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Aktienmärkte – Aktuelle Einschätzung der Lage

An den Aktienmärkten weltweit schlägt sich die derzeitige Nervosität der Investoren in täglich weiter fallenden Kursen nieder. Dabei sind es die seit geraumer Zeit bekannten und unveränderten Faktoren wie der fortgesetzte Ölpreisverfall und Sorgen über das Wirtschaftswachstum in China, die für diese Verunsicherung sorgen.

 

Es stellt sich also derzeit die Frage, ob diese Faktoren nicht bereits in den, im Vergleich zu vor ein paar Wochen, mittlerweile deutlich ermäßigten Kursen eingepreist sein müssten?

 

Aktienmärkte - aktuelle Einschätzung der Lage.jpg

 

Fakten sprechen aber eine positive Sprache

 

Die Notierungen europäischer Aktien sind jüngst auf Stand von Anfang 2014 zurückgekommen und sorgen somit für ein deutlich negatives Bild bei den entsprechenden Aktienindizes. Die Fakten, welche in diesem Zeitraum geschaffen wurden, sprechen aber eine deutlich positive Sprache. So hat sich der Wechselkurs des Euro seit Anfang 2014 zum US-Dollar um über 20 Prozent ermäßigt, die Europäische Zentralbank, EZB, hat zugesagt, 1,5 Billionen Euro, über den Ankauf von Wertpapieren, in die Märkte zu pumpen.

 

Zudem haben sich die Finanzierungskosten deutlich ermäßigt und die Arbeitslosigkeit ist um 1,5 % gefallen. Das Verbrauchervertrauen hat sich sichtbar aufgehellt und die Unternehmensgewinne sind seither um mehr als 10 % gestiegen. Während der Ölpreisverfall die Energieaktien unmittelbar belastet, hat sich die positive Wirkung der niedrigeren Kraftstoffpreise auf die Industriestaaten und auf den Geldbeutel der Verbraucher noch nicht vollends niedergeschlagen.

 

An den Märkten herrscht aktuell zwar die Besorgnis über das chinesische Wirtschaftswachstum,  doch Prognosen des Internationalen Währungsfonds zufolge wird das Land auch dieses Jahr wieder um mehr als 6 % wachsen.

 

Weitere Hintergründe zum Thema finden Sie in diesen Blog-Artikeln:

 

Auch die neuesten Kursrückgänge haben an unserer aktuellen makroökonomischen Einschätzung nichts geändert. Aktuell bilden positive Konjunkturaussichten aus unserer Sicht die Grundlage für steigende Unternehmensgewinne und Aktienkurse in den Industrieländern in diesem Jahr. Langfristige Aktienanlagen sind auch in einem Marktumfeld wie es derzeit vorliegt attraktiv. Daher kann die derzeitige Schwäche an den Börsen bei ausreichender Risikobereitschaft für Käufe genutzt werden.

 

Charttechnische Einschätzung für den DAX auf Sicht der kommenden Wochen:

 

Zwar sind bei den wichtigsten Indizes in Europa die vom Trendfolger MACD jüngst gegebenen Verkaufssignale auf Tages- als auch auf Wochenbasis weiter intakt, allerdings scheinen die Märkte nach jüngstem sehr dynamischem Abverkauf mehr als reif für eine technische Gegenbewegung.

 

Für den DAX liegt das Ziel einer solchen, zunächst rein charttechnisch motivierten Erholung im Bereich bei von 10.000 - 10.250 Punkten. Bleibt diese allerdings aus, drohen weitere Kursverluste bis in wichtiges charttechnisches Unterstützungsbündel bei 9.300 - 9.000 Punkte hinein.