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Riester, Rürup und Co. – was ist sinnvoll? Teil 3

Im ersten Teil unserer Serie „Riester, Rürup & Co." haben Sie einen Überblick über die verschiedenen Modelle erhalten. Im zweiten Teil haben wir diesen, speziell im Hinblick auf die Riester Rente vertieft. Riester hin und Rürup her – Sie wollen ohne staatliche Förderung privat für Ihr Alter vorsorgen? Erfahren Sie jetzt im Folgenden mehr über weitere Optionen.

  

Einführung: Es geht auch ohne Vater Staat

 

Staatlich geförderte private Altersvorsorge ist nicht Ihr Ding? Nutzen Sie bereits Riester oder Rürup – möchten aber ganz privat noch den einen oder anderen Groschen für Ihr Alter auf die Seite legen? Auch dies ist möglich. Im ersten Teil unseres Artikels haben wir Ihnen die Rürup-Rente, im zweiten die Riester-Rente vorgestellt. Nun wird es Zeit, sich rein privaten Vorsorgestrategien zu widmen.

 

Warum Vermögensaufbau auch immer Altersvorsorge sein kann

 

Geld spielt immer eine Rolle – so viel steht fest. Ein grundsätzliches Interesse am Vermögensaufbau ist immer gegeben. Ob Sie das erwirtschaftete Kapital erst zur Verrentung oder schon vorher nutzen, ist mitunter flexibel entscheidbar. Bei staatlich geförderten privaten Vorsorgemodellen ist der Handlungsspielraum hingegen begrenzter. Der Staat hat ganz genaue Vorstellungen davon, was er fördern möchte. Ihr persönlicher Vermögensaufbau kann immer ein ergänzender Teil Ihrer Altersvorsorge sein – vorausgesetzt, Sie nutzen Ihr Angespartes zuvor nicht anderweitig. Im Folgenden erfahren Sie mehr über einige gängige Optionen, die in Sachen Vermögensaufbau zur Verbesserung Ihres Altersauskommens möglich sind.

  

Eigenheim als Altersvorsorge.jpg 

Handfeste Werte? Eigenheim und Immobilien zur Vermietung

 

„Ich möchte mit einem Eigenheim für mein Alter vorsorgen – geht das?“ Selbstverständlich ist der Kauf eines Eigenheims eine Option für Ihre Altersvorsorge. Dies gilt, wenn die Finanzierung bis zum Renteneintritt abgeschlossen ist. So sparen Sie im Alter im Endeffekt die Mietkosten. Bedenken Sie aber bitte, dass eine Hausfinanzierung durchaus ihre Tücken aufweist und ein komplett kostenfreies Wohnen im Alter nicht realisierbar ist. Es fallen laufend Instandhaltungskosten an, damit Ihr Haus auch tatsächlich Ihr Traumhaus bleibt, seinen Wert behält oder ihn sogar steigert.

 

Dafür haben Sie im Idealfall Rücklagen gebildet, um die finanziellen Belastungen im Alter möglichst gering zu halten. Eine Finanzspritze im Alter kann der Verkauf Ihres abbezahlten Hauses sein. Die Chancen, Ihr Haus zu guten Konditionen an den Mann zu bringen, hängen allerdings wiederum von zahlreichen Faktoren ab. So zum Beispiel vom Standort und vom Zustand der Immobilie. Insgesamt betrachtet ist die Eigenheim-Variante als Altersvorsorge von zahlreichen Vor- und Nachteilen begleitet und sollte gut überlegt sein.

 

„Wie stehen die Chancen auf ein gutes Altersauskommen beim Erwerb von Immobilien zur Vermietung?“

Die Idee ist naheliegend: Sie kaufen Immobilien und leben im Alter zum Teil von den Mieteinnahmen oder vom Verkauf der hoffentlich im Wert gestiegenen Objekte. Allerdings ist die Investition in Immobilien mit einigen Unwägbarkeiten verbunden. Keiner verfügt über eine Glaskugel, die verrät, wie sich die Miet- und Immobilienpreise in Zukunft entwickeln werden. Zudem verursachen auch Immobilien, die zur Vermietung dienen, laufend Kosten, die einzukalkulieren sind. Ganz zu schweigen davon, dass ein Immobilienerwerb viel Kapital erfordert, welches dann erst einmal gebunden ist.

