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Einteilung von Fonds (1/2). Ein Überblick über Fondsgruppen.

Aktienfonds, Mischfonds, Rentenfonds – im Folgenden finden Sie einen Überblick über die Bezeichnungen der geläufigsten Fonds. 

 

Bunte Fondswelt

 

Auf der Suche nach Geldanlagen stoßen einige Verbraucher auf Fonds. Bei einem offenen Investmentfonds erwirbt der Anleger Anteile. Er ist dabei nicht alleine, sondern in der Gemeinschaft weiterer Anleger, die ebenfalls in den Fonds investieren und somit Anteile erwerben. Das Geld, das auf diese Weise dem Fonds zufließt, wird Teil des Sondervermögens.

 

Die Fondsmanager investieren die Gelder, um möglichst eine positive Rendite oder eine Überrendite im Verhältnis zu einem vorher definierten Vergleichsindex zu erwirtschaften. Diese Investitionen können ganz unterschiedlicher Art sein.

 

Neben dem wohl bekanntesten Fonds, dem Aktienfonds, gibt es auch Indexfonds, Geldmarktfonds und Publikumsfonds. Welche wichtigen Fondsgruppen Sie kennen sollten, wie sich Fonds einteilen lassen und ob die Zugehörigkeit zu einer Gruppe Aussagen über Risiko und Renditechancen eines Fonds zulässt, ist Thema dieses zweiteiligen Artikels.

 

 

Grundlegender Unterschied: offener oder geschlossener Fonds

 

Die Bezeichnung „Fonds“ ist leider nicht immer eindeutig. So wie der Begriff im einleitenden Teil dieses Artikels gebraucht wurde, steht er für offene Investmentfonds. Der Kurzbegriff dient aber auch zur Bezeichnung geschlossener Fonds. Hierbei handelt es sich um unternehmerische Beteiligungen mit spezifischen, besonders hervorzuhebenden Risiken.

 

Im Folgenden dreht sich alles ausschließlich um offene Investmentfonds. Sie erfahren dabei exemplarisch, nach welchen Merkmalen sich Fonds in einzelne Gruppen bündeln lassen.

 

Fondsgruppen.jpg

 

Beispiel 1: Einteilung nach hauptsächlichem Investitionsgegenstand

 

Viele Bezeichnungen für offene Investmentfonds resultieren aus einer Fokussierung auf den hauptsächlichen Investitionsgegenstand (die „Asset Class“). In diese Fondsgruppe gehören daher auch die Aktienfonds. Die Methode, Fondsgruppen nach ihren hauptsächlich genutzten Anlagewerten zu benennen, ist sehr typisch. Die geläufigsten Einteilungen, die Ihnen dabei begegnen, sind: offene Immobilienfonds, Rentenfonds, Mischfonds, Geldmarktfonds und Dachfonds.

 

Erklärungsbedürftige Bezeichnungen

 

Während die Bezeichnung „offener Immobilienfonds“ noch ähnlich einfach herzuleiten ist wie diejenige des Aktienfonds, können sich bei den übrigen Begriffen Verständnisprobleme ergeben. Ein Rentenfonds investiert natürlich nicht in die Deutsche Rentenversicherung. Seine Anlagewerte sind Anleihen. Geldmarktfonds gehen ähnlich vor, sie setzen bei den Anleihen allerdings auf sehr kurze Laufzeiten sowie auf Geldmarktpapiere.

 

Dachfonds sind darauf spezialisiert, in andere Fonds zu investieren, und im Falle von Mischfonds profitieren die Fondsmanager von einer gewissen Flexibilität. Sie können hier zwischen der Investition in Anleihen oder Aktien „switchen“. Mehr Informationen zu den meisten hier vorgestellten Fonds – insbesondere zu den offenen Immobilienfonds, aber auch zu den bis jetzt noch nicht erwähnten Indexfonds – finden Sie auch auf den Internetseiten des BVI Bundesverbandes Investment und Asset Management e. V. 

 

Übrigens: Manchmal verschleiert eine Fondsbezeichnung den hauptsächlichen Anlagewert auch ein wenig: Rohstofffonds beispielsweise investieren mitunter indirekt in Unternehmen aus der Rohstoffbranche – zum Beispiel über den Kauf von Aktien. Sie können auch als Branchenfonds – auf die wir weiter unten noch eingehen – verstanden werden. Deshalb hat sich auch die Unterscheidung zwischen Rohstoffaktienfonds und Rohstofffonds, die versuchen, die Preisentwicklung von mehreren Rohstoffen nachzuvollziehen, etabliert.

