Community

Antworten
lovecats
Regelmäßiger Autor
  • Community Junior
  • Community Junior
  • Community Beobachter
Beiträge: 29
Registriert: 23.12.2016
Nachricht 1 von 8 (611 Ansichten)

ETF mit Staatsanleihen - ein Fehler?

Hallo!

Habe im Januar 2018 zwei ETFs gekauft, die Staatsanleihen enthalten , keine Einnahemen haben und auch im Kurs leicht negativ auffallen:

 

LYX0XL: Inflation linked investment grade, Eurozone government bond, 1 - 3 years.

 

LYX0U6: Europe 2-10 years inflation expect. Inflationsgebundene Staatsanleihen.

 

Wir haben ja keine Inflation, sondern eher das Gegenteil.

Staatsanleihen werfen so gut wie keinen Zins ab. Die Anleger kaufen nur wegen der Sicherheit.

Wenn die europ. Notenbank doch die Zinsen anhebt, fallen die Kurse der bestehenden Staatsanleihen. Das auch mit Kursverfall bei diesen beiden ETF s?

TER frisst bei diesen beiden ETF s den mininalen Ertrag wohl weg. Deshalb keine Erträge zu sehen? Und der dauernde sichtbare geringe negatrive Kurs?

 

Soll ich den geringen Verlust realisieren und die beiden ETF s verkaufen?

Ich habe diese ETF s wegen der Sicherheit der Staatsanleihen gekauft. Schnepsidee?

 

Habe auch noch den DBX0AM. Euro infl. linked tatal return.

Der hat geringen Ertrag, steht aber  vom Kurs her immer ein bischen unter dem Kaufkurs.

 

Also die ETF s mit Staatsanleihen wieder abstoßen?

Danke für Ratschläge in Infos.

 

Antworten
0 Likes
Highlighted
maultasch
Enthusiast
Beiträge: 238
Registriert: 06.06.2016
Nachricht 2 von 8 (598 Ansichten)

Betreff: ETF mit Staatsanleihen - ein Fehler?

[ Bearbeitet ]

Hallo @lovecats , die Anlageentscheidungen anderer zu beurteilen ist schwierig.

Insbesondere weiß ich nicht, was die Grundlagen deiner Anlageentscheidung waren. Was es nur die "Sicherheit"?

Letztendlich hast du diese Entscheidung getroffen und diese, so hoffe ich, vorher gründlich überlegt.

Ein starkes jahr Anlagehorizont ist im Anlage- und Langfristuniversum keine Zeit.

Wenn deine Entscheidungsgründe noch Bestand haben, halte an den Anlage fest. Wenn nicht, realisiere den (möglichen) Verlust, nimm ihn als "Lehrgeld" und entscheide neu.

 

Beim deutschen Sparer gibt es irgendwelche Knöpfe, die auf die Triggerbegriffe "Sicherheit" und "Steuersparen" reagieren.

Deshalb sind wir die Nation der Bausparer, Lebensversicherungsbesitzer und Versicherungsvertragssammler (und wir lieben teure sichere Dach- und Mischfonds).

 

Ein paar grundsätzliche Gedanken aus meiner Anlageerfahrung. Alles "nur" in "sichere" Staatsanleihen anlegen halte ich für falsch. Ich habe keine einzige solcher Anlagen. Mit diesen Anlage verpasst du die Möglichkeiten am Aktienmarkt (ja - und auch her geht es nicht nur nach oben).

Mein "sicherer" Teil liegt auf einem wenig verzinsten Tagesgeld.

Der Rest ist in einem MSCI ACWI, einem STOXX 600 und als Altbestand noch in einem MSCI World - das wars.

 

Alles andere ist nur Aufwand und Verkomplizierung.

 

Schau auch mal hier:

 

https://www.finanzwesir.com/blog/passive-anlagestrategie?ref=sidebar

 

https://www.finanzwesir.com/blog/msci-acwi-imi-fm

 

Du kannst auch mal bei finanztest schauen. Die basteln ein "Pantoffeldepot" in dem auch ETF auf Staatsanleihen drin sind. Das sind aber andere als die von dir benannten.

