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Bulle narrt Bär – 10 Irrtümer über Aktienindizes

von Das Unternehmen am ‎06.07.2017 09:17
1 Kommentar

Um Aktienindizes wirklich zu verstehen, sollte man so einige Trugschlüsse vermeiden. Wir nennen die 10 größten Irrtümer über DAX, Dow Jones und Co.

 

Diese Irrtümer über Aktienindizes sollten Sie kennen.jpg

 

  1. In Deutschland gibt es nur den DAX

 

Der DAX ist selbstverständlich der wichtigste und bedeutendste deutsche Aktienindex, da er die Performance von 30 großen und wichtigen Unternehmen widerspiegelt. Er ist aber keinesfalls ein Einzelgänger, denn in Deutschland gibt es noch Dutzende andere Aktienindizes. Relativ bekannt sind der TecDAX für Technologieunternehmen und der MDAX für mittelgroße Betriebe. Nebenher gibt es außerdem regionale Indizes, wie den NISAX20 für Niedersachsen. Auch für den Immobilienmarkt (DIMAX) und für erneuerbare Energien (ÖkoDAX) gibt es spezielle Indizes.

 

  1. Aktienindizes sind „Ländersache“

 

USA, Japan, Deutschland und selbst Ghana haben eigene Börsenplätze und Aktienindizes. Doch diese sind nicht immer an spezielle Länder gebunden. Für Europa gibt es beispielsweise eine ganze Reihe wichtiger Gesamtindizes, wie etwa den EURO STOXX 50 mit den 50 größten börsennotierten Unternehmen der Eurozone. Dieser Index wird von der STOXX Ltd. in Zürich geführt, die wiederum Teil der Deutschen Börse AG ist. Die weltweiten Finanzverflechtungen sind also mitunter komplizierter als zunächst gedacht.

 

  1. Dow Jones und Nikkei sind die größten Indizes

 

Der US-amerikanische Leitindex Dow Jones gehört zu den bekanntesten Indizes der Finanzwelt. Auch der Nikkei 225 – sein japanisches Pendant – ist so populär wie der Börsenguru André Kostolany. Allerdings gibt es andere Indizes, die deutlich mehr Werte umfassen. So ist einer der wichtigsten Aktienindizes der Welt der breiten Masse weitestgehend unbekannt. Der MSCI World vereint Aktien von über 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern und ist somit eine gute Benchmark für die Entwicklung der Weltwirtschaft.

 

  1. Der DAX ist Deutschlands ältester Aktienindex

 

Es mag verwunderlich klingen, aber der DAX ist eigentlich ein noch recht junger Index. Seine Geschichte begann erst am 1. Juli 1988, zunächst als Ergänzung bestehender Indizes. Im Bekanntheitsgrad hat der DAX seine Vorgänger mittlerweile locker überholt. Als ältester Index auf den Aktienmarkt der Bundesrepublik gilt übrigens der FAZ-Index, der seit 1961 ermittelt wird.

 

  1. Der Dow Jones zeigt die US-Wirtschaftsentwicklung genau an

 

An dem seit 1896 publizierten Dow-Jones-Index lässt sich zwar die wirtschaftliche Entwicklung der USA generell erkennen. Deutlich aussagekräftiger sind aber andere Aktienindizes. So repräsentiert der S&P 500 den amerikanischen Markt viel genauer, da hier 500 amerikanische Unternehmen gelistet sind. Beim Dow Jones sind es nur 30 Gesellschaften.

 

  1. Automobil-Aktien dominieren den DAX

 

Keine Frage – Fahrzeuge „made in Germany“ sind ein Exportschlager, und mit VW stellt Deutschland aktuell den weltgrößten Autobauer. Mit Volkswagen, Daimler, BMW und Continental listet der DAX gleich vier Werte aus der Automobilbranche. Doch überraschenderweise dominiert die Chemie- und Pharmabranche den deutschen Leitindex. Dafür sorgen u. a. Schwergewichte wie Bayer, BASF, Merck oder Henkel.

 

  1. Aktienindizes bilden immer mehrere Werte ab

 

DAX 30, S&P 500, NASDAQ-100 – generell geben Aktienindizes Auskunft über die Börsenkurse mehrerer Unternehmen. Tatsächlich gibt es aber auch Indizes, die nur einen einzigen Wert beinhalten. So ist im deutschen Prime Food & Beverages Performance-Index ausschließlich das Unternehmen Südzucker AG gelistet und wartet dort auf weitere Mitstreiter.

 

  1. In einem Aktienindex werden alle Unternehmen gleich gewichtet

 

Finanzmathematik ist eine Wissenschaft für sich. So ist es nicht verwunderlich, dass einzelne Unternehmen in einem Gesamtindex verschieden gewichtet werden, um deren Bedeutung und Größe zu berücksichtigen. Während Siemens beispielweise im DAX eine prozentuale Indexgewichtung von fast zehn Prozent aufweist, liegt die Commerzbank nur bei etwas mehr als 0,9 Prozent (Stand Juli 2017).

 

 

  1. Der Dow Jones ist der älteste Aktienindex der USA

 

Apple, IBM, Walt Disney – im Dow Jones Industrial Average, oft auch schlicht als Dow-Jones-Index bezeichnet, tummeln sich so einige unternehmerische Schwergewichte. Seine Gründung geht auf das Jahr 1886 zurück. Dennoch ist der heute zweifelsohne bekannteste Aktienindex der USA nicht der älteste Index des Landes. Noch früher wurde der Dow Jones Transportation Average geschaffen, der heute 20 der größten Transportunternehmen der USA beinhaltet. Gelistet ist hier beispielsweise das weltbekannte Kurier- und Logistikunternehmen FedEx. Übrigens: Sowohl der Dow Jones Industrial Average als auch der Dow Jones Transportation Average gehen auf den Journalisten und Wirtschaftswissenschaftler Charles Dow zurück.

 

  1. Der DAX hatte seinen größten Kursrutsch am 11. September 2001

 

Nicht ganz. Zwar sorgte das Attentat auf das World Trade Center für einen weltweiten Börsencrash, doch ein anderes Ereignis toppte die Ängste der Börsianer. Nach einer geplatzten Übernahme von United Airlines rutschte der DAX am 16. Okt. 1989 um 12,81 Prozent nach unten. Bei 09/11 waren es „nur“ 8,49 Prozent.

 

Fazit:

 

  • In der Aktienwelt gibt es größere und wichtigere Indizes als DAX, Nikkei und Dow Jones.
  • Es gibt weltweit Hunderte verschiedene Aktienindizes – allein in Deutschland sind es über ein Dutzend.
  • Um die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes zu beurteilen, sollte nicht nur der Leitindex genutzt werden.

 

Kennen Sie weitere Irrtümer oder sind Ihnen diese auch schon einmal begegnet? Tauschen Sie sich gerne mit anderen Usern aus und schreiben Sie uns Ihre Meinung.

Kommentare
von Loerrach_Bast
am ‎04.08.2017 11:30

Sehr guter Artikel; kurz, bündig und sehr informativ informiert über die verschiedenen Indizes

Weiter so !