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Paydirekt – die deutsche Alternative zu PayPal & Co.

Ob Bücher, Schuhe, Sportartikel oder sogar Lebensmittel – Waren im Internet sind schnell bestellt. Bequemes Onlineshopping ist schon seit Jahren zu einer festen Alternative zum Einzelhandel geworden, trotzdem ist vielen das Bezahlen im Internet immer noch nicht geheuer. Immerhin müssen bei jedem Kauf die Bankdaten preisgegeben werden. Oft wissen die Kunden nicht, wohin die Daten gelangen und was mit diesen passiert.

 

Die deutschen Banken ergreifen jetzt die Initiative. Sie führen ein eigenes Bezahlsystem fürs Einkaufen im Internet ein: paydirekt. Am 18. August lief die Testphase an, der offizielle Starttermin des Projektes ist für November 2015 geplant.

 

Neues Bezahlsystem im Internet

 

PayPal, Sofortüberweisung, Amazon und andere internationale Firmen sind schon seit einigen Jahren im Zahlungsgeschäft etabliert. Doch auf dem Markt gibt es weiterhin Bewegung: Im gesamt-europäischen Geschäft bietet Zalando beispielsweise 20 unterschiedliche Zahlverfahren an.

 

Da ältere Internet-Nutzer (50+) aller Voraussicht nach überwiegend per Rechnung oder Schalterüberweisung zahlen, kann eine von Banken gesteuerte deutsche Lösung möglicherweise das Vertrauen der Kunden gewinnen – gerade mit Blick auf die Datensicherheit.

 

Paydirekt_Start.jpg

 

Direkt vom Girokonto – ohne Drittanbieter

 

Im Vergleich zu PayPal & Co. gibt es, aus Sicht der paydirekt-Mitgliedsbanken, einen wichtigen Unterschied: Drittanbieter sind außen vor – das Geld geht direkt vom Girokonto ab, der Kunde muss nur seinen Benutzernamen oder seine E-Mail und ein Kennwort eingeben. Zuvor muss er lediglich Online-Banking und paydirekt als Service freischalten lassen. Zur Datensicherheit trägt die Tatsache bei, dass das Angebot der deutschen Banken und Sparkassen den strengen deutschen Datenschutzgesetzen unterliegt. Rechenzentren und Dienstleister befinden sich ausschließlich in Deutschland.

 

Bewährter Verbraucherschutz bleibt

 

Ebenso wie PayPal bietet paydirekt Käuferschutz und Händlergarantie:

  • Wird per paydirekt gezahlt, gilt dies als Lastschriftverfahren – direkt zwischen der Bank des Kunden und dem Händler. So kann die Zahlung später noch rückgängig gemacht werden, falls die Ware nicht beim Kunden ankommt. 
  • Die Händler haben die Gewissheit, dass beim Kunden genug Geld auf dem Konto ist, sonst wird die Zahlung gar nicht erst ausgelöst.

 

Das große Gemeinschaftsprojekt

 

Paydirekt hat es geschafft, dass sich die konkurrierenden deutschen Banken, in großer Zahl und für längere Zeit, an einen Tisch gesetzt haben. 2014 gründeten Vertreter der Genossenschaftsbanken und privaten Banken – wie z.B. DZ Bank, Deutsche Bank und Commerzbank, eine Gesellschaft, um die neue einheitliche Zahlungsplattform zu entwickeln. Vor kurzem sind auch die Sparkassen dazu gestoßen.

Am 18. August startete die Pilotphase von paydirekt. Einzelne Kunden können dann erstmals bei ausgewählten Händlern mit paydirekt bezahlen. Ende 2015 ist der offizielle Starttermin geplant. In den kommenden Monaten werden nach und nach mehr Banken und Sparkassen sowie Händler am neuen Zahlungssystem teilnehmen. Die Öffnung für Kunden wird bankenindividuell erfolgen. Die Consorsbank wird im ersten Schritt diesen Service nicht anbieten, ein nachgelagerter Start ist in Planung, ein genauer Termin kann allerdings noch nicht genannt werden.

Bei vollem Marktstart, so schätzt man, können über 50 Millionen online-fähige Girokonten in Deutschland mit paydirekt genutzt werden. 

25 Kommentare

Aufsteiger

Wäre schön wenn man etwas mehr über PayDirekt hören würde.  Mir war es bisher unbekannt. Darum danke für die Meldung.


Häufiger Besucher

Alles, womit ich Google, Facebook und Konsorten umgehen kann, wäre mir höchst willkommen!

 

Aber ob ein deutscher Dienst es schafft, genauso einfach, bequem und convenient zu funktionieren?

 

Bin gespannt....


Häufiger Besucher

Die vergangenen Wochen wurde mehrmals in HB, WiWo, FAZ etc. berichtet. Teilweise ordentlich mit Polemik garniert.

 

Eines ist auf jedenfall klar: Die Datenhaltung bleibt in Deutschland auf hiesigen Servern.

Konkurrenz belebt das Geschäft, was eher dazu führt, dass die Dienste, so auch PayPal mit den Preisen runtermüssen. Die werden ja von den meisten Onlineshops als guter Aufschlag auf den Kaufpreis aufgerechnet.

 

Mehr Infos habe ich unter www.paydirekt.de gefunden.


Aufsteiger

Danke für die info, mainhattan.

Ich kann mich dem nur anschliessen - Konkurrenz belebt das Geschäft. Hoffentlich sehen Unternehmen dies genauso und schliessen sich paydirekt an. Bei alledem bleibt nur zu sagen das auch ein  hervorragendes System unbedingt ein gutes Marketing benötigt. Ansonsten bleiben die Kunden, Händler wie Käufer, aus.


Aufsteiger

Problematisch ist doch eher das Vertrauen in Onlinebanking generell. Meine Eltern (50+) würden nie auch nur auf den Gedanken kommen, eine einzige Überweisung online auszuführen. Für das Internet gilt dann: Lieber Guthaben als Karte holen, bspw. Paysafe, Amazongutschein usw., als online bezahlen. Natürlich kein rationales Verhalten, aber trotzdem doch das größere Hindernis. Da ist doch die auf das Konto einzahlende Funktion von Paypal deutlich hilfreicher.


Aufsteiger

Hallo Goofi, alle Menschen sind nunmal anders und eben auch unterschiedlich dem Netz und seinen Möglichkeiten aufgeschlossen.

Habe auch schon so die 50er Marke überschritten und stehe zu Onlinebanking, Online-Kartenzahlungen usw usf. Andere, auch jüngere sträuben sich hier.

Und was die Einzahlung bei Paypal anbelangt ... da spricht ja nichts dagegen. Mit Paydirekt gäbe es aber eben hierzu einen Konkurrenten was dem Ganzen ja nicht schaden muss, kann, wird.


Häufiger Besucher

Woher stammen denn die Guthaben, bspw. Paysafe, Amazongutschein....? Smiley (zwinkernd)

Aus dem stationären Handel? Aus dem Internet? Auch diese wollen bezahlt werden.

Übrigens - es wurde schon darüber berichtet, dass in großen Verbrauchermärkten nachts eingebrochen wurde und die Kartenterminals gegen schadsoftwareinfizierte Terminals ausgetauscht wurden. Dies hatte zur Folge, dass die Kartendaten sowie PINs ausgespäht wurden. Und da kann der Verbraucher nicht mal was dagegen tun.


Häufiger Besucher