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Mit gutem Gewissen spenden - darauf sollten Sie achten!

von ‎06.05.2014 10:21 , bearbeitet ‎24.04.2017 13:50
4 Kommentare , 1 Like

Ihre Spende soll Gutes bewirken? Diese Tipps helfen Ihnen seriöse gemeinnützige Organisationen zu identifizieren.

 

Direktes und indirektes Engagement

 

Seien wir ehrlich: Den meisten von uns geht es ziemlich gut. Doch riskieren wir einen Blick über den Tellerrand. Fernsehberichte oder das Internet zeigen deutlich, dass nicht alle Menschen auf der Welt dieses Glück besitzen. Auch in anderen Bereichen hapert es mitunter: Tiere sind häufig auf unsere Hilfe angewiesen, die Umwelt nimmt mehr und mehr Schaden und vielleicht gibt es sogar in unserer unmittelbaren Nachbarschaft soziale Missstände, die mit etwas Engagement zu vermeiden wären. Engagement?

 

Fehlt Ihnen die Zeit, Hunde im Tierheim zu versorgen, Obdachlose zu bekochen oder gar in eine Krisenregion dieser Erde zu reisen, um ganz direkt zu helfen? Sie müssen dennoch nicht untätig bleiben: Spenden ist hier das Stichwort. Immer, wenn es um den schnöden Mammon geht, ist allerdings auch Skepsis angesagt: Welche der vielen Organisationen meinen es wirklich ehrlich? Wie viel kommt von Ihrer Spende an? Und wie sinnvoll ist es zu spenden? Möchten Sie mit einer Spende etwas bewirken, handeln Sie also am besten bedacht. Welche Aspekte hierbei von besonderer Bedeutung sind, erfahren Sie in diesem zweiteiligen Artikel.

 

Spenden und Engagieren.jpg

 

Spendenzweck: Von A wie Altenhilfe bis Z wie Zentralafrika-Hilfe

 

Einen Spendenzweck auszuwählen ist eine sehr individuelle Entscheidung. Immer wieder gibt es in der Öffentlichkeit zum Beispiel Diskussionen darüber, ob es wirklich sinnvoll ist, für Tiere zu spenden, wenn gleichzeitig zahlreiche Menschen auf Hilfe angewiesen sind. Tierschützer halten einer solchen Argumentation häufig entgegen, dass Tiere unseren Schutz benötigen, da sie besonders hilflos sind.

 

Wie allein diese Debatte zeigt, scheint es wenig zielführend zu sein, Spendenzwecke gegeneinander aufzuwiegen. Wichtiger ist, dass sich der Spender wirklich Gedanken darüber macht, was ihm am Herzen liegt, welches Projekt er fördern möchte und ob das sinnvoll ist. Wenn die Entscheidung für einen oder mehrere Spendenzwecke getroffen ist, gilt es Organisationen zu finden, denen Sie Ihr Geld guten Gewissens anvertrauen können. Eine wichtige Hilfestellung können hierbei Spendensiegel und Tests sein.

 

Die Rolle von Spendensiegeln und Tests – Auswahl einer guten/seriösen Organisation

 

Ohne Frage ist es mühsam, in Eigenregie alle Organisationen zu prüfen, die dem ausgesuchten Spendenzweck dienen. Erleichterung können hier Gütesiegel bieten, die nach spezifischen Kriterien vergeben werden. Allerdings müssen auch diese Siegel seriös und aussagekräftig sein.

 

Eine sehr große Bedeutung kommt diesbezüglich in Deutschland dem Spendensiegel des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen (DZI) zu. Das Siegel soll laut Angaben auf den Internetseiten des DZI unter anderem belegen, dass die ausgezeichneten Organisationen verantwortungsvoll und sorgfältig mit Ihren Spenden umgehen. Wie das DZI-Siegel vergeben wird, erfahren Sie direkt bei der unabhängigen Stiftung.

 

Leider kann Ihnen aber auch das DZI-Siegel nicht in allen Fällen weiterhelfen: Wie das Institut in seinen FAQs selbst betont, sind nicht alle Organisationen automatisch unseriös, die kein Siegel tragen. Die Hauptgründe hierfür sind schnell erklärt:

 

  1. Die Beantragung des Siegels ist freiwillig,
  2. Das Institut vergibt das Siegel nur an Organisationen mit einem Geldspendevolumen von mindestens 25.000 Euro pro Jahr und
  3. Es fallen Gebühren an, wenn eine Organisation einen Antrag auf das Siegel stellt.

 

Punkt 2 und 3 zeigen, dass insbesondere für kleinere, oft regional tätige Organisationen der Weg zum DZI-Siegel nicht leicht oder überhaupt nicht realisierbar ist. Das DZI weist diesbezüglich allerdings darauf hin, dass Spender kleinere Organisationen auch ohne externe Hilfe beurteilen können. Hier sind Sie bei Ihrer Einschätzung oft einfach näher dran, um die Arbeit bewerten zu können. Zudem hilft die DZI-Spenderberatung mitunter auch dann weiter, wenn es gilt eine Organisation ohne Siegel zu beurteilen.

Auch andere Stellen können helfen, seriöse Organisationen ausfindig zu machen: so zum Beispiel die Stiftung Warentest, die im November 2013 zusammen mit dem DZI 44 Tier- und Umweltorganisationen getestet hat. Oder die Deutsche Evangelische Allianz e. V., die Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen e. V. und das netzwerk-m, die zusammen ein Spendenprüfzertifikat für ihre Mitgliedsorganisationen entwickelt haben. Schließlich ist es durchaus möglich, gefälschten oder wenig aussagekräftigen Siegeln oder Tests aufzusitzen.

