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Einteilung von Fonds (2/2). Ein Überblick über Fondsgruppen.

Fonds und kein Ende: So lassen sich wesentliche Bezeichnungen für Fondsarten herleiten. 

 

Noch mehr Fonds – so behalten Sie den Durchblick!

 

Lesen Sie im ersten Teil dieser Reihe über Aktienfonds, Geldmarktfonds, Rentenfonds oder Themenfonds. Im zweiten Teil geht es um die Einteilung von Fonds nach geografischen und wirtschaftlichen Aspekten sowie nach dem Adressatenkreis. Zudem erfahren Sie, dass sich die vorgenommenen Einteilungen naturgemäß überschneiden können und warum sie kaum Auskunft über das Risiko eines einzelnen Fonds geben können.

  

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Beispiel 3: Einteilung nach geografischen oder wirtschaftlichen Aspekten

 

Anleger können mit Fonds ganz bewusst in ein spezifisches Land, einzelne Regionen oder aber auch in Schwellenländer investieren. Schenken Fondsmanager diesen geografischen und zugleich wirtschaftlichen Aspekten Aufmerksamkeit, können zahlreiche weitere umgangssprachliche Fondsbezeichnungen entstehen – wie etwa Russlandfonds, Frankreichfonds, Südamerikafonds, Asienfonds oder Emerging-Market-Fonds. Letzterer Begriff bezeichnet allgemein Fonds, die in Schwellenländer investieren. „Emerging Market“ lässt sich dabei mit „aufstrebender Markt“ übersetzen.

 

Bezeichnungen wie Frankreichfonds, die doch recht umgangssprachlich sind, finden Sie häufig in der Presse – zum Beispiel wenn es darum geht, besondere Investmenttrends aufzuzeigen. Übrigens: Sobald es um unterschiedliche Anlagestile geht, können auch Begriffe wie Blue-Chip-Fonds auftauchen. Blue Chips sind Aktien von Unternehmen mit hohem Börsenwert. Ein Blue-Chip-Fonds investiert dann genau in solche Aktien.

 

Verengung des Anlageuniversums bei geografischer und wirtschaftlicher Auswahl

 

Die Fokussierung auf ein Land, eine Region oder auf ein oder mehrere Schwellenländer geht immer mit einer Beschränkung des Anlageuniversums einher, die sich risikoerhöhend bemerkbar machen kann. Dies gilt im besonderen Maße bei der Konzentration auf ein Land. Investitionen in Schwellenländer können besonders risikobehaftet sein, da die wirtschaftliche Entwicklung solcher Länder starken Schwankungen unterliegen kann. Investitionen in Nebenwerte durch Small-Cap-Fonds (Fonds, die in Aktien mit niedriger Marktkapitalisierung investieren) können ebenfalls risikoreicher sein als Investitionen in Aktien von Unternehmen mit hohem Börsenwert.

 

Einteilung Fondsgruppen.jpg

Beispiel 4: Einteilung nach Adressatenkreis

 

Eine weitere Fondsbezeichnung, über die Sie eventuell schon einmal gestolpert sind, ist diejenige des Publikumsfonds. Mit der im ersten Teil dieses Artikels vorgestellten Interpretationsweise, dass bei manchen Fonds vom Namen auf den hauptsächlichen Investitionsgegenstand zu schließen ist, kommen Sie hier nicht weiter. Vielmehr soll Ihnen diese Bezeichnung sagen, dass der betreffende Fonds für Sie als Privatanleger infrage kommt. Demgegenüber stehen Spezialfonds, die sich an institutionelle Anleger wie zum Beispiel Unternehmen und Versicherungen richten.

 

Wie groß die Bedeutung von Spezialfonds ist, obwohl Sie als Privatanleger von diesen kaum etwas mitbekommen, erfahren Sie beim BVI Bundesverband Investment und Asset Management e. V. Mit Spezialfonds haben Sie als Privatanleger auf direktem Wege nichts zu tun. Diese Fonds spielen für Sie eher indirekt eine Rolle – zum Beispiel, weil Sie Kunde einer Versicherung sind, die in Fonds investiert. Alle Fonds, die für Sie direkt als Privatanleger infrage kommen, sind dann automatisch Publikumsfonds.

