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Kickrs.net – Fußball als private Vermögensstrategie

von Das Unternehmen am ‎13.04.2017 11:48

Aktien, Gold und Festgeld sind klassische Anlagen, um das persönliche Vermögen zu mehren. Eine neue Idee ermöglicht nun das Investment in Fußballvereine. Lohnt sich das?

 

Flanke, Kopfball, Tor! Fußball ist die beliebteste Sportart in Deutschland. Mittlerweile werden mit dem Kampf ums runde Leder Milliarden erwirtschaftet. Spitzenreiter ist hierbei Bayern München. Der deutsche Rekordmeister erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz in Höhe von 626,8 Millionen Euro und machte 33 Millionen Euro Gewinn. Doch auch kleinere Vereine buhlen um Geldgeber und suchen immer neue Möglichkeiten, die Vereinskasse aufzubessern. Die Intention ist klar – mit Geld lassen sich bessere Spieler kaufen, größere Stadien bauen und so die Umsätze erhöhen. RB Leipzig hat in den vergangenen Jahren vorgemacht, dass Geld eben doch Tore schießt. Der Verein schaffte einen sensationellen Durchmarsch von der Oberliga ins deutsche Fußball-Oberhaus. Dieser sportliche Erfolg ist nicht zuletzt den Millionen-Investitionen der Red Bull GmbH zu verdanken.

 

private Investition in Fußball mittel Crowdfunding.jpg

 

Kickrs.net – per Crowdfunding Fußballvereine unterstützen

 

Im Rahmen des Crowdfunding-Hypes entstand im Jahr 2015 eine Plattform, auf der Fans nun auch gezielt kleinere Vereine unterstützen können. Dabei geht es um verschiedene Investitionen – vom Bau eines neuen Familienblocks bei Lokomotive Leipzig bis zum Aufbau einer Jugendakademie beim FC Admira Wacker Mödling. Entwickelt wurde das neue Crowdfunding-Format von dem Münchner Rechtsanwalt Daniel Hildebrand. In Kooperation mit dem aktuellen Kickrs-CEO Christoph Hornung schaffte er die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Website, auf der Fußballklubs um private Investoren buhlen können. Doch wie funktioniert das genau?

Eigentlich ganz einfach. Im Falle des geplanten Neubaus eines Familienblocks im Stadion von Lokomotive Leipzig stellte der Verein das Projekt auf Kickrs.net vor und warb so für privates Investment. Die Fans des Vereins haben auf der Webseite entweder die Möglichkeit, eine bestimmte Summe zu spenden oder mit ihrem Geld Prämien zu erwerben. Bei den Prämien handelt es sich um bei Anhängern begehrte Events, wie ein Elfmeterschießen gegen einen Profi des Klubs oder um Goodies. Die Palette reicht von Spielerautogrammen bis hin zu persönlichen Namensschildern auf den Stadionsitzplätzen. Bei Lokomotive Leipzig verlief die Crowdfunding-Kampagne äußerst erfolgreich. Insgesamt nahm der Verein so 77.260 Euro ein und überflügelte die anvisierte Summe von 15.000 Euro um ein Vielfaches. Bei dem bereitgestellten Kapital handelt es sich rechtlich um ein Nachrangdarlehen, das die Liquidität des Clubs erhöht und im besten Falle auch einen Erfolgszins abwerfen kann. Fans können so also ihren Verein nicht nur finanziell unterstützen, sondern eventuell sogar einen Return on Investment erzielen.

 

 

Fußball-Crowdfunding: spekulative Geldanlage mit hohem Risiko

 

Das Wagnis bei solchen Geldanlagen ist allerdings relativ hoch. Kickrs.net macht auf seiner Homepage selbst darauf aufmerksam, dass „der Erwerb solcher Vermögensanlagen mit erheblichen Risiken verbunden ist und zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen kann“. Fußball-Fans scheint dieser Warnhinweis allerdings nicht abzuschrecken. Die meisten Kampagnen auf Kickrs.net waren von Erfolg gekrönt. Bis jetzt konnte lediglich ein Projekt nicht genügend Geldgeber mobilisieren: der westdeutsche Traditionsverein Rot-Weiß Essen scheiterte mit dem Versuch, Finanzmittel für sein Jugendleistungszentrum einzusammeln. Die Kampagne wurde beim Stand von 21.882 Euro beendet. Geplant war es eigentlich, für den Ruhrgebietsklub 50.000 Euro einzuheimsen.

