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Die Darvas-Methode - tänzerisch zum Börsenerfolg

Nicolas Darvas war ein in die USA emigrierter, ungarischer Tänzer, der Ende der 1950er Jahre mit seiner Anlagemethode erstaunliche Erfolge an der Börse erzielte. Innerhalb von nur 18 Monaten verwandelte er 36.000 Dollar in ein Vermögen von mehr als 2 Millionen. Diesen Erfolg verdankte er der von ihm selbst entwickelten Darvas-Methode, die auch unter dem Namen "The Box Theory" (Kasten-Theorie) bekannt ist. Seit seinem ersten Kontakt mit Aktien las Nicolas Darvas mehr als 200 Bücher über den Handel und beobachtete den Markt. Seine anfänglichen Versuche waren nicht sehr erfolgreich, doch mit ausreichend großer Erfahrung erzielte er große Gewinne.

  

Aktien sind wie Tänzer

 

Nicolas Darvas verglich den Aktienkurs mit einem Tänzer. Bevor dieser zu einem großen Sprung nach oben ansetze, müsse er in die Hocke gehen, um eine hohe Sprungkraft zu entwickeln. Ähnlich schätzte er das Potenzial einer Aktie ein. Bevor der Kurs rapide steigt, sind kleinere Einbrüche zu erwarten. Auf dieser Basis entwickelte er die sieben Grundregeln der Darvas-Methode.

 

Regel 1: Aktien mit Höchstkursen bevorzugen

 

Aktien, die neue Höchstkurse verzeichneten, waren für Darvas die idealen Kandidaten für einen Kauf. Zeigten Papiere ein neues Allzeithoch, waren sie besonders interessant. Die Begründung für dieses Vorgehen war nachvollziehbar: Bei einer Aktie, die neue Hochs produzierte, waren keine charttechnischen Widerstandslinien vorhanden. Damit kam auch kein Verkaufsdruck von Anlegern, die steigende Kurse zum Glattstellen ihrer Verlustposition mit diesen Wertpapieren nutzen wollten.

 

Regel 2: Hohe Börsenumsätze

 

Für eine Anlage waren für Darvas nur Papiere von Interesse, die an der Börse große Umsatzzahlen erreichten. Er argumentierte, dass nur liquide Aktien, die rege gehandelt werden, auf Dauer faire Preise erzielen.

 

Regel 3: Lange Kursanstiege

 

Damit eine Aktie nach Darvas‘ Methode interessant war, musste sie bereits seit mehreren Monaten einen kontinuierlichen Kursanstieg verzeichnen. In die Auswahl kamen nur Papiere, die nach ihren Zwischenhochs keine starken Kursgefälle zeigen. Hier leisteten die von Darvas genutzten Boxen gute Dienste. Dazu zog er ein Viereck um einen Ausschnitt des Aktienkurses. Bewegte sich der Wert innerhalb des markierten Abschnitts aufwärts, war sie interessant. Überschritten Kursabfälle die untere Begrenzung, verzichtete er auf ein Engagement. Stieg die Aktie über die obere Begrenzung, legte er ein neues Kästchen an. Interessante Aktien zeigten nach Darvas seit Monaten einen Verlauf, bei dem sich die verschiedenen Kästchen schräg übereinanderstapelten, während die unteren Begrenzungslinien nie durchbrochen wurden.

 

Regel 4: Nicht auf das Prinzip Hoffnung setzen

 

Darvas verkaufte konsequent die Papiere, die nach seiner Methode den Zenit überschritten hatten. Die untere Begrenzung seiner Kästchen markierte unweigerlich den Punkt, an dem ein Verkauf erfolgen musste. Er nutzte Stop-Loss-Aufträge, um seine Verluste zu begrenzen. Aktien, die einen gewissen Kurswert unterschritten, wurden automatisch abgestoßen. Darvas vertrat in seiner Theorie die Auffassung, dass eine Aktie, die einen gewissen Kurswert unterschreitet, in der nächsten Zeit keine größeren Gewinne verzeichnen könne.

 

Regel 5: Vier Wochen sind das Limit

 

Auch in diesem Punkt handelte Darvas immer konsequent. Alle Aktien, die innerhalb von vier Wochen keinen Kursanstieg verzeichneten, waren als Verlust zu bewerten. Nach seiner Theorie mussten diese Papiere ohne Ausnahme verkauft werden, auch wenn das geringe Verluste bedeutete. Das Kapital konnte diese Verluste durch neue, sinnvollere Investitionen problemlos auffangen. Gezielt in Auftrag gegebene Stop-Loss-Aufträge sorgten dafür, dass solche Aktien automatisch das Depot verließen.

 

Regel 6: Steigende Aktien bleiben im Depot

 

Darvas sah keinen Grund, steigende Aktien abzustoßen. Solange der Kurs sich nach oben bewegte, wurde ein Papier gehalten. Der kleine Verlust bei einem fallenden Kurs wurde durch die Stop-Loss-Aufträge auf ein Minimum begrenzt. Dagegen stand die Möglichkeit, dass eine steigende Aktie sich in ungeahnte Höhen aufschwingt. Ein Verkauf bei steigenden Kursen stellte für Darvas eine unnötige Beschränkung des Gewinns dar.

 

Regel 7: Investieren ist kein Muss

 

Das eigene Kapital musste nach Darvas nicht immer investiert werden. Nur bei entsprechender Marktverfassung sollte der Anleger seine Möglichkeiten nutzen. Ein Indikator für die aktuelle Situation des Marktes war für ihn das Verhältnis zwischen Aktien mit markiertem Hoch und fallenden Papieren. Erreichten nur wenige Aktien ihr Allzeithoch, während viele Papiere im Kurs verloren, war die Marktsituation schlecht. In diesen Fällen war es sinnvoll abzuwarten, statt zu investieren.

 

Methode oder Glück?

 

Kritiker behaupteten, dass die Darvas-Methode nur bei bestimmten Marktsituationen funktionierte. Zu der Zeit, als er gehandelt hat, waren an der Börse hohe Gewinne keine Besonderheit. Sie meinten, dass der Profitänzer einfach Glück hatte.

 

Fazit:

 

  • Nur wenige Aktien entsprechen den Kriterien der Theorie.
  • Mit der Darvas-Methode können hohe Verluste begrenzt werden.
  • Die strikten Regeln verhindern ein Handeln nach Bauchgefühl.
  • Große Gewinne sind möglich.
  • Der Aufwand, passende Aktien zu finden, ist aufgrund der Regeln sehr hoch.

 

Interessierte Anleger kennen Nicolas Darvas durch seine Anlagemethode „The Box Theory“. Worum sich sein Leben sonst noch gedreht hat, erfahren Sie in unserem Blog-Artikel "Nicolas Darvas – erfolgreich auf jedem Parkett"

 

Halten Sie die Darvas-Methode für eine zeitgemäße Anlagestrategie?
Oder funktioniert die Methode bei den aktuellen Marktverhältnissen nicht? Diskutieren Sie mit!