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10 Irrtümer über Tagesgeld, die leicht vermeidbar sind

von am ‎16.08.2017 07:57
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Anleger sollten den weitverbreiteten Irrtümern über Tagesgeld nicht unterliegen. Hier gibt es die wichtigsten Fakten.

 

Was Sie über das Tagesgeld wissen müssen, erfahren Sie hier – diese Irrtümer sind für Sie bald nur noch reine Mythen.

 

Irrtümer über Tagesgeld.jpg

 

  1. Tagesgeld eignet sich nur für das kurzfristige Parken von Geld

 

Das trifft so nicht zu. Sie können ohne Weiteres Tagesgeld über Jahre und Jahrzehnte halten. Es stellt oftmals die besser verzinste Alternative zum konventionellen Sparbuch dar und das Guthaben ist ebenso flexibel verfügbar.

 

  1. Auf einem Tagesgeldkonto ist das Vermögen sicher

 

Diese Aussage stimmt nur im Hinblick auf einen Aspekt von Sicherheit: Wenn Sie sich für Spareinlagen bei deutschen Kreditinstituten oder Banken innerhalb der EU entscheiden, besteht eine Absicherung. Dieser Schutz ist durch das Einlagensicherungssystem gewährleistet. Anders verhält es sich allerdings mit dem Risiko, dass Ihr Vermögen durch die allgemeine Geldentwertung schrumpft. Denn aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase unterschreitet der Zinssatz eines Tagesgeldkontos häufig die Inflationsrate. Dennoch bietet das Tagesgeldkonto im Vergleich zu anderen Anlagemöglichkeiten die besten Konditionen für Geldanlagen, die jederzeit verfügbar sein sollen. Damit eignen sie sich vor allem zur Anlage einer Liquiditätsreserve.

 

  1. Die Anlage in Tagesgeld ist mit erheblichen Risiken belastet, weil sich der Zinssatz jederzeit ändern kann

 

Es gilt als charakteristisches Merkmal von Tagesgeld, dass die Bank den dafür gewährten Zinssatz täglich erhöhen oder absenken kann. Tatsächlich bieten jedoch viele Kreditinstitute Tagesgeldguthaben an, bei denen eine Zinsbindungsfrist von mehreren Monaten vorgesehen ist. So können Sie zum Beispiel Anlagen tätigen, bei denen das Tagesgeld für einen Zeitraum von bis zu einem halben Jahr mit einem feststehenden Zinssatz verzinst wird. Das Tagesgeldkonto der Consorsbank beispielsweise beinhaltet eine Zinsgarantie von 6 Monaten für Neukunden mit der Möglichkeit zur Verlängerung um weitere 6 Monate.

 

  1. Es bestehen keine Unterschiede zwischen deutscher und europäischer Einlagensicherung bei Tagesgeld

 

Grundsätzlich ist diese Feststellung nicht unberechtigt, denn alle Einlagensicherungssysteme innerhalb der Europäischen Union gehen auf für sämtliche Mitgliedsstaaten verbindliche EU-Richtlinien zurück. Insbesondere die EU-Richtlinie 2009/14, die als Konsequenz aus der weltweiten Finanzkrise im Jahre 2009 in Kraft trat, regelt die Absicherung von Spareinlagen. Dennoch bietet Ihnen die Absicherung des deutschen Systems große Vorteile: Sie ermöglicht Ihnen im Insolvenzfall der Bank, bei der Sie Ihr Tagesgeldguthaben führen, eine schnelle Abwicklung des Schadenfalls in deutscher Sprache.

 

  1. Für die Beurteilung eines Tagesgeldangebots kommt es nur auf den Zinssatz an

 

Neben der Höhe des nominalen Zinssatzes spielt auch der Zeitpunkt der Zinsgutschriften eine wichtige Rolle für die Rendite eines Engagements in Tagesgeld. Durch halb- oder vierteljährliche beziehungsweise monatliche Zinsgutschriften profitieren Sie vom Zinseszinseffekt. Beim Tagesgeldkonto der Consorsbank erfolgt die Zinsgutschrift beispielsweise vierteljährlich. Am besten orientieren Sie sich bei Auswahlentscheidungen am Effektivzinssatz, der alle Einflussgrößen auf die Rendite einer Anlage berücksichtigt.