 

Überschneidung der Einteilungen

 

Ein und derselbe Fonds kann mehrere Benennungsmerkmale aufweisen. So kann ein Aktienfonds zum Beispiel gleichzeitig auch ein Publikumsfonds und ein Themenfonds sein. Viele weitere Überschneidungen sind denkbar.

 

Als Ausgangsbasis gibt Ihnen die im ersten Teil dieses Artikels vorgenommene Einteilung nach dem hauptsächlichen Investitionsgegenstand ein wichtiges Unterscheidungsinstrumentarium an die Hand. An zusätzliche Einteilungen können Sie sich dann immer noch in einem zweiten Schritt heranwagen. Verlieren Sie aber bei der jeweiligen Fondsauswahl niemals das Wichtigste aus dem Blick: Die Fonds müssen vor allem auch in Hinblick auf Ihre Risikobereitschaft zu Ihnen passen.

 

Entscheidet die Gruppenzugehörigkeit über Risiko und Rendite?

 

Die vorgestellten Grobeinteilungen von Fonds sind zwar nicht die einzig denkbaren, sie verdeutlichen allerdings bereits im Ansatz, dass die vorgenommenen Einteilungen wenig mit der Einschätzung von Risikopotenzial und Renditechancen zu tun haben. Auf der einen Seite gibt es in der Gruppe der Fonds, die ihren jeweiligen Namen den zugrunde liegenden Anlagewerten verdanken, sowohl grundsätzlich risikoreichere Fondsarten wie etwa den Aktienfonds und eher weniger risikobehaftete Fondsarten wie den Geldmarktfonds.

 

Zusätzliche Schwerpunktsetzungen, besondere Strategien und Co. können allerdings immer auch das Risiko bei eher risikoarmen Fondsarten erhöhen.

Das Beispiel der Fondsgruppen, die nach Regionen, Ländern oder etwa Themen benannt sind, verdeutlicht andererseits doch einen gewissen Einfluss der Einteilung auf das Anlagerisiko. Als Faustregel kann hierbei gelten: Je enger das Merkmal gestrickt ist, auf das sich die Fondsbezeichnung bezieht, desto stärker kann sich auch das Anlageuniversum verengen.

 

Grundsätzlich ist aber festzuhalten, dass die vorgestellten Fondsbezeichnungen kaum eine zuverlässige und allgemeingültige Einschätzung über Risiko und Rendite zulassen. Wichtig ist selbstverständlich auch eine Beurteilung der gewählten Anlagestrategien und somit ein breit angelegtes Fonds-Know-how beim Anleger.

 

Cortal Consors Blog.png

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

 

  • Bezeichnungen für Fonds resultieren mitunter aus geografischen bzw. wirtschaftlichen Schwerpunktsetzungen. Beispiele sind Frankreichfonds, Südamerikafonds oder Emerging-Market-Fonds, Blue-Chip-Fonds.
  • Schwerpunktsetzungen können das Anlageuniversum wesentlich verengen.
  • Bezeichnungen für Fonds können auch den Adressatenkreis benennen. In dieser Hinsicht stehen Publikumsfonds den Spezialfonds gegenüber.
  • Überschneidungen der Einteilungen sind möglich: Ein Aktienfonds kann zum Beispiel gleichzeitig auch ein Publikumsfonds und ein Themenfonds sein.
  • Die vorgenommenen Einteilungen von Fonds sowie die Kurzbezeichnungen verraten nur sehr wenig über Chancen und Risiken der Geldanlagen. Es ist immer eine individuelle Auswahl zu treffen, welche der persönlichen Risikobereitschaft und den eigenen Erwartungen entsprechen sollte.