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Jahresausblick 2016

Die Wirtschaft wächst weiter! Halten die Aktienmärkte Schritt? 

 

Die Prognosen für das Wirtschaftswachstum 2016 weisen nahezu alle in die gleiche Richtung. Die Lokomotive der Weltwirtschaft bleiben die USA. Dort dürfte sich das Wachstum im Vergleich zu 2015 trotz der vorhergesagten weiteren Leitzinserhöhungen sogar beschleunigen.

 

In der Eurozone ist das Bild differenzierter. Während Deutschland mit dem Gegenwind der Wachstumsschwäche der Schwellenländer zu kämpfen haben wird, werden Frankreich und Italien deutlich zulegen können. Spanien dürfte die dynamischste Volkswirtschaft der Eurozone bleiben.

 

Jahresausblick 2016


 

Das Wachstum im Wirtschaftsraum der G3 (USA, Eurozone und Japan) wird vor allem von dem Konsum, den niedrigen Zinsen und den billigen Ölpreisen angetrieben. Die Investitionstätigkeit und der internationale Handel bleiben schwach und bilden die Achillesferse des Aufschwungs.

 

Wirtschaftswachstum.jpg

 

Dementsprechend bleiben die Zentralbanken wichtige Akteure für das Jahr 2016. Ihre Möglichkeiten sollten dabei nicht überschätzt werden. In den USA dürfte somit der Aktienaufschwung trotz der Zinserhöhungen anhalten. In der Eurozone können die niedrigen Zinsen die Strukturreformen nicht ersetzen. Die Haushaltspolitik der Staaten wird das Wachstum 2016 unterstützen.

 

Neben verschiedenen hausgemachten Problemen, wie z.B. Korruption und ein ineffizienter Staatsapparat wie in Brasilien, sind das abnehmende Wachstum in China und die niedrigen Rohstoffpreise das beherrschende Thema in den Schwellenländern. Auch die Geldpolitik der Zentralbank der USA, der Fed, könnte 2016 Thema in den Schwellenländern werden. Viele Unternehmen aus den aufstrebenden Volkswirtschaften nutzten die niedrigen Zinsen für Anleihen in US-Dollar. Sollte die Fed, anders als aktuell erwartet, die Leitzinsen schneller und / oder stärker erhöhen, könnte dies zu einem Anstieg der Unternehmenspleiten und zu einer Verlangsamung der Investitionstätigkeit in den Schwellenländern führen. Indien sticht weiterhin positiv heraus und bleibt die Wachstumslokomotive unter den Schwellenländern. Einen Hoffnungsschimmer für Brasilien und Russland gibt es: 2016 könnte die konjunkturelle Talsohle erreicht werden und die Wende zum Besseren gelingen.

 

Wirtschaftswachstum Schwellenländer.jpg

 

Wo liegen die Chancen im Börsenjahr 2016?

 

Der Aktienaufschwung in der Eurozone, aber auch in Japan und den USA, sollte bis in das zweite Quartal hinein anhalten. Die Bewertung der Börsen ist überdurchschnittlich hoch. Gleichzeitig ist das Wirtschaftswachstum trotz aller Fortschritte eher schwach. Hinzu kommt die Unsicherheit über die anhaltende Wirkung der Zentralbankpolitik, die Umsetzung von Reformen und die Zunahme der Investitionstätigkeit. Die starken Ausschläge an den Börsen aus dem zweiten Halbjahr 2015 dürften auch 2016 zu beobachten sein. Dementsprechend planen wir aktuell das deutliche Übergewicht bei den Aktienanlagen in den Portfolios im Zuge der steigenden Märkte abzubauen und somit Gewinne mitzunehmen.

 

Aktien kommen damit nicht aus der Mode. Sie sind trotzdem noch attraktiver als die meisten Anleihesegmente. Daher behalten sie ihren festen Platz im Portfolio, allerdings mit abnehmenden Gewicht.

 

Eine wichtige Rolle spielen voraussichtlich Dividendenaktien. Sie bieten regelmäßige Ausschüttungen. Dadurch kann man das ausgeschüttete Geld bereithalten, um nach größeren Kursrückgängen Aktien wieder zurückzukaufen. In der Eurozone bieten Immobilienaktien ebenfalls noch Potential, da das Zinsniveau weiter niedrig bleiben sollte. Auch diese Werte zeichnen sich in der Regel durch hohe Dividendenzahlungen aus. Aber auch der klassische offene Immobilienfonds kann eine gute Beimischung zum defensiven Teil des Portfolios in Zeiten niedriger Zinsen sein.

 

Nachdem das Börsenjahr 2016 wohl eher turbulent verlaufen wird, gewinnen auch Mischfonds wieder an Attraktivität. Wer sich selbst nicht ständig mit den Märkten beschäftigen möchte und die Entscheidung gerne abgibt, ob es jetzt eher sinnvoll ist die Aktienquote zu erhöhen oder zu senken, ist bei Mischfonds hoher Qualität gut aufgehoben.


Die Hoffnungskandidaten 2016 …

 

… sind Aktien und Anleihen aus den Schwellenländern. Sie sind niedrig bewertet. Aktuell spricht allerdings die konjunkturelle Lage und in vielen Ländern der Reformstau gegen ein Engagement. Auch die Zinserhöhungen in den USA könnten, wie oben beschrieben belasten. Trifft die Erwartung ein und die konjunkturelle Trendwende zeichnet sich im zweiten Halbjahr ab, dann könnte diese Anlageklasse wieder interessant werden.

 

Was sollte man 2016 meiden?

 

Unternehmensanleihen aus den USA bergen weiterhin mehr Risiken, als die Renditen kompensieren können. In der Eurozone ist die Situation etwas besser, vor allem da die Zinsen bis weit in das Jahr 2017 hinein niedrig bleiben sollten. Dennoch sind Anleihen im direkten Vergleich teurer als die Aktien. Bei Staatsanleihen zeigt bereits die Rendite, die in vielen Fällen unter 0% liegt, wie wenig attraktiv sie sind. Und dass auch Staatsanleihen ein ordentliches Kursrisiko bergen, wurde im Mai 2015 sichtbar, als Bundesanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren innerhalb weniger Tage über 6% an Wert verloren. Bei einer Rendite von 0,7% pro Jahr ist das ein sehr hohes Risiko.

 

Auch wenn sie aus Bewertungssicht billig sind, bergen Rohstoffaktien aus unserer Sicht 2016 wenig Chancen. Neben der Wachstumsschwäche in den Schwellenländern belasten weiterhin Überkapazitäten in der Produktion die Rohstoffpreise. Dementsprechend bleibt das Umfeld für die Unternehmen sehr herausfordernd und die Kurschancen niedrig.

 

Unsere Erwartungen für 2016 in Kurzform:

 

Aktien bleiben wichtiger Bestandteil eines Wertpapierportfolios, aber steigende Kursgewinne sollten zum Abbau von hohen Aktienengagements genutzt werden.

Dividenden leisten voraussichtlich einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Aktienanteils der Geldanlage.

 

Anleihen sind vergleichsweise teuer und damit keine echte Alternative zu Aktien.

Reaktionsgeschwindigkeit kann einen deutlichen Vorteil bringen. Dies spricht für aktives Management und z.B. für die Anlage in Mischfonds.

 

Im zweiten Halbjahr können Schwellenländeranlagen wieder attraktiv werden.

Nicht alles was billig ist, ist auch günstig. Rohstoffaktien werden dies wahrscheinlich erneut beweisen.

 

Für 2016 wünschen wir Ihnen Gesundheit, Glück und viel Erfolg bei der Geldanlage.