 

  1. Ein Tagesgeldkonto ist nicht für Sparpläne geeignet

 

Im Gegenteil! Viele Banken bieten die bequeme Möglichkeit des systematischen Sparens auch für ein Tagesgeldkonto an. Die Sparraten werden dabei in einem selbst festgelegten Intervall von einem festgelegten Girokonto auf das Tagesgeldkonto umgebucht. Auch die Höhe der Sparrate können Kunden selber bestimmen. Diese Form des Sparens ist vor allem dann geeignet, wenn auf ein bestimmtes Ziel – beispielsweise eine Urlaubsreise oder eine größere Anschaffung – hingearbeitet wird.

 

  1. Es existiert keine Alternative zum Postident-Verfahren

 

Aufgrund des Geldwäschegesetzes ist vor jeder Eröffnung eines Tagesgeldkontos eine persönliche Legitimation des Sparers erforderlich. Bei Online-Banken erfolgt sie durch das Postident-Verfahren, das die Vorlage eines Personalausweises in einer Postfiliale vorsieht. Allerdigns können Sie für Ihre Legitimation auch das praktische Videoident-Verfahren nutzen. Es lässt sich bequem vom heimischen Rechner aus abwickeln.

 

  1. Über das Guthaben auf einem Tagesgeldkonto können Kunden nicht jederzeit sofort verfügen

 

Das Geld auf Ihrem Tagesgeldkonto können Sie jederzeit problemlos zum Begleichen von Rechnungen verwenden. Ebenso können Sie zu jedem Zeitpunkt online Überweisungen vornehmen. Die Aussage, dass zunächst eine Übertragung der angeforderten Tagesgeld-Einlage auf ein Referenzkonto erfolgen muss, gehört damit der Vergangenheit an.

 

  1. Es lohnt sich nicht, den Sparerfreibetrag für Tagesgeldkonten einzusetzen

 

Doch, Sie sollten unbedingt an die Einreichung eines Freistellungsauftrags denken. Jeder alleinstehende Steuerpflichtige hat einen derartigen Freibetrag in Höhe von jährlich 801 Euro, bei Verheirateten beläuft er sich auf 1.602 Euro. Alle Zinserträge, die über diese Beträge hinaus anfallen, unterliegen der Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

 

  1. Die Erreichbarkeit des Anbieters ist von untergeordneter Bedeutung

 

Damit Sie sämtliche Vorteile Ihres Tagesgeldkontos nutzen können, sollten Sie die Bank schnell und kostengünstig erreichen können. Deswegen ist es bei Direktbanken wichtig, dass Sie auf die Telefonkosten achten und sich gegen Anbieter entscheiden, deren Service ausschließlich unter kostenpflichtigen Mobilfunknummern erreichbar ist.

 

Fazit:

 

  • Bei der Anlage in Tagesgeld kommt es auf viele Faktoren wie den Zinssatz, den Zeitraum der Zinsgarantie oder den Zeitpunkt der Zinsgutschrift an.
  • Heute existieren Tagesgeldguthaben mit einer Zinsfestschreibung über mehrere Monate.
  • Trotz anhaltender Niedrigzinsphase ist Tagesgeld vor allem als Liquiditätsreserve geeignet.

 

Sind Ihnen weitere Fehleinschätzungen über die Anlage in Tagesgeld bekannt? Dann tauschen Sie sich gerne mit anderen Usern aus.

Kommentare
von
am ‎20.08.2017 11:53

selbst jetzt in der NIedrigzinsphase gibt es unterschiedliche Zinsen. Bei der einen Bank gibt es z.B. 0,2% bei einer anderen 0,5% Für mich ist die Letztere interessanter in Bezug auf Tagesgeld. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten mit viel besserer Kondition. - Denn, nicht vergessen, die Banken verdienen immer. -

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