  

Sach- oder Geldspenden.jpg

 

Sach- oder Geldspenden – was kommt besser an?

 

Auf Ihrem Dachboden sammeln sich viele Gegenstände, die noch nutzbar sind und einen guten Zweck erfüllen könnten? Doch sind Sachspenden wirklich eine gute Idee? Die Antwort lautet eher „Jein“. Bitten seriöse Organisationen dezidiert/konkret um Sachspenden, spricht nichts dagegen, dieser Aufforderung nachzukommen. 

 

Geldspenden sind aber oft willkommener, da Geld universell einsetzbar ist und damit für Menschen in Not die Dinge angeschafft werden können, die sie auch wirklich benötigen.

Es ist nicht böse gemeint, wenn eine von Ihnen ausgewählte seriöse Organisation keine Sachspenden annimmt. Sie will Ihren guten Spendenwillen damit nicht infrage stellen.

 

Es geht eher darum, dass die Hilfe wirtschaftlich ist und die betroffene Region stärkt. Um gut erhaltene Sachspenden an den Mann zu bringen, recherchieren Sie am besten nach Organisationen in Ihrem direkten Umfeld: Manche Vereine veranstalten zum Beispiel Flohmärkte, um Geld für ihre Arbeit zu gewinnen.

 

Stellen Sie immer sicher, dass der Empfänger Ihrer Spenden diese gleichfalls in Ihrem Sinne einsetzt. Auch bei der weitverbreiteten Altkleidersammlung gilt es, aufmerksam und kritisch zu sein. Was Sie dabei beachten sollten, damit Ihre Kleiderspende nicht gewerbsmäßigen Sammlern in die Hände fällt, erfahren Sie bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e. V.

 

Cortal Consors Blog.png

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

 

  • Sowohl direkt als auch indirekt können Sie Engagement für einen guten Zweck unter Beweis stellen. Direkt helfen Sie zum Beispiel, indem Sie ein Ehrenamt übernehmen. Ein indirekterer Weg, Gutes zu tun, ist das Spenden von Geld.
  • Möchten Sie Geld spenden, sollten Sie den Spendenzweck und die Organisation sorgfältig auswählen, damit Ihr Geld dort ankommt, wo es wirklich hilft. Die Auswahl eines Spendenzweckes ist eine sehr individuelle Angelegenheit. Bei der Auswahl einer passenden seriösen Organisation können Spendensiegel und Tests behilflich sein.
  • In Deutschland besitzt das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen (DZI) eine besondere Bedeutung. Nicht jede Organisation, die dieses Siegel nicht trägt, ist allerdings automatisch als unseriös einzustufen.
  • Grundsätzlich sind Geldspenden auch bei seriösen Organisationen oft willkommener als Sachspenden. Geld hat das Potenzial zielgerichteter zu helfen und betroffene Regionen wirtschaftlich zu stärken.

 

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Ausblick: Lieber Leser, wie Sie hier bereits festgestellt haben, ist das Spenden mit Herz und Verstand eine Aufgabe mit ganz eigenen Herausforderungen. Im zweiten Teil dieses Artikels erfahren Sie mehr dazu, was von Ihrem Geld ankommt, auf welchen Wegen Sie spenden können und was Ihnen Ihre Spende außer einem guten Gewissen noch bringt. 

Kommentare
von
am ‎07.05.2014 15:33

die unsicherheit beim spenden ist ja wirklich weit verbreitet. finde ich gut, dass ihr das thema hier aufgreift. bin auch gerade mal dem dzi-link gefolgt und dabei meiner meinung nach auf einen noch interessanteren beim dzi gestoßen, nämlich vor welchen organisationen das dzi warnt inkl. begründung: warndatei .

von
am ‎27.07.2014 20:01

hallo Gerrit ( und andere Spendenfreunde)

Es ist tatsächlich so, dass man beim Spenden Obacht geben muß. Oft sollen ja die Spendenbeiträge noch steuerrelevant eingesetzt werden. Spenden an Anonyme schließe ich aus Vorsicht erst mal völlig aus ( es gibt z.B. beim DZI Warnlisten.)

Aber auch die weltweiten Spendensammler, auch die, die in Zusammenwirken mit den Medien (Fernsehshows !), massiv auf die Zuhörer/Zuschauer eintrommeln, sind nicht a priori "weiße Schafe". Ich will seit Jahren mich mit helfenden Beträgen beteiligen und habe folgende Adresse:  In unserer Stadt gibt es ein Katzenheim (Träger: Katzenhilfeverein Hoyerswerda). Ein kleiner Verein mit ca nur 65 Mitgliedern und leider leider finanzschwach. Von der Stadtverwaltung leider keinerlei Hilfe und Unterstützung ! Die dort Beschäftigten ( fast nur Frauen) leisten dort nahzu unmös, es ist bewundernswert. Dort weiß ich genau, dass das Geld direkt oder indirekt den Tieren zu Gute kommt.Und dort geht es daher immer mal wieder hin. Wenn man sehen will: im Internet www.katzennot.de

von
am ‎27.07.2014 20:03

Ergänzung zu meinem User-Beitrag soeben: SCHREIBFEHLER sorry:

statt  unmös,  lies unmögliches

von
am ‎18.09.2014 10:24

Ich spende da eher an den Kinderschutz als an den Katzenschutz. Tierschützer übertreiben oft, ja sind sogar radikal, sieht man die Aufrufe zB in Düsseldorf.

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