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
Aufsteiger
Beiträge: 3
Registriert: 18.02.2014
In China ist in letzter Zeit das Boersenfieber ausgebrochen. Zunaechst schien es, dass es nur nach oben geht und nachdem private Anleger (die frueher nicht direkt an der Boerse spekulieren konnten) nun ebenfalls an der Boerse sind, gab es die letzten Monate ja kein Halten mehr. Alle Anzeichen standen / stehen auf 'Blase' und diese platzt ja nun gerade. Allerdings haben gerade die Festlandboersen in China ein oder zwei Besonderheiten, die man als Anleger kennen sollte So gibt es z.B. einen Cap, wie viel die Boerse pro Tag nach oben oder unten schwanken kann. Aktuell liegt diese bei +/- 10%. Diese Grenze kann aber jederzeit von den Behoerden veraendert werden (vor allem ohne Vorankuendigung oder Vorwarnung). Was in den letzten Tagen noch passiert, ist aber noch Folgendes: Es gibt an der Boerse dort Regeln, dass einzelne Aktien vom Handel ausgesetzt werden koennen, sofern es nahende ‘material news’ (z.B. massive Restrukturierungen oder Gewinneinbrueche etc.) gibt. Dies gibt es auch bei anderen Boersen ABER in China koennen die Unternehmen einen Antrag stellen, vom Handel ausgesetzt zu werden und aktuell liegen der dortigen Boersenaufsicht entsprechende Antraege von sage und schreibe 25% der Einzelaktien vor – noch einmal 25% der in Shanghai und Shenzehn gehandelten Titel!!! Scheinbar versuchen die Unternehmen massiv sich vom Handel aussetzen zu lassen, um sich dem Verfall der Aktienkurse (der aktuell ja munter weiter geht) zu entziehen … das ist Marktausnutzung auf chinesisch … So ganz ausgereift ist das System dort also noch nicht bzw die chinesischen Unternehmen versuchen es aus zu nutzen, zu manipulieren etc … Das alles laeuft auch sehr intransparent ab. Die Blase wurde auch dadurch befeuert, dass Chinesen in China tatsaechlich nur wenige Moeglichkeiten haben, ihr Geld anzulegen. Zinsen auf Sparkonten gibt es nicht, Ins Ausland duerfen Chinesen ihr Geld nicht (oder nur in sehr geringem Aussmasse) transferieren (pro Person 50000 USD pro Jahr). In der Vergangenheit war daher der Immobilienkauf in China, der graue Kapitalmarkt oder die eigene Firma der einzige Weg, Geld zu investieren. Die Immobilien in 1a Staedten (Shanghai, Peking etc.) sind mittlerweile astronomisch teuer und der graue Kapitalmarkt ist immens riskant. Nun kommt die Boerse dazu und da Zocken in China kulturell akzeptiert und Teil der Gesellschaft ist, gehen viele der kleinen Leute mittels Bankkredite an die Boerse. Sie verspielen in einer Situation wie dieser sprichwoertlich alles, was sie haben. Erste Suicide gab es bereits. Daher mein Rat, sich sehr genau zu informieren, wenn man direkt in China investieren will. Das geht ueber die Boerse in Hongkong eher gut (ausgereifte Boerse, transparent, viele Blue Chips) die Festlandboersen in Shanghai und Shenzhen wuerde ich aktuell meiden. Alles Gute an die Community und viel Erfolg beim Investieren Martin P.S. zu mir: ich lebe und arbeite seit 7 Jahren in Shanghai, nicht im Investmentbereich, bin dort aber privat sehr interessiert. Aktuell bin ich lediglich ueber einen Fonds (China Consumer Fonds in USD) in China investiert.
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
Routinierter Autor
Beiträge: 117
Registriert: 13.11.2014

Vielen Dank, schöner Einblick. Da freut man sich doch, in letzter Zeit dem Herdentrieb widerstanden und dort nur wenig Geld versenkt zu haben.

Obwohl ich ja nix von Market Timing halte verschieb ich den Kauf von Chinazeugs erstmal in die Zukunft und überlege, was ich mit der doofen Einzelposition Alibaba mache, die ich mir leichtsinnigerweise renditemindern ins Depot gelegt habe.


Aufsteiger
Beiträge: 3
Registriert: 18.02.2014
mir geht es mit Alibaba aehnlich ... habe mir eine kleine Position zugelegt, aktuell aber derzeit im Minus. Allerdings denke ich, dass Alibaba langfristig wieder kommt, da es sich um eine (globale) Plattform Strategie handelt. Viele Aktien im Shanghai / Shenzhen Index sind kleinere (Tech) Firmen, die mit limitiertem Produktportfolio sowie eng begrenztem Kundenkreis das schnelle Geld suchen (fuer die Eigentuemer). Das mag nun etwas verallgemeinert sein aber was ich hier so an Mentalitaet in den letzten Jahren erlebt habe: jeder ist sich selbst der Naechster

Weiterhin viel Erfolg beim Investieren

Martin
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