 

Zusätzliche Schwerpunktsetzung bei Fonds mit Bezug zum Investitionsgegenstand

 

Einige der oben genannten Fonds können spezifische Schwerpunkte aufweisen. Paradebeispiele hierfür: Aktien- und Rentenfonds. Beide Fondsarten können zum Beispiel einen Schwerpunkt in Hinblick auf die Region setzen, aus der die Aktien bzw. verzinslichen Wertpapiere stammen sollen.

 

Beim Aktienfonds ist eine fehlende Schwerpunktsetzung und somit die große Auswahl zwischen Wertpapieren aus der ganzen Welt zwar häufig anzutreffen, es gibt aber auch spezielle Aktienfonds, die ganz bewusst „nur“ in Europa, Deutschland, aber zum Beispiel auch in Schwellenländer investieren. Sind zwei oder mehrere wesentliche Merkmale bei der Einteilung von Fonds hervorzuheben – wie bei manchen Aktienfonds die jeweiligen Anlagewerte und die Schwerpunktsetzung auf Regionen – ist dies ein Anlass, der weitere Fondsbezeichnungen entstehen lassen kann. Mehr zu einer geografischen und/oder wirtschaftlichen Schwerpunktsetzung erfahren Sie auch im zweiten Teil dieses Artikels.

 

Einteilung Fonds.jpg

 

Beispiel 2: Einteilung nach Thema, Branche oder Strategie

 

Bei Themenfonds steht nicht der Anlagewert im Mittelpunkt, sondern der „Betreff“. Ein solcher Betreff kann zum Beispiel das Themengebiet Internet sein. Dieses Beispiel verdeutlicht, dass die Übergänge zwischen Themen- und Branchenfonds – wie auch dieser Artikel auf den Internetseiten der Börse Frankfurt betont – wiederum fließend sind.

Wichtig erscheint in Hinblick auf die Abgrenzung von Aktien- und Themenfonds vor allem, dass ein Themenfonds sich nicht nur auf Aktien als Anlagegegenstand beschränken muss.

 

Allerdings spielen diese auch bei Themenfonds eine zentrale Rolle. Es gibt nicht nur Ähnlichkeiten zwischen Themen- und Branchenfonds, sondern auch zwischen diesen beiden Fondsarten und Fonds, denen eine bestimmte Strategie zugrunde liegt. Als Paradebeispiel dient der Ethikfonds. Der Manager eines solchen Fonds muss eine Strategie verfolgen, welche die Bezeichnung Ethikfonds in irgendeiner Weise rechtfertigt.

 

Er wird demnach Kriterien aufstellen, welche von den Anlagewerten zu erfüllen sind. Ein Ethikfonds kann zu einem Branchenfonds werden, wenn zum Beispiel eine Konzentration auf erneuerbare Energien erfolgt. Er kann aber auch durchaus als Themenfonds verstanden werden. Themen- und Branchenfonds können ein höheres Risiko aufweisen als beispielsweise Aktienfonds mit breiterer Streuung.

 

Sonderfall Indexfonds

 

Die Bezeichnung Indexfonds lässt sich mit etwas Fantasie wahlweise der ersten oder zweiten Beispielgruppe in diesem Artikel zuordnen. Dem Hauptinvestitionsgegenstand zufolge bilden Indexfonds die Entwicklung eines zugrunde liegenden Indexes wie etwa dem DAX ab. Hierbei setzen Sie zum Beispiel auf Wertpapiere, die in dem Index vorkommen, oder auf Swaps. Indexfonds bedienen sich jedoch in gewisser Weise auch einer Strategie, die eben genau darin besteht, den Index ohne aktives Management abzubilden. 

 

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Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  

  • Die Fondswelt unterscheidet zwischen offenen und geschlossenen Fonds.
  • Es existieren unzählige Bezeichnungen, die auf ein bestimmtes Merkmal eines offenen Investmentfonds hinweisen sollen.
  • Ein solches Merkmal kann zum Beispiel der hauptsächliche Investitionsgegenstand eines Fonds sein. Das Resultat sind dann Begriffe wie zum Beispiel Aktienfonds, Rentenfonds, Mischfonds und Geldmarktfonds.
  • Fonds, deren Namen aus dem Hauptinvestitionsgegenstand resultieren, lassen sich mitunter noch einmal in Hinblick auf eine spezifische Schwerpunktsetzung unterscheiden.
  • Andere Merkmale für Fondsbezeichnungen sind zum Beispiel Themen, Branchen und Strategien. Diese drei Felder ähneln sich im Kern. 

 

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Lieber Leser, die Bezeichnungen für Fonds sind vielfältig. Mit etwas Engagement lässt sich durchaus mehr Durchblick erzielen. Lesen Sie auch den zweiten Teil dieses Artikels, um zu erfahren, welche wichtigen weiteren Fondsbezeichnungen es gibt.