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lovecats
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Nachricht 1 von 4 (1.442 Ansichten)

Unwissenheit und falsche Fährten

Hallo!

Es ist erst wenige Jahre her, dass allgemein geraten wurde, man müsse unbedingt schnell in Öl einsteigen, denn es geht demnächst zu Ende. Solche Dinge spricht einer aus und viele quaken es nach. Aber jetzt weiß man, die Reserven sind noch sehr beträchtlich, und ein Krieg gegen fracking durch die Saudis macht Öl zur Ramschware. Hoffentlich steigt der Ölpreis wieder nachhaltig, nicht übermäßig. Das würde der ganzen Weltwirtschaft und den Anlegern helfen.

Vor 3 Jahren quakte alles, dass die emerging markets im Kommen sind, und in Europa und USA nichts mehr zu holen sei.

Habe ETF gekauft

lyx0b0    Latinamerica

     Tatsächlich ging es Brasilien damals sehr gut. Aber was ist jetzt aus dem Land geworden? Verlust über 20 %-

lyx0ak     Türkei. Was macht Erdogan aus der Türkei? Verlust 30 %.

lyx0cw     Malaysia. Wahrscheinlich wie LA trumpgeschädigt. Außlerdem gab es dort, habe ich in den Nachrichten gehört, eine Korruptionsentwendung aus der Staatskasse in Milliardenhöhe.

Also Vorsicht vor dem Gequake in Finanzkreisen!

Natürlich habe ich nicht mein ganzen Geld in diese 3 ETF*s gesteckt.

Bin zwar alt, aber vielleicht erlebe ich es noch, dass die politischen Schäden in diesen 3 Fonds noch überwunden werden.

Gruss

Myrddin
Enthusiast
Beiträge: 846
Registriert: 08.12.2014
Nachricht 2 von 4 (1.406 Ansichten)

Betreff: Unwissenheit und falsche Fährten

Wer sich nach den Tipps von Brokern richtet, kann auch einen Frisör fragen, ob er einen neuen Haarschnitt empfiehlt.

Warren Buffett

 

Tipps und Prognosen sind halt so eine Sache. Letztlich ist jeder Anleger für eine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich. Man macht es sich etwas einfach auf "allgemein" "einer" "quakte alles" zu schimpfen, wenn die Entscheidung die falsche war. Ich denke es ist von entscheidender Wichtigkeit den Fehler niemals bei Anderen, sondern generell bei sich selbst zu suchen und daraus zu lernen. Die Frage ist also immer was war der Fehler und was kann ich das nächste Mal besser machen.

 

In Deinem Fall war vermutlich der Fehler dass Du zu gierig warst (übrigens regelmäßig auch mein Problem). Du hast trotz Deines, wie Du sagst hohen Alters, auf einen Markt gesetzt der ein überdurchschnittlich hohes Wachstum, eine überdurchschnittliche Rendite verspricht. Hohe Chancen gehen aber in der Regel auch mit einem hohen Risiko einher. Und weil nun doch Alles anders gekommen ist, ist Dir das höhere Risiko wunderschön auf die Füße gefallen. Und daran Schuld hat nicht "allgemein" "einer" "quakte alles", sondern Du. :-)

 

Die Frage ist also wieso Du, wissend das Du einen relativ kurzen Anlage-Horizont hast, auf riskante Märkte gesetzt hast? Ich nehme an Dir geht es hauptsächlich um Vermögenserhalt. statt Vermögensausaufbau. Da sollte es doch reichen in z.B. MSCI World ETF zu investieren. Den Inflationsausgleich sollte man damit eigentlich auch schaffen.

 

Bitte jetzt nicht als Angriff verstehen, sonder als Reflektion. Mir ist seit ich aktiv in Wertpapiere investiere, klar geworden das die eigene Psychologie und Strategie die entscheidenden Faktoren für den Erfolg beim Investieren sind. Nur wer eine klare Strategie hat und seine Psychologie so weit im Griff hat diese konsequent umzusetzen wird erfolgreich sein bei der Geldanlage. Einfach nur in irgend was zu investieren, was gerade Jemand empfohlen hat, geht nur mit viel Glück nicht in die Hose.

