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StreetScooter – E-Fahrzeuge für moderne Mobilität

von am ‎19.12.2017 12:40
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Nach dem durchschlagenden Erfolg von StreetScootern bei der Deutschen Post ist das Unternehmen auf Wachstumskurs.

 

StreetScooter-Flotte der DHL.jpg

 StreetScooter ist ein Tochterunternehmen der Deutschen Post

 

Während etablierte Autobauer und -Hersteller von Nutzfahrzeugen wie MAN, Scania oder VW überlegen, wie sich die drohenden Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in den deutschen Innenstädten verhindern lassen, befindet sich das Unternehmen StreetScooter in einer privilegierten Situation: Der Newcomer stellt ausschließlich Transport-Fahrzeuge mit Elektroantrieb her. StreetScooter gehört mittlerweile zum Deutsche Post-DHL-Konzern und beweist Modernisierungsgegnern, dass E-Mobilität ein erfolgversprechender Geschäftszweig ist.

 

Die Anfänge – von der Hochschule auf die Straße

 

Mit dem Projekt „StreetScooter“ wurde die RWTH Aachen University ihrem ehrgeizigen Motto „thinking the future“ mehr als gerecht. Mit neuartigen Last-Fahrzeugen für den städtischen Bereich gelang nicht nur das Vordenken eines tragfähigen Mobilitätskonzepts, sondern auch dessen Umsetzung – beides innerhalb einer rekordverdächtig kurzen Zeit. Die Wissenschaftler Achim Kampker und Günther Schuh entwickelten seit 2010, zusammen mit 80 mittelständisch orientierten Unternehmen, ein Elektrofahrzeug für die Bewältigung von Kurzstrecken, das neue Maßstäbe setzt. Im Jahr 2014 erfolgte der Bau der ersten Elektro-Autos. Erste Kunden waren unter anderem die Stadt Aachen und die Sparkasse Aachen.

 

StreetScooter als Post-Tochter

 

Die einzigartige Erfolgsstory von StreetScooter blieb der Deutschen Post nicht verborgen. Das führende deutsche Logistikunternehmen war schon lange auf der Suche nach umweltfreundlichen Zustellungsfahrzeugen. Überraschend schnell übernahm der Deutsche-Post-Konzern sämtliche Anteile an dem als GmbH geführten Unternehmen.

Bereits etwa zwei Jahr später, im Frühjahr 2016, konnte StreetScooter mit der Serienproduktion von Zustellfahrzeugen beginnen. Das erste Fertigungsjahr verlief durchaus zufriedenstellend: StreetScooter gelang es, die geplante Anzahl von 2.000 Autos herzustellen. Seitdem gehören die Fahrzeuge in knalligem Post-gelb mehr und mehr zum deutschen Straßenbild.

 

Logo StreetScooter.jpg

Quelle: StreetScooter

 

Ehrgeizige Pläne

 

Die Deutsche Post strebt an, Ihre gesamte Flotte an Zustellautos (etwa 70.000 Fahrzeuge) durch StreetScooter zu ersetzen. Eine kurzfristige Umsetzung dieses Ziels ist allerdings nicht zu erwarten, denn die Produktionskapazität der StreetScooter-Werke liegt gegenwärtig bei etwa 15.000 Stück pro Jahr.

 

Die elektrischen Scooter könnten gerade im Kontext der möglicherweise ausstehenden Diesel-Fahrverbote die Lösung für das Transport-Problem im städtischen Bereich darstellen. Entsprechend begeistert war die Publikumsreaktion auf der Vorstellung des StreetScooters im Rahmen der IAA Nutzfahrzeuge (Internationale Automobil-Ausstellung) im vergangenen Jahr.

Mittlerweile bietet StreetScooter seine umweltfreundlichen Fahrzeuge nicht nur der Deutschen Post, sondern auch anderen Großkunden an. So bestellte zum Beispiel der Fischhandels-Konzern Deutsche See 80 Work L-Modelle für die Auslieferung seiner Produkte. Für diesen Zweck werden die Autos zusätzlich mit Kühlkoffern ausgestattet.

 

Der StreetScooter Work.jpg

StreetScooter Work

 

E-Autos – zweckmäßig, emissionsfrei und günstig

 

Die technischen Daten des „StreetScooter Work“ können sich durchaus sehen lassen. Sein elektrischer Motor bringt es auf eine Leistung von 48 kW / 65 PS, sein Leergewicht liegt bei 1.440 kg. Die maximale Zuladung von 740 kg ist auf die Anforderungen der Paketzustellung ausgelegt, dürfte jedoch auch für viele Handwerksbetriebe ausreichend sein. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 85 km/h.  Die Reichweite erscheint mit rund 80 Kilometern noch ausbaufähig, für den urbanen Raum scheint sie allerdings zu genügen, wie das Beispiel der Deutschen Post zeigt.

 

Zukunftsaussichten

 

Gemeinsam mit Ford will die Deutsche Post einen noch größeren StreetScooter im L-Format entwickeln. Sollten die neuen Lastautos zu vergleichbaren Preisen wie das jetzige Work-Modell (ab 32.000 Euro) vertrieben werden, ist ein Verkaufserfolg wahrscheinlich. Ob es mit dem neuen Modell auch Neuerungen der technischen Details geben wird, bleibt abzuwarten.

 

Fazit:

  • Innerhalb von nur wenigen Jahren entwickelten Ingenieure der Universität Aachen mit dem StreetScooter einen zukunftsweisenden elektrisch betriebenen Transporter.
  • Die Deutsche Post stellt ihre gesamte Fahrzeugflotte auf StreetScooter um, auch Bestellungen von anderen Großkunden gehen ein.
  • StreetScooter etabliert beinahe unbemerkt E-Transporter auf dem deutschen Markt

 

Wie schätzen Sie als Leser die Zukunftschancen für E-Transportfahrzeuge nach dem Vorbild des StreetScooter ein? Teilen Sie anderen Lesern in den Kommentaren Ihre Meinung mit!

Kommentare
von
am ‎20.12.2017 23:38

Eine tolle Erfolgsgeschichte. Unglaublich, aber wahr, die Deutsche Post entwickelt sich mit StreetScooter zum "Automobilproduzenten" für "Elektrokarren" (für den gewerblichen Bereich).  Und warum? Weil die deutsche Automobilindustrie nicht bereit war, dem Wunsch der Deutschen Post nach Elektromobilität nachzukommen. Selber schuld.

Ich persönlich schätze die Zukunftchancen für E-Transportfahrzeuge für den urbanen Raum als sehr gut ein, mittelfristig bis langfristig auch für den Fernverkehr, wenn die passende Infrastruktur ausgebaut wird (E-Tankstellen etc). 

Aber damit nicht genug. Die nächste E-Innovation aus Aachen steht fest: Prof. Schuh und Team haben ein E-Stadtauto entwickelt, den e.go. Er wird ab dem Frühjahr 2018 ausgeliefert, ca. 15.000 € kosten, abzüglich 4.000 € stattliche Prämie!

Nun, nicht ohne Stolz bin ich als Aachener sehr gespannt, ob die Euregio Aachen in den nächsten 2 Jahrzehnten sich zum E-Automobil-Mekka entwickeln wird...

 

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