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mac
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Steuerliche Konsequenzen beim Kauf von amerikanischen Aktien

Hallo zusammen, kann mir jemand helfen bei folgender Frage? Ich interessiere mich für amerikanische AKtien. Welche steuerliche Konsequenzen hat der Kauf von amerikanischen Aktien. Muss dann Steuer in USA gezahlt werden. Würde ich dann von FATCA Regulierung erfasst?  Vielen Dank voran für Tips. Mac.

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Mic14
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Betreff: Steuerliche Konsequenzen beim Kauf von amerikanischen Aktien

[ Bearbeitet ]

Hallo mac,

 

bei ausländischen Aktien musst du immer nach der Quellensteuer schauen. Bei Aktien aus den USA musst du 15% Quellensteuer an die USA zahlen. Hier in Deutschland werden dir 25% Kapitalertragssteuer berechnet. Deutschland verrechnet bis zu 15% Quellensteuer mit der Kapitalertragssteuer 25%.

Also: 15% USA, 10% Deutschland

 

Wenn du deinen Kapitalfreibetrag hinterlegt hast, gilt: dass wenn du noch nicht deinen Kapitalfreibetrag von 801 € (Single) bzw. 1602 € (Ehe) überschreitest, dass hier trotzdem 100 % des Bruttogewinns angerechnet werden. (Obwohl die USA 15 % Steuern behalten haben)

 

btw: sehr viele US-Firmen zahlen super Dividende und erhöhen jährlich trotz Finanzkrisen

 

Beispiel:

 

Du erhälst pro Aktie 1,00 $ Dividende

15% gehen an die USA

Das macht 0,85 $ Dividende

 

Da du bereits in den USA 15 % Steuern gezahlt hast, musst du hier nur 10 % Steuern zahlen. Also: 0,10 $ an das deutsche Finanzamt.

 

Die 1,00 $ Dividende wird mit dem aktuellen Dollarkurs (in diesem Moment: 1,3569) in € umgerechnet. Das macht: 0,74 €. Dieser Betrag wird von den 801 € oder 1602 € abgezogen (falls angegeben).

 

Du erhälst auf deinem Konto 0,85 $ bzw. 0,63 € pro Aktie.

Hast du deinen Kapitalfreibetrag bereits verbraucht, erhälst du 0,75 $ / 0,55 €.

 

Wenn du in Deutschland wohnst und Großbritannienaktien hälst, musst du keine Quellensteuer zahlen. Das macht noch Sinn, wenn du deinen Kapitalfreibetrag nicht verbraucht hast. Dort gibt es auch super Dividendenzahler.

 

Amerikanische Unternehmen zahlen die Jahresdividende in der Regel 1/4 jährlich. Britten zahlen in der Regel 1/2 jährlich und in Deutschland in der Regel 1 jährlich.

 

In einigen Ländern zahlt man mehr als 15% Quellensteuer (bspw. 30 %). Dann kannst du mit dem ausländischen Finanzamt über sehr komplizierte Wege Kontakt aufnehmen, ein Formular ausfüllen und ggf. hohe Gebühren zahlen und 15 % Steuer zurückfordern.

 

Soli- und ggf. Kirchensteuer müssen auch noch gezahlt werden...

 

Da ich nicht steuerrechtlich beratend sein darf, musst du das natürlich nochmal mit deinem Steuerberater / Finazamt klären.

 

Ich hoffe, ich habe das so richtig erklärt

 

MfG

Mic14

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mac
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Nachricht 3 von 14 (37.351 Ansichten)

Betreff: Steuerliche Konsequenzen beim Kauf von amerikanischen Aktien

Vielen Dank MIC 14, das war wirklich sehr hilfreich!

Mac

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Berliner76
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Nachricht 4 von 14 (37.276 Ansichten)

Betreff: Steuerliche Konsequenzen beim Kauf von amerikanischen Aktien

Ich danke auch für die gute Erklärung. Wüssten Sie vielleicht auch, wie es dann ist, wenn ich einen Fonds wie A1JJAB über CC kaufe - der zwar global tätig ist, aber in Irland registriert ist?

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Mic14
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Nachricht 5 von 14 (37.269 Ansichten)

Betreff: Steuerliche Konsequenzen beim Kauf von amerikanischen Aktien

Hallo Berliner76,

 

vielen Dank für das Feedback.

 

Sorry, dazu kann ich Ihnen leider keine Antwort geben. Ich denke, dass es ähnlich wie bei Aktien ist. Die ISIN ist IE00B3M0BZ05. Das IE steht für Irland. Sollte dann also die Quellensteuer von Irland anfallen, falls Irland eine Quellensteuer berechnet.

 

schönen Abend

Mic14

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gebeutelter1
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Betreff: Steuerliche Konsequenzen beim Kauf von amerikanischen Aktien

hallo,

was ist denn, wenn du unter 25% steuern in deutschland liegst?  gilt dann die regelung 15% amis und zb. 6% schäuble?

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Mic14
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Betreff: Steuerliche Konsequenzen beim Kauf von amerikanischen Aktien

[ Bearbeitet ]

Hallo gebeutelter1,

 

der amerikanische Fiskus bekommt jedenfalls die 15 %.

 

Bei 21 % Kapitalertragssteuer sollten es  6 % sein. Das hätte zur Folge, dass der Soli und ggf. die Kirchensteuer von den 6 % berechnet werden. Das wäre also auch nochmal eine Steuerersparnis.

Unter welchen Voraussetzungen muss man weniger Kapitalertragssteuer zahlen?

Du solltest hier mit dem Finanzamt/Steuerberater Kontakt aufnehmen.

