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Alles, was glänzt: Edelmetalle für die Geldanlage

von am ‎02.10.2017 10:11
2 Kommentare

Gold als Anlagegegenstand kennen viele. Weitere Edelmetalle, die sich zur Investition eignen, bleiben dagegen häufig im Hintergrund. Wir stellen Gold und seine Alternativen vor.

 

Sobald sich die Unsicherheit an den Finanzmärkten erhöht und sich die Meldungen über Spekulationsblasen von Wertpapieren häufen, verspüren viele Anleger den Drang nach etwas Handfestem. Gerne wird in diesem Zug über eine Anlage in Gold nachgedacht. Als sagenumwobenes Material, das seit jeher als eines der wertvollsten verfügbaren Materialien angesehen wurde, ist es aber nur eines der Edelmetalle, in die investiert werden kann. In die Riege der gehandelten Edelmetalle reihen sich ebenso Silber, Platin und Palladium ein. Neben der gemeinsamen Charakterisierung als Edelmetalle gibt es einige individuelle Besonderheiten, die für eine Investition in das jeweilige Edelmetall eine Rolle spielen.

 

Anlagemöglichkeiten Gold.jpg

 

Gold - das beliebteste Edelmetall

 

Schon vor Tausenden von Jahren wurde Gold für seine Eigenschaften als korrosionsfreies, schweres und beständig glänzendes Metall geschätzt. Seitdem die ersten Goldmünzen im 6. Jahrhundert v. Chr. geprägt wurden, gilt es als Symbol für Macht und Wohlstand. Im Währungssystem spielte Gold lange eine wichtige Rolle. Bis in die 1970er Jahre hinein gab es Währungen, unter anderem den US-Dollar, mit sogenannter Goldbindung: Es war nur so viel Geld in Umlauf, wie durch Goldvorräte der Banken gedeckt war. Einige Goldmünzen, wie Krügerrand oder Maple Leaf, gelten noch bis heute als anerkanntes Zahlungsmittel. Daneben wird die Investition in Gold häufig in Form von Barren getätigt. Wegen der Beliebtheit als Anlagegegenstand ist es in der Regel durchgängig in unterschiedlichen Stückelungen verfügbar. In der Industrie wird Gold vor allem in der Elektrotechnik und in der Medizin verwendet. Auch wenn Gold weltweit verbreitet ist, ist es dennoch selten und begehrt. Im Vergleich zu anderen Wertanlagen ist der Wert von Gold und anderen Edelmetallen durch das begrenzte Vorkommen tendenziell beständiger.

 

Silber - das vielfältigste Edelmetall

 

Silber erfüllt in seiner Klassifizierung als Edelmetall ebenfalls die erforderlichen Merkmale für eine werthaltige Anlage. Nach Gold ist es das zweitbeliebteste Metall zur Investition und hat ebenfalls einen endlichen Bestand. Voraussichtlich reicht das natürliche Vorkommen noch zehn bis zwanzig Jahre, um den Bedarf an Silber bedienen zu können. Silber ist in der industriellen Verwendung gefragter als Gold und wird in den Bereichen Chemie oder Elektronik benötigt. Bei Vorhersagen zu der Preisentwicklung des Edelmetalls ist die Entwicklung dieser Sektoren ebenfalls zu bedenken. Darüber hinaus ist der Silberpreis von höherer Volatilität geprägt als vergleichsweise der Goldpreis.

 

Platin - das seltenste Edelmetall

 

Auch wenn Gold das beliebteste Edelmetall der Welt ist, so hält es nicht den Platz als das teuerste. Die Preisliste wird von Platin angeführt. Es ist sehr selten, da im Vergleich zum jährlichen Goldabbau von 2.500 Tonnen nur ca. 200 Tonnen Platin gewonnen werden. Neben seiner Seltenheit spielt der aufwendige Prozess zur Veredelung eine Rolle bei der Preisbildung. In der Industrie ist Platin ähnlich stark nachgefragt wie Silber und wird ebenfalls in den Bereichen Elektronik und Chemie genutzt. Bei der Katalysatortechnik für Fahrzeuge ist Platin den anderen Edelmetallen deutlich überlegen, weshalb die Nachfrage der Automobilindustrie eine Rolle bei der Preisfindung spielt. Da Platin als Gegenstand zur Geldanlage nicht so geläufig wie Gold und Silber ist, ist das Angebot bei den Händlern sehr gering.

