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Liquiditätsplanung – wieviel Reserve ist sinnvoll?

von ‎18.02.2014 10:53 , bearbeitet ‎24.04.2017 14:21
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Die beruhigende Wirkung von Geld


Der Herd streikt, die Nebenkostenabrechnung flattert mit einer dicken Nachzahlungsforderung ins Haus und auf Ihrem Konto herrscht gerade Ebbe? Dies ist ärgerlich – insbesondere, wenn Sie eigentlich Geld hätten, dies jedoch fest angelegt ist. Oder wenn nun die Aufnahme eines Kredites notwendig wird. Solche Situationen sind allerdings vermeidbar. Bauen Sie sich eine zuverlässige und beruhigende Liquiditätsreserve auf! Eine solche ist nichts anderes als ein gesichertes und schnell verfügbares Geldpolster. Wie hoch Ihre Liquiditätsreserve ausfallen sollte und in welchem Rahmen hierbei Bargeld, EC-Karten, Kreditkarten und Spareinlagen eine Rolle spielen, erfahren Sie im Folgenden.

 

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Wie prall sollte Ihr Sparschwein gefüllt sein?

 

Je mehr, desto besser? Dies gilt für Ihre Liquiditätsreserve nicht unbedingt. Setzen Sie zu sehr auf Liquidität, berauben Sie sich mannigfaltiger Chancen, Ihr Geld möglichst rentabel anzulegen. Eine erste Erkenntnis lautet also: Ihre Liquiditätsreserve sollte ausreichend, aber nicht übertrieben hoch bemessen sein. Was ist also unter „ausreichend“ zu verstehen?


Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen nennt auf ihren Internetseiten eine Faustformel für die Höhe einer möglichen Liquiditätsreserve: Zwei bis drei Nettogehälter sollten es demnach schon ungefähr sein. Wie es aber mit Faustformeln nun einmal so ist, sie greifen in speziellen Lagen auch einmal zu kurz. Im Idealfall passen Sie die Höhe Ihrer Liquiditätsreserve individuell an. Schenken Sie hierbei vor allem Ihrem Lebensstandard und Ihrer aktuellen Lebenssituation Aufmerksamkeit. Verfügen Sie lediglich über ein kleines Einkommen, müssen Sie eventuell mit einem Polster aus weniger als zwei bis drei Nettogehältern zurechtkommen und gleichzeitig versuchen, hohe ungeplante Kosten zu vermeiden. Pflegen Sie einen gehobenen Lebensstil, nehmen ungeplante Kosten oft beeindruckende Ausmaße an. Je höher Ihr Lebensstandard ist, desto höher sollte auch Ihre Liquiditätsreserve ausfallen. Hinzu kommt Ihre aktuelle Lebenssituation: Sind Sie Eigenheimbesitzer? Haben Sie Kinder? Halten Sie Haustiere, die plötzlich erkranken können? Diese und weitere Faktoren können ebenfalls dazu führen, dass Ihre Liquiditätsreserve höher zu bemessen ist.


Liquide Spareinlagen und Geldanlagen


Worum es bei einer Liquiditätsreserve im Grunde wirklich geht, sind Geldanlagen, die täglich verfügbar und dazu sehr sicher sind. Hier kommt neben dem klassischen Sparbuch vor allem das Tagesgeldkonto bei Instituten mit hohen Einlagensicherungen infrage. Im Vergleich zum Sparbuch besitzt es den Vorteil etwas flexibler zu sein. Bei einem Sparbuch dürfen Sie zwar jederzeit so viel Geld einzahlen, wie Sie wollen. Für Auszahlungen sind in der Regel aber Maximalbeträge pro Monat vorgesehen. Gesetzlicher Rahmen ist dabei 2000 Euro pro Monat. Möchten Sie mehr Geld von Ihrem Sparbuch abheben, müssen Sie eventuell Beträge unter Wahrung einer Frist, in der Regel drei Monate, kündigen oder Vorschusszinsen zahlen.
Schnell verfügbare und sichere Spareinlagen sind das Wichtigste, wenn es um eine gute Liquiditätsreserve geht. Aber auch im kleineren Maße sollten Sie immer darauf achten, dass Sie für Notfälle gewappnet sind. Hier kommen das gute alte Bargeld, aber auch EC- und Kreditkarten ins Spiel.

