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Die Vorabpauschale - das sollten Anleger wissen

von am ‎16.04.2019 09:36
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Die Vorabpauschale ist Teil der gesetzlichen Neuregelungen der Investmentsteuerreform. Seit Anfang 2019 werden künftige Wertsteigerungen von Fonds erstmals vorab besteuert. Für wen gilt die Vorabpauschale? 

 

Diese Vorabbesteuerung gilt für Fonds, die ihre Erträge voll oder zum großen Teil thesaurieren. Das bedeutet: Fonds, deren Erträge nicht an die Anleger ausgeschüttet werden, sondern die Erträge weiter in Fonds investieren, werden vorab besteuert. Früher lief die Besteuerung von thesaurierenden Fonds anders: Die Erträge blieben zunächst steuerfrei und wurden erst dann besteuert, wenn der Anleger die Fondsanteile verkaufte. Insbesondere ETF-Fonds, die mit der Zusammensetzung ihres Fondsvermögens einen bekannten Index wie zum Beispiel den DAX oder den NIKKEI nachbilden, thesaurieren ihre Gewinne bislang. Als Konsequenz der neuen Vorabbesteuerung haben einige Anbieter ihre Fonds umgestellt, sodass sie jetzt jährliche Ausschüttungen an ihre Anteilseigner erbringen. Der Gesetzgeber hat die Vorabpauschale eingeführt, um sicherzustellen, dass auch Investoren, die Anteile an thesaurierenden Fonds halten, Jahr für Jahr einen Mindestbetrag versteuern.

 

Hinweis: Die Vorabpauschale kommt bei Fondsanteilen, die Sie im Rahmen von Riester- oder Rürup-Verträgen ansparen, nicht zum Tragen. Hier bleibt es bei der bisherigen Regelung, die eine Besteuerung erst nach dem Verkauf der Anteile vorsieht.

 

Die Ermittlung der Höhe der Vorabsteuerpauschale

 

Die Depot-Bank muss die Berechnung dieser Pauschale vornehmen. Für diesen Zweck stellt sie zunächst fest, wie hoch der Basisertrag des Fonds ausfällt. Ein Berechnungsschema finden Sie hier. Damit es nicht zu einer Doppelbesteuerung kommt, werden die bis zum Veräußerungszeitpunkt an das Finanzamt abgeführten Vorabpauschalen von der Steuer auf den Veräußerungsgewinn bei einem späteren Verkauf wieder abgezogen.

 

Vorabpauschale.jpg

 

Worauf muss ich achten?

 

Die depotführenden Banken sind verpflichtet, die Vorabpauschale ans Finanzamt abzuführen. Aus diesem Grund dürfen die erforderlichen Beträge zur Abführung der Steuer auf die Vorabpauschale direkt vom Girokonto oder einem anderen Einlagenkonto des Anlegers eingezogen werden – auch ohne dessen Einwilligung.

 

Information für Kunden:

 

Die Consorsbank wird für die Belastung nur das Verrechnungskonto heranziehen. Bitte sorgen Sie für ausreichend Deckung. Es wird mehrfach versucht, offene Steuerbeträge zu belasten, sofern keine ausreichende Liquidität zur Verfügung steht. Bei erfolglosem Belastungsversuch erhalten Sie eine Meldung im Online-Archiv. Ein Berechnungsbeispiel sowie weitere Informationen über die Vorabpauschale finden Sie auf unserer Steuerseite.

 

Tipp: Sie können Ihren Sparer-Pauschbetrag - soweit er nicht bereits für andere Investments voll ausgeschöpft ist - nutzen, um eine Belastung mit der Vorabpauschale zu vermeiden. Der Sparer-Pauschbetrag hat für ledige Steuerpflichtige eine Höhe von 801 Euro und für verheiratete von 1.602 Euro. Damit die Bank die Abführung der Vorabpauschale auf dieser Grundlage nicht durchführt, muss der Depot-Inhaber rechtzeitig einen Freistellungsauftrag in ausreichender Höhe hinterlegen. Wird dies versäumt, besteht die Möglichkeit, den zu viel abgeführten Betrag über die jährliche Einkommensteuererklärung zurückzuerhalten.

 

Fazit:

 

  • Die Vorabpauschale nimmt die Besteuerung von Veräußerungsgewinnen von thesaurierenden Fonds vorweg
  • Sie wird mithilfe eines Berechnungsschemas auf der Grundlage des Basiszinssatzes und des Fondskurses zu Beginn des Versteuerungszeitraums ermittelt
  • Dabei gilt die Voraussetzung, dass die Anteile im relevanten Zeitraum tatsächlich eine Wertsteigerung erzielt haben

 

Dieser Artikel ersetzt keine Steuerberatung. Er klärt lediglich allgemein über steuerliche Themen auf. Die Blogredaktion übernimmt damit keine Gewähr und/oder Haftung für die Vollständigkeit und Aktualität sowie Richtigkeit der Inhalte.