat man einen Plan, sollte sich das Umfeld unerwartet gegen einen verschlechtern?

 

Also so ganz generell sollte einem einfach klar sein, das jeder Kredit einen in die Situation von Abhängigkeit bringt und das ist einfach ein zusätzliches Risiko. Ohne das einen die Bank wegen eines Kredit in der Hand hat, schläft man in wirtschaftlichen schwierigen Zeiten einfach besser.

 

Dann sollte der Schluck aus der Flasche nicht größer sein als das man man noch bewältigt bekommt wenn alles schief geht. Die dringliche Frage ist also, bin ich in der Lage den Kredit in absehbarer Zeit z.B. aus meinem Gehalt zurück zu bezahlen? Kannst Du also sagen wir 500 Euro im Monat aufbringen sind die 15.000 Euro schon recht happig aber vermutlich gerade noch so zu bewältigen. Mir wäre diese Konstellation allerdings bereits zu riskant.

 

Zweitens sollte man sich Gedanken machen was passiert wenn einem der Wertpapierkredit plötzlich gekündigt wird. Bin ich also in der Lage das Geld irgendwie kurzfristig aufzutreiben und mittelfristig anders zu finanzieren? Mit Kurzfristig meine ich da durchaus wenige Stunden bis 1-2 Tage. Da spielt dann der Zins auch keine Rolle. Ich habe mir für Notfälle einen etwas höheren Disporahmen bei meiner Hausbank einrichten lassen, als Notfallreserve für alle Lebenslagen, bis eine anderen Finanzierung steht.

 

Und zuletzt muss man sich eben ganz genau durchrechnen ob sich das Ganze überhaupt rentiert und wie man sich gegen veränderte Rahmenbedingungen absichert. Die Gefahren das die Zinsen schneller ansteigen oder die Renditen nicht so ausfallen wie erwartet sind doch relativ hoch bei der Konstellation Wertpapierkredit ohne Zinsfestschreibung und Hoffnung auf Kursgewinne die absolut nicht garantiert sind.

 

Für mich ist klar das ist einen Wertpapierkredit immer nur für kurzfristige Liquidität geeignet ist. Ein Szenario über mehrere Jahre wäre mir ohne festen Zinssatz einfach viel zu riskant. Kursgewinne auf ETFs sind mir auf der Gegenseite keine sichere Einnahmequelle. Das müsste schon eher eine grundsolide Anleihe oder ein sehr zuverlässiger Dividendenzahler sein. Und selbst da finde ich steht das Kursrisiko eigentlich keinem Verhältnis, wenn man den Kredit aus dem Verkauf des Aktienpakets zurück zahlen müsste, statt nur seine Sparraten vorweg zu nehmen.

 

Ich hoffe das hilft Dir etwas weiter mit Deinen Überlegungen.

 

Gruß

Myrddin

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