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Finanzerziehung für Kinder: Spielerisch lernen

Ein vernünftiger Umgang mit Geld muss erst gelernt werden. Für die Finanzerziehung Ihrer Kinder finden Sie hier interessante und nützliche Ratschläge.

 

Den richtigen Umgang mit Geld müssen Kinder erst lernen. Spielerische Ansätze geben bereits den ganz Kleinen ein Gefühl für Geld und das Sparen. Mit den richtigen Ideen begeistern Sie Ihren Nachwuchs für das Thema und zeigen ihm Schritt für Schritt die Finanzwelt. Dies ist allein die Aufgabe der Eltern, denn Kindergarten und Schule behandeln dieses Thema nicht.

 

Kinder und Finanzen.jpg

 

Geben und Nehmen

 

Geld ist für kleine Kinder noch kein Thema. Es ist ihnen als Tauschmittel ebenso fremd wie die Vorstellung von Eigentum. Trotzdem können bereits Kinder ab etwa zwei Jahren gemeinsam mit den Eltern wichtige Erfahrungen sammeln. In diesem Alter ist ein Kaufmannsladen ideal für die ersten Schritte in der Geschäftswelt. Spielerisch stellen die Kinder Szenen aus dem Alltag nach und lernen ganz nebenbei, dass Einkäufe bezahlt werden müssen. Viele bunte Waren, großes Spielgeld, das nicht verschluckt werden kann, und eine hübsch klingelnde Kasse gehören zur Ausstattung.

 

Einkaufen als Abenteuer

 

Irgendwann im Alter zwischen vier und fünf Jahren beginnen die meisten Kinder, sich brennend für Geld zu interessieren. Sie nehmen im Supermarkt stolz das Wechselgeld an und trauen sich vielleicht sogar, für ein Eis, die Eintrittskarte in den Zoo oder andere Kleinigkeiten selbst zu bezahlen.

 

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, Taschengeld einzuführen. Das Bundesfamilienministerium empfiehlt je nach Alter folgende Beträge:

 

  • 4 bis 5 Jahre: 50 Cent wöchentlich
  • 6 bis 7 Jahre: 1,50 bis 2 Euro wöchentlich
  • 8 bis 9 Jahre: 2 bis 3 Euro wöchentlich
  • 10 bis 11 Jahre: 15 bis 20 Euro monatlich
  • 12 bis 13 Jahre: 20 bis 25 Euro monatlich
  • 14 bis 15 Jahre: 25 bis 37,50 Euro monatlich
  • 16 bis 17 Jahre: 37,50 bis 60 Euro monatlich
  • ab 18 Jahre: 60 bis 75 Euro monatlich

 

Zahlen Sie das Taschengeld regelmäßig an einem festen Tag aus. Sorgen Sie außerdem für klare Regeln indem Sie mit Ihrem Kind genau vereinbaren, was weiterhin Sie zahlen und wofür das Taschengeld genutzt werden soll. Schulmaterialien beispielsweise sollte das Kind nicht selbst bezahlen müssen. Benutzen Sie das Taschengeld auch nicht als Mittel der Belohnung oder Bestrafung, sondern halten Sie sich strikt an die Vereinbarung.

 

Kleine Bonus-Zahlungen für gute Noten oder Hausarbeit sind aber erlaubt. In der Anfangszeit wird Ihr Nachwuchs wahrscheinlich alles sofort für Süßigkeiten ausgeben und das Geld ist schnell weg. Hier machen Kinder einen wichtigen Lernschritt. Geld ist endlich, die Ausgaben sollten sorgfältig geplant werden. Bleiben Sie daher konsequent und verzichten Sie darauf, Ihrem Kind jeden zusätzlichen Wunsch zu erfüllen.

 

Nehmen Sie sich Zeit und setzen Sie sich bei der Taschengeldausgabe mit den Kindern zusammen. Reden Sie über die Wünsche und wie das Geld ausgegeben werden soll. Die Entscheidung liegt immer beim Kind. Nur wer Fehler macht, kann lernen. Gemeinsam gehen Sie verschiedene Szenarien durch und erörtern die Vor- und Nachteile. Damit unterstützen Sie Ihr Kind optimal auf seinem Weg.

 

Um Geld spielen

 

Auch viele Spiele können Kindern dabei helfen, den Umgang mit Geld zu erlernen. Monopoly ist der Klassiker bei den Spielen um Geld und begeistert bis heute ganze Familien mit Kindern ab acht Jahren. Doch der Markt bietet einiges mehr. Hier finden Sie eine kleine Auswahl:

 

  • „Wir spielen Einkaufen“ von Ravensburger animiert Kinder ab vier Jahren dazu, Preise zu vergleichen und den Umgang mit Geld zu üben.
  • „Kosmolino Mini: Wie bezahle ich mit Geld?“ von Kosmos beinhaltet ein kleines Experimentierset und bringt Kindern Sinn und Zweck von Geld näher. Es ist bereits für Kinder ab fünf Jahren geeignet.
  • „Das Taschengeldspiel“ von Schmidt regt zum gezielten Umgang mit dem eigenen Geld und zum Sparen an.
  • Von Mini-LÜK ist die Broschüre „Mein erstes Taschengeld“ erhältlich. Hier lernen Kinder zwischen fünf und sieben Jahren die verschiedenen Münzen kennen und machen erste Erfahrungen mit Geld.