 

Gruß

Myrddin

Euphorion
Enthusiast
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Nachricht 3 von 4 (1.383 Ansichten)

Betreff: Unwissenheit und falsche Fährten

Wirklich gute Analysten gibt es wenige. Und selbst die wenigen wirklich guten ersetzen nicht die Notwendigkeit sich eine eigene Meinung zu bilden.

 

Vor allem das, was Privatinvestoren vorgesetzt bekommen ist meist wirtschaftlichen Zwängen unterworfen. Von "Hausmeinungen" über 10-fach-Compliance-weichgewaschen hin zu "Konsenzmeinungen".

Letztendlich werden 99% aller Analysten den Weg des geringsten Risikos wählen. D.h. Dinge empfehlen, die gut gelaufen sind und/oder sich sehr nahe am Durchschnitt der Anylystenprognosen bewegen.

Geht es auf, kann sich der Analyst auf die Schulter klopfen ob seiner vortrefflichen Vorhersage. Geht es schief war es halt unvorhersehbar ("es lagen ja alle daneben").

 

Die allermeisten Analysten wissen sicherlich sehr viel über die "analysierte Sache" - allerdings sagt das immer noch nichts darüber aus, ob auch eine zutreffende (Preis-) Prognose getroffen werden kann.

 

Ich persönlich gebe Null Komma Nichts auf irgendwelche Kauf-/Verkaufempfehlungen und auch Preisprognosen blende ich aus. Mich interessieren wenn überhaupt nur inhaltliche Ideen, auf Basis derer ich mir meine eigene Meinung bilde.

 

Sich als Privatinvestor ein wildes Sammelsurium verschiedenster Länder-/Themen-ETFs  ins Portfolio zu legen halte ich als wenig zielführend. Dannn lieber eine wie auch immer geartete Mischung aus MSCI World und MSCI EM, damit hat man schonmal sehr viel abgedeckt.

 

Aber wie @Myrddinschon ausführte, solange einen niemand unter vorgehaltener Pistole zur Aufgabe eine Kauforder gezwungen hat, hat man selber die Entscheidung getroffen und sollte dann auch mit den Konsequenzen leben (können).

erich12
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Registriert: 12.12.2016
Nachricht 4 von 4 (1.335 Ansichten)

Betreff: Unwissenheit und falsche Fährten

[ Bearbeitet ]

@lovecats

Wer als Börsianer den Sirenenklängen der Börsengurus willenlos folgt, erlebt meist ein Debakel.

Häufig wird ja dann geklingelt, wenn die Kurse auf Höchststand sind und die Gurus ihre fetten Gewinne realisieren.

Wenn du schon Ölwerte und Brasilien nennst, war die Empfehlung gar nicht so schlecht.

Ja, die Ölwerte sind mächtig eingebrochen. Der Ölpreis notierte zeitweise bei 30USD per Gallone.

Das war ein idealer Zeitpunkt , Ölaktien en masse zu kaufen. Man musste natürlich ertragen können, dass die Kurse nochmal richtig in den Keller gingen.

Und jetzt: Die Kurse der großen Firmen haben sich mächtig erholt, stehen sehr gut im Plus. Und zwischendurch gab es satte Dividenden.

Besonders tief, aber auch besonders hoch lief es bei brasilianischen Werten. Petrobras ist jetzt mein größter Gewinner.

Bei Rohstoffwerten sieht es ähnlich aus. Einige Werte erzielten über 100% Kursgewinn in diesem Jahr.

Börsengewinne sind Schmerzensgeld. Erst kommt der Schmerz , dann das Geld .(Kosto)

Wer Verluste, real oder auf dem Papier, nicht ertragen kann, hat auch nicht die  Geduld, Gewinne laufen zu lassen. Die Öl- und Rohstoffpreise haben noch lange nicht ihre Höchststände erreicht.

Warum sollte man dann solche Aktien mit sattem Gewinn verkaufen, vor allem, wenn sie eine tolle Rendite auszahlen?