Ich stehe im Moment aber eher auf Tagesgeld.

 

Und von allem mit "hedged", "alpha", "linked" und "trallala" würde ich eh die Finger lassen. Investmentnebelkerzen.

 

 Ach so: Ja, die Kurse können zunächst fallen. Der Emittent der ETF wird dann aber den Bestand anpassen. So dass dann wieder höherverzinsliche Papiere im Korb sind.

 

juvol
Enthusiast
Beiträge: 503
Registriert: 10.12.2014
Nachricht 3 von 8 (593 Ansichten)

Betreff: ETF mit Staatsanleihen - ein Fehler?

Du hast das Problem eigentlich erkannt. Bei Staatsanleihen kostet die vermeintliche Sicherheit deine Rendite und somit sind derzeit nach Steuern noch nicht einmal die Inflationsraten zu decken.

Wer Rendite mit Anleihen machen will, muss sehr viel Zeit für das notwendige Wissen investieren und dann in Einzelanleihen gehen.

Ich kenne keinen Fond oder ETF den ich empfehlen würde.

Mit gezielt ausgesuchten Einzelanleihen sind aber immer noch 6 bis 8 Prozent im Euroraum und ein Prozent mehr im Dollarraum möglich. Diese Anlagen bedürfen aber einer ständigen Beobachtung und Recherche, deshalb würde ich für Anfänger auch keine Empfehlung abgeben.

stocksour
Enthusiast
Beiträge: 745
Registriert: 21.07.2017
Nachricht 4 von 8 (559 Ansichten)

Betreff: ETF mit Staatsanleihen - ein Fehler?

@lovecats:

zu:

LYX0U6: Europe 2-10 years inflation expect. Inflationsgebundene Staatsanleihen.

 

Anlagestrategie: (lt. Snapshot)

 ... Der Lyxor EUR 2-10Y Inflation Expectations UCITS ETF - C-EUR ist ein OGAW-konformer börsengehandelter Fonds mit dem Ziel, den Referenzindex Markit iBoxx EUR Breakeven Euro Inflation Fr & Ge so genau wie möglich abzubilden.Der Index spiegelt die Performance einer Long-Position in deutschen und französischen Staartsanleihen mit Inflationsschutz und einer Short-Position in deutschen und französischen Staatanleihen mit angrenzender Fälligkeit wieder. Der Renditeunterschied zwischen diesen Anleihen wird gemeinhin alss Breakeven-Inflationsrate bezeichnet und gilt als Maß für die Inflationserwartungen des Marktes über einen bestimmten Zeitraum.ETFs von Lyxor Asset Management sind effiziente, börsennotierte Anlageinstrumente, die Anlegern einen transparenten, liquiden und kostengünstigen Zugang zum Exposure des zugrundeliegenden Referenzindex bieten.
 
Was ich "eingebleut" habe, habe ich auch nach dreimaligem Lesen nicht mit einem "Aha-Effekt" quittieren können. Ich kaufe aber nur, was ich verstehe, womit ich aber nicht sagen will, dass Du das nicht tust.
 
Persönlich halte ich es wie @maultasch und habe das Gros meiner liquiden Mittel auf einem immer noch mit 0,4% verzinsten Tagesgeldkonto.
 
Würde ich Anleihen kaufen, bliebe für mich nur der Ansatz von @juvol, also die "reine Lehre". Im Gegensatz zu ihm fehlen mir dafür aber sowohl Sachkunde und Erfahrung als auch die Motivation, mir beides anzueignen.
 
Nicht als Empfehlung zu sehen:
Das einzige Anleiheprodukt, um dessen Kauf ich mich seit Auflegung drücke, ist der KFM Deutscher Mittelstandsanleihen-Fonds (WKN A1W5T2), der sich seit Auflegung um seinen Startkurs bewegt, allerdings gut 4% p.a. ausschüttet, und v.a. sehr transparent gemanagt wird. Aktives Management scheint mir bei Anleihen passivem überlegen.
 