 

Der Immobilienerwerb zum Zwecke der Vermietung und somit als reine Geldanlage ist nicht risikoarm. Voraussetzungen hierfür sind umfangreiches Know-how und auch ein wenig Glück. Mehr über die Vor- und Nachteile von Immobilien als Geldanlage erfahren Sie im Artikel  „Betongold – Was Immobilien als Geldanlage taugen“ auf Stern.de. Tipp: Immobilien sind nicht die einzigen Sachwerte, in die häufig investiert wird. Informieren Sie sich auch über Chancen zum Kauf von Edelmetallen, Kunstgegenständen und Co.                  

 

Die bunte Vielfalt der Sparstrümpfe: Versicherungen und Geldanlagen

 

Wissen Sie, wie viele Strümpfe Sie besitzen? Würden Sie einmal nachzählen, wären Sie sicherlich überrascht. Ähnliches gilt, wenn es um die Vielfalt von Geldanlagen und Versicherungen zum Zwecke der privaten Altersvorsorge geht: Auch hier gibt es mehr, als manch einer ahnt.

 

„Riester-Rentenversicherung, Rürup-Rentenversicherung – gibt es auch private Rentenversicherungen ohne staatliche Förderungen?“  Klar gibt es die. Rein begrifflich betrachtet liegt der Gedanke nahe, für die private Altersvorsorge eine private Rentenversicherung abzuschließen. Dennoch muss auch hier die Entscheidung bedacht erfolgen. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV)gibt es unterschiedliche Formen der privaten Rentenversicherung.

 

Hier stellt sich die Wahl zwischen aufgeschobener und sofort beginnender Rentenzahlung. Sie können also entweder über eine längere Zeit regelmäßig in Ihre private Rentenversicherung Beiträge oder einmalig einen großen Betrag ein zahlen und dann ab einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft mit einer Zusatzrente rechnen. Oder aber Sie leisten einen Einmalbetrag zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie in Rente gehen möchten, und erhalten dann direkt Rentenzahlungen.

 

Zudem gibt es als Sonderform der privaten Rentenversicherung die fondsgebundene Rentenversicherung, zu welcher der GDV ebenfalls Informationen und Tipps im Bereich Verbraucherservice bereithält. Bei fondsgebundenen Rentenversicherungen fließen Teile Ihrer Beiträge in Investmentfonds – Gewinne, aber auch Verluste sind möglich. Der Abschluss einer privaten Rentenversicherung sollte gut überlegt sein und zu Ihnen passen – schließlich soll sie Sie bis zum Alter begleiten. Mehr Einstiegsinformationen zu privaten Rentenversicherungen, fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen, aber auch zu Kapita... finden Sie auch bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

 

„Wie sieht es mit weiteren Spar- und Anlageoptionen aus?“  Zahlreiche gängige Spar- und Anlageoptionen eignen sich, um ergänzend fürs Alter vorzusorgen. So etwa klassische Spareinlagen, Sparpläne, Aktien und Fonds. Ihre Auswahl ist hier immer wie bei allen anderen Optionen von Ihrer individuellen Risikofreude, Ihrem Vermögen, Ihrer Lebenslage und Ihrem Know-how abhängig. Streuungen sind sinnvoll, um Risiken auszugleichen.

 

Grundsätzlich empfiehlt es sich, bei der Altersvorsorge sehr viel Wert auf Sicherheit zu legen. Vor allem im fortgeschrittenen Alter ist eine Umschichtung auf risikoarme Anlagen sinnvoll, damit Sie nicht kurz vor knapp Ihr Altersauskommen gefährden. Wer zudem früh mit dem Sparen für sein Alter beginnt, hat mehr Zeit, kurzfristige Verluste wieder auszugleichen und sich eine ansehnliche Zusatzrente aufzubauen.

 

Selbst für das Alter vorsorgen.jpg

 

Ihr Vorsorge-Cocktail: Private Vorsorge in Kombination mit betrieblicher und gesetzlicher Vorsorge

 

Nehmen wir in dieser Sache einen bildlichen Vergleich zu Hilfe: Zu einem leckeren Mojito gehören nicht nur Limettensaft und Rum, sondern auch Rohrzucker, Minze und Sodawasser.

