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Beiträge: 3
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Liebe Community,

 

ich habe einige Aktien von Johnson Controls (ISIN IE00BY7QL619). Das Unternehmen ist in Irland registriert, deshalb wird auch die irische Quellensteuer fällig. Weiß jemand von euch, wie hoch der aktuelle Prozentsatz der irischen Quellensteuer auf Dividenden deutscher Anleger ist? 

Vielen Dank für eure Hilfe!

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
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Hallo, @Cathy2022 ,

der aktuelle Prozentsatz der irischen Quellensteuer auf Dividenden deutscher Anleger (und EU-Anleger und Anleger aus sonstigen Staaten, mit welchen Irland ein DBA abgeschlossen hat, beträgt erfreuliche 0%.

 

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
Aufsteiger
Beiträge: 3
Registriert: 29.07.2022

Hallo stocksour,

danke für deine schnelle Antwort. Ich war genau derselben Meinung wie du. Leider hat consors mir aber 25% Quellensteuer von meinen Dividenden von Johnson Controls abgezogen und mir die Auskunft gegeben, dass die Erstattung seitens Consors nicht möglich sei.

Ich hätte nur die Möglichkeit, mir die Quellensteuer von den irischen Steuerbehörden erstatten zu lassen.

Der Haken: Hierzu verlangen die irischen Steuerbehörden einen Creditadvice und einen Tax Voucher. Dieser kann ausschließlich von der Lagerstelle erstellt werden. Die Lagerstelle erhebt für die Ausstellung des Creditadvice eine Gebühr von 60,00 Euro, für den TaxVoucher von 500,- Euro (jeweils zzgl. MWSt.).
Das ganze würde mich also weit mehr kosten, als meine Dividenden mir einbringen. Was ich aber auch nicht nachvollziehen kann, sind die 25% Quellensteuer. Ich finde in sämtlichen Quellen zur irischen Quellensteuer nur 20%, aber nicht 25% Quellensteuer.

Abgezogen hat Consors mir aber immer 25% bei bereits mehreren Dividenzahlungen. Eine Nachfrage beim Kundendienst dazu blieb bisher unbeantwortet...Bin echt verzweifelt, was jetzt stimmt.

Hat jemand hier im Forum auch Dividendenaktien von in Irland registrierten Unternehmen und kann mir berichten, was Consors da an Quellensteuer abzieht? Herzlichen Dank!

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
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Hallo, @Cathy2022 ,

grundsätzlich ist der irische Quellensteuersatz 0%, siehe hier im Downloadangebot des BZSt.

Zitat betr. Irland:

Dividenden: keine Quellensteuer für EU-Bürger und für Ansässige in DBA-Staaten

 

Dass man sich dazu die zunächst abgezogene Quellensteuer aufwendig zurückerstatten lassen muss/kann, steht natürlich auf einem anderen Blatt und wurde in diesem thread schon mit reichlich Frust diskutiert.


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Die Nachricht von @stocksour ist praktisch falsch, theoretisch richtig.

Eigentlich wird in Irland keine Quellensteuer abgerechnet. Das gilt aber nur, wenn der Aktionär den irischen Steuerbehörden als Deutscher bekannt ist. Dies muss  über die deutschen Banken mitgeteilt werden, was aber nicht gemacht wird. 

In diesem Fall belegen  die irischen Behörden die Dividende mit 25% . Die deutschen Finanzbehörden gehen aber davon aus, dass in Irland keine Quellensteuer erhoben wird und erheben deshalb ebenfalls 25% + Soli. 

Positiv ist , dass die irische Dividende erstattungsfähig ist. Der Antrag kann vom Anleger gestellt werden und kostet außer Aufwand und Portokosten nichts. 

Ich mache das seit Jahren für Medtronic, die den Wohnsitz aus den USA nach Irland verlegt haben.

Beim  Formular muss das  FA den Wohnsitz bestätigen. Manchmal tut sich das FA schwer, diese Unterschrift zu leisten, da einige Beamte diese Besonderheit beim Steuerrecht nicht kennen. 

Bei kleineren Beträgen würde ich mir das Rückführungsverfahren überlegen.

Für Dänemark habe ich auf Rückführung verzichtet, weil das nur online geht und jahrelang dauert. 

 

P:S: Ich werde demnächst versuchen, die Bank dazu zu bewegen, mich bei den irischen Behörden als EU Bürger zu melden, wie das gegenüber den US Behörden gemacht wird. Dann würde keine irische Quellensteuer fällig.   

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
Aufsteiger
Beiträge: 3
Registriert: 29.07.2022

Hallo Erich,

danke für deine Antwort. Da ich nicht so viele Aktien von Johnson Controls habe, werde ich wohl in den sauren Apfel beissen und die Quellensteuer abschreiben...

Ich war (und bin) nur verwirrt, weil ich bei mehreren Quellen gelesen habe, dass Irland nicht 25% sondern 20% Quellensteuere erhebt. U.a. steht das in einer aktuellen PDF-Quellensteuer-Liste des Bundeszentralsamts für Steuern...Ich hatte Consors deshalb um eine Quelleangabe für die 25% gebeten, aber leider nichts erhalten.

Diese Quellensteuer kann einem die Freude über die Dividenden echt vermiesen.

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
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Hallo allesamt,

 

Dividenden – goldgraf fasst die Quellsteuer-Problematik für verschiedene Länder (und Wohnsitz in Deutschland) ganz gut zusammen finde ich...

 

Ich persönlich finde den Quellsteuer-**bleep** als große soziale Ungleichheit - wieso?

 

Naja - für den Ottonormalbürger sind Renditen von Aktien aus Irland, Frankreich, Italien, etc. massiv gesenkt, da die doppelte Quellsteuer (bzw. deren Erstattung) einfach viel zu teuer ist. Bei 10.000€ Dividende aus Frankreich bspw. ist das natürlich irrelevant.

Ich verstehe auch nicht, wieso IN DER EU sowas nicht kommuniziert werden kann, aber die USA natürlich eine Extrarolle haben und denen mitgeteilt wird, dass man in Deutschland steuerpflichtig ist - das Bankgeheimnis/Datenschutzgrundverordnung/whatever lässt sich also prinzipiell durchaus brechen...

 

Vielleicht kümmert sich mal jemand um das Problem - könnte ja eigentlich bei einer FDP in der Regierung sowie einer Pro-EU-Regierung und Sozialdemokraten als größte Kraft durchaus auf die Agenda passen, schließlich geht es gegen den "kleinen Mann".

 

Vielleicht fehlt auch einfach mal die passende Petition...


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Registriert: 12.12.2016

@Haberschlachter 

Danke für den Link.  🤗Den Beitrag werde ich mir sofort ausdrucken.

@Cathy2022 

Deine Irritation hinsichtlich 20 oder 25% kann ich erklären. Früher wurden 20% einbehalten. 

Aktuell sind es 25%.

 

@all

Der Irrsinn steigerte sich in meinem Fall nochmals.

Im vorigen Jahr erhielt ich einen korrigierten Steuerbescheid, da auf  ausländische Steuern  angeblich keine Steuern gezahlt worden wären. In der Corona Zeit waren die Finanzämter geschlossen, so dass ich den "Irrsinn" per Post bzw. Mail klären musste.

 

Bei den ausländischen Steuern handelte es sich wohl um die irischen Steuern.

Ich habe dem Steuerbescheid widersprochen und ausführlich dem FA die Sachlage erklärt.

Das hat gewirkt. Ohne Erklärung und ohne Entschuldigung wurde der Steuerbescheid korrigiert und auf den alten Zustand zurück geführt.

 

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