 

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Das Sparschwein mästen

 

Für kleine Kinder ist ein Sparschwein eine sinnvolle Art, das Sparen zu erlernen. Eine lustige Spardose, die regelmäßig „gefüttert“ wird, lädt zum Sparen ein. Der Erfolg ist sofort sichtbar. Mit jeder Münze wird das Schweinchen schwerer und es rappelt immer schöner. Die gut gefüllte Spardose kann das Kind nutzen, um sich eigenständig größere Wünsche zu erfüllen. Das Geld kann auch auf ein Sparkonto eingezahlt werden. Die meisten Kinder lieben es, Kleingeld zu sammeln und zu horten, eine attraktive Dose macht es noch beliebter.

 

Ein eigenes Konto zum Schulanfang?

 

Viele Banken bieten für Kinder ab sechs Jahren kostenlose Guthabenkonten mit Kundenkarte an. Dort können die Kinder ihr Taschengeld verwalten und am Schalter Geld einzahlen oder abholen. Überweisungen sind nicht möglich. Der Vorteil ist, dass der Nachwuchs lernt, ein Konto zu nutzen. Allerdings sind Zahlen auf dem Papier in diesem Alter noch sehr abstrakt. Daher ist es sinnvoller, das Taschengeld in bar auszuzahlen. Konten sind eher für Kinder ab etwa 12 Jahren sinnvoll.

 

Tolle Geschichten rund ums Geld

 

Gemeinsames Lesen ist für Kinder ein Highlight. Auch das Thema Geld eignet sich, um gemeinsam in spannende Geschichten einzutauchen:

 

  • In „Der große Plan“ von Hanno Beck eröffnet ein Waschbär eine Firma und eine Eule erfindet das Geld. Geeignet ist das Buch für Kinder ab sechs Jahren.
  • „Ein Hund Namens Money“ von Bodo Schäfer ist für Kinder ab 8 Jahren geeignet.
  • „Felix und das liebe Geld“ von Nikolaus Pieper lesen 12- bis 15-Jährige gern allein.

 

 Fazit:

 

  • Den Umgang mit Geld können Kinder nicht früh genug erlernen.
  • Kaufmannsladen, Brettspiele und Bücher sorgen für einen spielerischen Einstieg.
  • Taschengeld und Sparschwein nehmen Kinder im Kindergartenalter und zu Schulbeginn ebenfalls spielerisch wahr.
  • Nehmen Sie das Thema Umgang mit Geld immer wieder auf und seien Sie ein Vorbild. Kinder lernen viel durch Beobachtung.

 

Welche Tipps haben Sie? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen!

 

3 Kommentare

Regelmäßiger Besucher

Vielen Dank für diesen Artikel, für mich sehr interessant! Es ist sogar Erwachsenen anzumerken, ob sie früh an einem sinnvollen Umgang mit Geld herangeführt wurden, oder nicht...


Häufiger Besucher

Mein Sohn(12) hat ein Girokonto mit EC Karte, mit der man überall Geld abheben und auch mal bezahlen kann. Das muss den Kassenkräften oft erst noch einmal bestätigt werden. Auch im Kino kann man ganz cool damit bezahlen. So ist das Geld schneller und leichter ausgegeben, als reales Geld. Der Vorteil ist der, dass er hoffentlich frühzeitig lernt, dass man nicht zu viel dort ausgeben sollte. Im 2. Jahr scheint es zu klappen.

Das gesparte Geld, welches am Jahresende noch auf dem Girokonto ist, wird zu einem Stichtag, den der Sohn selbst wählen kann verdoppelt. Das machen wir jedes Jahr für das neu gesparte so.

Der Teil, der langfristig gespart werden soll, darf auf ein eigenes Wertpapierdepot, wo er sich dann eine Aktie aussuchen darf. Diese bleiben für nahezu immer dort liegen. Der gesparte Gegenwert des Wertpapierdepots darf für Führerschein machen und Auto verwendet werden. Die Aktien bleiben liegen, wenn der Gegenwert reicht, zahlen Mami und Papi diese Summe aus. Vielleicht fängt er dadurch früher an und sieht, dass da langfristig was wächst.

Man muss ja nur rechtzeitig anfangen und den Zonseszinseffekt verstehen.


Gelegentlicher Autor

Den Systematischen Erziehungsbeitrag  von Calimero  finde ich sehr gut