 

PS: die US-Amerikaner sind für Investoren bspw. viel angenehmer als die Schweizer. Eigentlich müssen wir in den USA 30 % Quellensteuer zahlen. Unter der Voraussetzung, dass wir in Deutschland leben und eine deutsche Staatsangehörigkeit haben, müssen wir nur 15 % Quellensteuer zahlen. Als ich zu Cortal Consors (jetzt Consorsbank) gewechselt bin, hat die Consorsbank das registriert, sodass ich nur 15 % zahlen muss. Wer trotzdem 30 % zahlt, sollte das Formular W-8BEN ausfüllen und an die Consorsbank senden.

Die Schweizer behalten gleich 35 % Quellensteuer. 20 % kann man sich gegen Gebühren wiederholen.

 

schönes Wochenede

Mic14

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phlips
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Betreff: Steuerliche Konsequenzen beim Kauf von amerikanischen Aktien

Hallo zusammen,

 

bin über die Suche auf das Thema gestoßen, denn es passt gut zu meiner jetzigen Frage.

 

Auf meine nun ausgezahlte Dividende wurden die 15% amerikanische Quellensteuer abgezogen, für meinen Freibetrag trotzdem 100% des Bruttogewinns angerechnet.

Das ist ja dann zu meinem Nachteil, denn der Freibetrag erlässt mir prinzipiell 25% Steuer, nun wird aber ein Betrag eingerechnet, den ich nur noch mit 10% versteuern müsste.

 

Ist es dann sinnvoller keinen Freibetrag anzugeben? Oder kann ich das später in der Steuererklärung wieder ausgleichen?

 

Voraussetzung für die Überlegung ist, dass ich meinen Freibetrag sowieso überschreite und somit andere Erträge, die ich mit 25% versteuern müsste, hierauf ansetzen kann.

 

Gruß,

phlips

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SkyHH
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Nachricht 9 von 14 (36.379 Ansichten)

Betreff: Steuerliche Konsequenzen beim Kauf von amerikanischen Aktien

[ Bearbeitet ]

Mic14, auch eine Frage zu den amerikanischen Aktien.

 

Die 15% seitens der USA durch das WE8BN-Formular sind für mich verständlich.

Zahlst Du dann in BRD nur noch 10%?

 

Zitat

Spoiler
Da du bereits in den USA 15 % Steuern gezahlt hast, musst du hier nur 10 % Steuern zahlen. Also: 0,10 $ an das deutsche Finanzamt.


 

Momentan habe ich eine Aktie aus den USA, da werden 15% an der Quelle abgezogen. Hier wird dann der Restwert weiter mit 25% + Soli belastet.

 

Oder liegt es an meiner Aktie, die evtl. speziell ist? WKN:  A1J6VM 

 

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Mic14
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Nachricht 10 von 14 (36.292 Ansichten)

Betreff: Steuerliche Konsequenzen beim Kauf von amerikanischen Aktien

Hallo @phlips
hallo @SkyHH ,


sorry, dass ich erst jetzt antworte.


Der Bruttobetrag einschließlich Quellensteuer wird immer vom Freibetrag abgezogen. Das ist so! Ich habe heute die Dividende von McCormick & Company bekommen. Die USA ist so freundlich und berechnet anstatt 30% nur 15% Quellensteuer, wenn man das Formular W-8BEN (http://www.dsw-info.de/?id=688) ausgefüllt und an die Bank/Broker gesendet hat. Andernfalls muss man sich die anderen 15% vom amerikanischen Fiskus holen.


In Deutschland müssen nur 10% Steuern gezahlt werden, da bis zu 15% Quellensteuer mit der Kapitalertragssteuer verrechnet werden. Von den 10% Kapitalertragssteuer werden dann noch der Soli und ggf. die Kirchensteuer berechnet. Werden trotzdem 25% verrechnet, sollte man sich die zuviel gezahlten 15% vom deutschen Fiskus wieder holen können.


@SkyHH
Es werden immer bis zu 15% Quellensteuer mit der Kapitalertragsstgeuer (25%) verrechnet.
Beispiel:
USA ohne W-8BEN: 30% Quellensteuer + 10% Kapitalertragssteuer = 40%
USA mit W-8BEN: 15% Quellensteuer + 10% Kapitalertragssteuer = 25%
Schweiz: 35% Quellensteuer + 10% Kapitalertragssteuer = 45%
Japan: 7 % Quellensteuer + 18% Kapitalertragssteuer = 25%


Quellensteuerliste (runterscrollen)
http://www.anlegerplus.de/home/aufwendige-quellensteuer


Das Formular W-8BEN hat also nur den Vorteil, dass du dich nicht mit dem amerikanischen Fiskus in Verbindung setzen musst.
Bei den Schweizern musst du bspw. nachträglich die Steuern zurückholen, was mit Gebühren und viel Aufwand verbunden ist.


@phlips
Du findest hier (http://www.anlegerplus.de/home/aufwendige-quellensteuer) bei "Nichts entgehen lassen" weiter unten eine Info zu deiner Frage. So wie ich es verstehe, hat man also einen Nachteil, wenn man den Freibetrag mit Kapitalerträgen verrechnet, wo eine Quellensteuer enthalten ist.


Zitat von anlegerplus.de
Je nach steuerlicher Situation kann es daher vorteilhaft sein, zwei Depots zu führen und ein Depot ohne Freibetrag auszustatten und in dieses dann nur die ausländischen Titel einzukaufen, bei denen der ausländische Fiskus Quellensteuer erhebt.


Das ist eigentlich ein Unding, wenn man genauer darüber nachdenkt.


Da ich nicht steuerrechtlich beratend sein darf, müsst ihr das natürlich nochmal mit eurem Steuerberater/Finanzamt klären.


Ich hoffe, ich konnte damit eure Fragen beantworten.


schönen sonnigen Abend wünscht
Mic14