 

Panagiotis Kynigopoulos ist der weltweit erste „Crowd-Kicker“

 

Neben den bereits beschriebenen Investment-Varianten bietet Kickrs.net einen weiteren Ansatz der Geldanlage an. Die Plattform ermöglicht es auch, per Crowdfunding direkt in die Karriere eines einzelnen Spielers zu investieren. Im Sommer 2016 wurde ein erstes Projekt gelauncht, bei dem es um den griechischen U19-Nationalkicker Panagiotis Kynigopoulos – kurz Kyn – ging. Am Ende investierten 516 Kleinanleger insgesamt 236.606 Euro in den Stürmer. Dank der erreichten Summe konnte der Youngster von Griechenland zum belgischen Erstligisten VV St. Truiden wechseln und anschließend durch diverse Leihgeschäfte internationale Erfahrungen sammeln.

Ob die Investition der Fußballfans in Kyns Werdegang schlussendlich erfolgreich sein wird, bleibt derzeit noch abzuwarten. Sicher ist, dass es beim Fußball-Crowdfunding um „Alles oder Nichts“ gehen kann. Sollte sich Kynigopoulos beispielsweise eine langwierige Verletzung zuziehen, ist das Geld der Investoren definitiv passé. Doch laut Kickrs-Erfinder Christoph Hornung geht es bei dem Projekt nicht nur um Rendite, sondern auch um den generellen Spaß am „König Fußball“. Und diesen Spaß lassen sich treue Fans bekanntlich so Einiges kosten.

 

Quo vadis, Kickrs.net?

 

Derzeit ist es allerdings fraglich, ob Kickrs.net bei Sportfans und Vereinen so gut ankommt, wie es von den Gründern geplant war. Aktuell gibt es keine einzige laufende Kampagne, auch in Sachen Eigenwerbung macht sich Kickrs.net derzeit eher rar. Der letzte Facebook-Eintrag der Crowdfunding-Plattform datiert von Dezember 2016. Möglicherweise ist die Konkurrenz der großen Crowdfunding-Anbieter wie „Kickstarter“ oder „Startnext“ daran schuld, dass Kickrs.net derzeit eine kreative Pause einlegt. Denn auch bei den Platzhirschen der Branche umgarnen Vereine potenzielle Geldgeber, um Finanzmittel für fußballerische Investments zu generieren. Mit dabei ist u. a. der SV Waldhof Mannheim.

 

Fazit:

 

  • Fußball-Crowdfunding kann kleinere Vereine finanziell unterstützen.
  • Die Geldanlage ist zwar spekulativ, kann sich aber in einigen Fällen lohnen.
  • Vor allem Sportfans dürften an dieser Form der potenziellen Vermögensbildung Spaß haben.
  • Bei der Geldanlage gilt es Risiken abzuwägen, die zum Beispiel durch die Verletzung von Spielern entstehen könnten.

 

Was halten Sie von privaten Investitionen im Fußball-Geschäft? Ist eine Geldanlage in Nachwuchs-Talente eine Option oder ist Ihnen das Geschäft zu risikoreich? Teilen Sie Ihre Meinung mit uns und unseren Lesern!

 

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Interessieren auch Sie sich für Fußball und möchten einen Verein finanziell unterstützen? Mit einer Crowdfunding-Aktion möchte die Consorsbank den lang gehegten Wunsch zahlreicher Fans des 1. FC Nürnberg möglich machen: Die Umbenennung der Nürnberger Arena in „Max-Morlock-Stadion“. Noch bis zum 14.05.2017 können Sie sich an der Aktion beteiligen. Als Dankeschön erhalten Unterstützer je nach Höhe der Spende eine Prämie. Jetzt crowdfunden!

 

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