 

Palladium - das unbekannteste Edelmetall

 

Hinsichtlich seines natürlichen Vorkommens ist Palladium nicht so selten wie Gold oder Platin. Als Edelmetall zur Wertanlage stellt das silberweiße Metall allerdings das Schlusslicht in der Bekanntheit dar. Daher ist es als physisches Anlageprodukt bei Händlern deutlich seltener im Angebot als die anderen Edelmetalle. In seinen chemischen Eigenschaften ist es Platin am nächsten, weshalb es oft als Substitut gewählt wird. Die industriellen Preisgestalter sind daher ebenfalls die Chemie- und Elektronikbranche sowie die Automobilindustrie.

 

Investieren in Gold, Silber und Co.jpg

 

Unabhängig von den Eigenschaften

 

Wer sich für eine Anlage in eines der beschriebenen Edelmetalle interessiert, sollte sich allerdings mit einigen anderen Aspekten vertraut machen, die mit dieser Investition einhergehen. Auch wenn Edelmetalle gemeinhin als sicherer Hafen in Krisenzeiten gelten, ist hervorzuheben, dass es sich dabei nichtsdestotrotz um Spekulationsgegenstände handelt. Die Kurse unterliegen Schwankungen, weshalb es zu einem ungünstigen Verkaufszeitpunkt, wie bei Wertpapieren, zu Verlusten kommen kann.

 

Bei der Berechnung der Rendite ist es des Weiteren sinnvoll, die Preisaufschläge für verschiedene Stückelungen sowie die Kosten für Lagerung und Transport zu berücksichtigen. Da die Preise der Edelmetalle in US-Dollar notiert sind, spielt das Währungsrisiko ebenso eine Rolle. Daher eignet sich die Investition in Edelmetalle zum Beispiel als Beimischung zum Anlageportfolio.

 

Fazit:

 

  • Gold ist die bekannteste Investitionsmöglichkeit unter den Edelmetallen.
  • Silber, Platin und Palladium stellen Alternativen dar.
  • Platin und Palladium sind jedoch nur bei wenigen Händlern verfügbar.
  • Edelmetalle sind Spekulationsgegenstände und sollten einen Teil des Anlageportfolios ausmachen.

 

Nutzen Sie Edelmetalle zur Geldanlage? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Berichten Sie uns darüber in den Kommentaren!

Kommentare
von
am ‎02.10.2017 16:28

Über Gold als Wertanlage wurde hier in der Community ja schon allerlei geschrieben, was ich hier nicht wiederholen möchte.

 

Was - aus meiner Sicht - aber in dem Blog fehlt, ist die Information, dass der Kauf und Verkauf von Gold nicht der (deutschen) Mehrwertsteuer unterliegt. Demgegenüber wird beim Kauf/Verkauf der anderen genannten Edelmetalle Mehrwertsteuer fällig.

 

Kauft man also Silber, Platin oder Palladium von einem Händler, so ist zu dem reinen Kaufpreis die Mehrwertsteuer zu addieren, welche ich als Privatmann beim späteren Verkauf (an den Händler) nicht geltend machen kann. Entsprechend muss man die Mehrwertsteuer, die man beim Kauf bezahlt hat, erst mal durch Kursgewinne kompensieren.

 

Das sollte bei einer Kaufentscheidung und Renditebetrachtung unbedingt berücksichtigt werden.

 

Grüße JB4711

von
am ‎12.11.2017 17:12
Wie alt ist denn dieser Artikel? Platin ist doch schon seit Jahren billiger als Gold. Zur Zeit 925$ für eine Unze Platin und 1275$ für eine Unze Gold. VG Totti