 

Gern gesehen, überall akzeptiert: Bargeld


Nur Bares ist Wahres? Diese Aussage stimmt nur zum Teil. Auf der einen Seite sollten Sie natürlich immer ein wenig Bargeld bei sich führen. Wieso? Ganz einfach: Verschlägt es Sie zum Beispiel auf das platte Land, ist der nächste Geldautomat mitunter weit oder eine Kartenzahlung nicht möglich. Bargeld hat aber auch Nachteile: Unter dem Kopfkissen, in der Hosentasche oder im niedlichen Sparschwein ist Ihr Geld nicht nur schlechter geschützt als auf der Bank, es wirft auch keine Zinsen ab. Die Bargeldreserve ist deshalb am besten den jeweiligen tagesaktuellen Vorhaben anzupassen.

 

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Ständige Begleiter: EC- und Kreditkarten


Wenn Sie ohnehin eher davor zurückschrecken, zu viel Bargeld mit sich herumzutragen, bieten Ihnen EC- und Kreditkarten viel Flexibilität. Das Bankautomatennetz in Deutschland ist relativ dicht. Für ungeplante Ausgaben und Abhebungen per EC- oder Kreditkarte sollten Sie immer einen kleinen Puffer auf Ihrem Girokonto einplanen. Dies schützt vor Überziehungszinsen.


Engpässe auf dem Girokonto umgehen Sie mit einer Kreditkarte, wenn Ihre Kreditkartenabrechnungen immer zu einem bestimmten Termin im Monat erfolgen. Dauert es bis zu diesem Termin noch etwas, vermeiden Sie eine schnelle Abbuchung vom Girokonto, wie es bei der Nutzung der EC-Karte der Fall wäre. Im Idealfall und mit etwas geschickter Planung kommt es erst zum Einziehen des Betrages, wenn zum Beispiel Ihr nächstes Gehalt auf dem Girokonto eingegangen ist. Auch so vermeiden Sie Zinsen für die Nutzung Ihres Dispokredites.

 

Kommentare
von
am ‎19.02.2014 10:07
von
am ‎21.02.2014 12:58

Ich arbeite gerade daran, meine Liquiditätsreserve auszubauen. Aber drei Nettogehälter (bzw. bei mir als Selbstständigem der Gewinn von drei Monaten) + Eigenheimzulage + Kinderzulage + Haustierzulage … - das erscheint mir für mich persönlich dann doch recht hoch.

 

Meine Kreditkarte nutze ich aber auch immer, wenn es auf dem Girokonto mal enger wird und ich mir die Überziehungszinsen sparen will. Smiley (fröhlich)

von
am ‎22.02.2014 19:54

Mann/Frau könnte aber auch mehrere Sparbücher anlegen und auf denen die Liquisitätsreserven parken, so sind dann ggf. auch 6.000 EUR auf einen Schlag ohne Vorschußzinsen verfügbar - wenn 3 Sparbücher existieren. Gleichzeitig kann mit verschiedenen Sparbüchern auch auf verschiedene Ziele hin gespart oder zu bestimmten Themen Gelder sortiert liquide geparkt werden: Auto, Tierarzt, Urlaube.

von
am ‎24.02.2014 22:27

Hi Ilka,

 

Du bist hier ja auch überall unterwegs… Smiley (zwinkernd)

 

Wenn ich mein Geld auf ein Sparbuch einzahle, kann ich ja quasi zuschauen, wie es inflationsbereinigt an Wert verliert. Und dann noch das unpraktische Handling, die Vorschusszinsen - da bleibe ich für meine kurzfristige Liquidität doch lieber beim zurzeit auch nicht gerade sehr rentablen Tages- oder Festgeld.

von
am ‎26.02.2014 22:03

@ILKA80Da bist du bei Tagesgeldkonten was die Rendite angeht besser beraten.

 

Wie Berliner schon so gut erklärte.

von
am ‎27.02.2014 14:57

@Berliner und @mw27 gibt es beim Tages- oder Festgeld nicht eine bestimmte Mindestanlagesumme?

von
‎27.02.2014 17:40 , bearbeitet ‎27.02.2014 17:41

@ILKA80Das ist vermutlich von Bank zu Bank unterschiedlich. Habe gerade nochmal hier auf der Cortal-Seite nachgeschaut: Beim Tagesgeld gibt es keinen Mindestbetrag und beim Festgeld gehts ab 2.500 € los. Also nur etwas mehr als auf Deinen drei Sparbüchern liegt. Smiley (zwinkernd)

von
‎28.02.2014 14:58 , bearbeitet ‎28.02.2014 14:58

Das war hypothetisch. Wenn da mal so viel drauf liegen würde... Aber demnächst wird was fällig und dann werde ich, dank Euch, meine Sparbücher mal wenigstens in Tagesgelder upgraden.  Frau (zwinkernd)