Was bei diesem Cocktailrezept gilt, gilt auch für Ihre Altersvorsorge: Mixen Sie! In vielen Fällen ist es ratsam, auf unterschiedliche Altersvorsorgemöglichkeiten zu bauen, um individuelle Vorsorgelücken zu schließen. Dies gilt im Allgemeinen, indem Sie zum Beispiel auf die gesetzliche Rentenversicherung, die betriebliche Altersvorsorge und die private Altersvorsorge setzen. Aber auch dann, wenn es nur um den Bereich der privaten Vorsorge geht. So profitieren Sie von unterschiedlichen Vorzügen, schaffen im Idealfall einen Risikoausgleich und profitieren auch von staatlichen Förderungen.

 

Bedenken Sie auch: Ihre Altersvorsorge darf das Leben im Hier und Jetzt nicht gefährden und muss für Sie maßgeschneidert sein. In diesem Kontext ist es unter anderem hilfreich, Strategien zu entwickeln, bei denen Sie auch vorübergehend weniger Kapital in die Altersvorsorge investieren können. In schwierigen Lebensphasen besitzen Sie dann noch ausreichend Handlungsspielraum, erst einmal an heute zu denken. 

 

Cortal Consors Blog.png

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick

 

  • Ein allgemeiner Vermögensaufbau besitzt das Potenzial, ein ergänzender Teil der Altersvorsorge zu sein. Er bietet viel Flexibilität – für heute, morgen und eventuell auch fürs Alter.
  • Ein Eigenheim ist bedingt als Altersvorsorge geeignet: Das komplett kostenlose Wohnen im Alter ist eine Illusion. Die Altersvorsorge über den Erwerb von Immobilien zur Vermietung wiederum erfordert umfassendes Know-how und ein Fünkchen Glück.
  • Private Rentenversicherungen sind eine Option der rein privaten Altersvorsorge. Auch hier ist eine individuelle Prüfung allerdings unerlässlich.
  • In Bezug auf weitere Geldanlagen entscheidet die individuelle Risikobereitschaft. Zudem sollte die Auswahl an Spareinlagen, Aktien, Fonds und Co. an das Vermögen, die Lebenslage und an das eigene Know-how angepasst sein. Streuungen können sinnvoll sein.
  • Eine Umschichtung auf risikoärmere Anlagen ist vor allem im fortgeschrittenen Alter zu empfehlen.
  • Bei der gesamten, aber auch bei der privaten Altersvorsorge gilt: Die Mischung macht’s!


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1 Kommentar

Regelmäßiger Autor

Vom Grundsatz eine gute Idee, im Alter von den Mieteinkünften einer eigenen, vermieteten Immobilie zu leben. Wenn man tolle Mieter hat, ist alles paletti. Nur leider ist das nicht immer der Regelfall. Das heißt, so eine Immobilie kann u.U. zu einer sehr großen nervlichen Belastung werden, die dann auch krank machen kann.  Deshalb sollte man diesem Satz im Blog-Artikel:

 

Die Idee ist naheliegend: Sie kaufen Immobilien und leben im Alter zum Teil (!) von den Mieteinnahmen oder vom Verkauf der hoffentlich im Wert gestiegenen Objekte..."

 

entsprechende Beachtung schenken.

 

Wenn die Immobilie im Alter nämlich zur Belastung wird und ein Verkauf im Vergleich zu den Mieteinnahmen und der noch zu erwartenden Lebenszeit unrealistisch ist, kann aus dem Alterseinkommens-Traum schnell ein Alptraum werden. Auch wenn entsprechend einkalkulierte Mietzahlungen durch Leerstände oder säumige Mieter ausbleiben, wird es schwierig, den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten und zusätzlich die anfallenden Instandsetzungen zu bewerkstelligen.

 

Mein Rat: Mieteinnahmen aus Immobilien immer nur als Teil des Alterseinkommens einplanen, nie zu nahezu 100 % ! So hat man, wenn es einem zu viel wird, immer die Wahl, das Objekt und damit seine Sorgen einfach zu verkaufen.