Antworten
0 Likes
juvol
Enthusiast
Beiträge: 503
Registriert: 10.12.2014
Nachricht 5 von 8 (549 Ansichten)

Betreff: ETF mit Staatsanleihen - ein Fehler?

[ Bearbeitet ]

@stocksour

Ich glaube, du bist gut beraten die Finger von diesem Mittelstandsfond zu lassen.

Für 4 % enthält dieser Fond Papiere, die ich nicht mal mit der Beißzange anfassen würde.

Als gute Parkposition könnte sich demnächst ein langlaufender Bond von Kraft Heinz anbieten, bei dem man allerdings noch ein paar Tage warten muss, weil Bonds langsamer reagieren als Aktien.

Die WKN A184LS hat einen Kupon von 4,375 bei einem derzeitigen Kaufkurs von um die 83 $, was einer Rendite von 5,65 % entspricht.

Da KH ja wohl nicht Pleite geht, sollte sich der Kurs bald wieder Richtung 90 einpendeln, was die Rendite weiter Richtung 10 Prozent verbessern würde.

 

stocksour
Enthusiast
Beiträge: 745
Registriert: 21.07.2017
Nachricht 6 von 8 (525 Ansichten)

Betreff: ETF mit Staatsanleihen - ein Fehler?

@juvol:

Danke für den Hinweis.

Ich habe mir die WKN A184LS auf die Watchlist genommen.

 

Nicht so ganz ernst gemeint:

Ich bezweifle allerdings, dass MEINE Restlaufzeit mit selbiger des Bonds konform geht, sollte ich mich zum Kaufen und Halten entschließen; 90 strebe ich nämlich nur sehr bedingt an ...

juvol
Enthusiast
Beiträge: 503
Registriert: 10.12.2014
Nachricht 7 von 8 (508 Ansichten)

Betreff: ETF mit Staatsanleihen - ein Fehler?

@stocksour

Diese Anleihe wäre natürlich nur als Parkposition für maximal ein Jahr geeignet.

Langfristig wird die Rendite zu niedrig.

Antworten
0 Likes
lovecats
Regelmäßiger Autor
  • Community Junior
  • Community Junior
  • Community Beobachter
Beiträge: 29
Registriert: 23.12.2016
Nachricht 8 von 8 (482 Ansichten)

Betreff: ETF mit Staatsanleihen - ein Fehler?

Dank an alle, die auf meine Frage eingegangen sind.

Ganz unbedarft bin ich in Finanzfragen nicht. Bin bald 80 Jahre alt.

Seit etwas über 10 Jahren bin ich bei einer Onlinebank (DAB zu Consors) mit Depot. Davor hat man dem Bankschnösel alles geglaubt. Bin auch reingefallen mit Vertretern an der Haustüre. Weil man eben keine Ahnung haben konnte damals. Schiffsfonds und investing in life (amerikanische Lebensversicherungen. Die damals in USA vor 20 Jahren zu meinem Profit hätten sterben sollen, leben heute noch. Geld futsch.

Natürlich bin ich auch breiter angelegt in etlichen ETF s in Deutschland (minus 8 % seit Jahresbeginn), USA (hier wird Crash erwartet) , emerging markets, Asien, auch in dividend und Unternehmensanleihen. Die Überlebenssicherung auch in Festgeldern bei verschienenen Banken, wo man angelblich bis zu 100000 Euro zurück bekommt bei einer Bankpleite, aber nicht einmal die Inflation ausgleichen kann.

Eine große Anzahl von Aktienanleihen hat in 2017 gut Gewinn gebracht, in 2018 weniger, und in 2019 wird man froh sein, wenn man verlustlos rauskommt. Einige Reinfälle bei den Aktienanleihen fressen, was der die Gewinne bei den anderen waren.

Werde also die ETF s mit Staatsanleihen  mit dem geringen Verlust abstoßen und schauen, was ich mache.

Vielen Dank also für Hinweise.

 

 

 

Antworten
0 Likes