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Der aktuellste Artikel: Neue Limit-Schritte ab 03.01.2018: Anpassung der sogenannten „Tick-Sizes“: Seit dem 03.01.2018 gelten aufgrund der europäischen Finanzrichtlinie MiFID II für viele Wertpapiere beim Handel über Tradegate, Xetra und den anderen Börsen neue Limitschritte (Tick-Sizes). Handelsplätze (außer Tradegate) nehmen daher limitierte Orders nur noch an, wenn das angegebene Limit der gültigen „Tick-Size“ entspricht.   Die neuen Limitschritte haben Auswirkungen auf die genaue Limit-Erfassung, ob das Limit z.B. auf 5 Cent oder 1 Cent limitiert werden kann. Es gibt sowohl Wertpapiere, für die nun eine genauere Limitierung möglich ist, sowie Wertpapiere, bei denen sich die Spanne vergrößert. Vor der Orderaufgabe besteht leider keine Möglichkeit für bestimmte Wertpapiere die korrekten Limitschritte zu prüfen.   Bei der Orderaufgabe kann es daher zu einer Fehlermeldung kommen:  „Die Orderanlage kann nicht durchgeführt werden. Unzulässiges Limit. Bitte überprüfen Sie Ihre Eingabe.“ In diesem Fall  bitte das Limit auf- oder abrunden (bei Kauf oder Verkauf)   Beispiel: Die bisherigen Limitschritte betragen z.B. 0,05 EUR, die neuen Limitschritte betragen z.B. 0,02 EUR:   Limit 114,90 EUR wird akzeptiert Limit 114,95 EUR wird nicht, akzeptiert, es erscheint eine Fehlermeldung Limit 115,00 EUR wird akzeptiert Eine besondere Vorgehensweise hat Tradegate: Tradegate hat seine Bedingungen ebenfalls auf die neuen Limitschritte angepasst. Limitierte Orders, die nicht den neuen Limitschritten entsprechen werden jedoch nicht abgelehnt, sondern automatisch zum nächsten möglichen Limitschritt auf- bzw. abgerundet:   Beispiel: Adidas mit „Tick-Size“ 0,05 EUR. Verkauf Limit 170,12 EUR -> wird behandelt wie Limit 170,15 EUR Kauf Limit 168,27 EUR -> wird behandelt wie Limit 168,25 EUR   Man wird also im Falle einer Ausführung, diese immer innerhalb seines angegeben Limits erhalten.     Die Börse Stuttgart hat ein Video zum Thema "Tick-Größe" veröffentlicht. Hier wird sehr gut erklärt was "Tick Size" bedeutet, und welche Auswirkungen die Umsetzung MIFID II mit sich bringt:     Weitere Informationen zu den "Tick-Sizes" und der Vorgehensweise der jeweiligen Handelsplätze finden sich auf der Website der jeweiligen Anbieter.
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Investmentsteuerreform ab dem 01.01.2018

gestartet von am ‎14.11.2017 14:49 - zuletzt bearbeitet am vor 2 Wochen (49.587 Ansichten)

Die Investmentsteuerreform 2018

Ab dem 01.01.2018 gilt das neue Investmentsteuergesetz. Dadurch werden inländische und ausländische Fonds sowie ETFs künftig nach dem gleichen Schema besteuert.

 

Was bedeutet das konkret für Sie als Anleger?

Mit Inkrafttreten des neuen Reformgesetzes gelten alle Fondsbestände zum 31.12.2017 als fiktiv veräußert und zum 01.01.2018 als neu angeschafft.

 

Fiktiv deshalb, weil kein tatsächlicher Verkauf mit Kontobelastung stattfindet. Die bis zum 31.12.2017 steuerlich relevanten Daten werden erst beim tatsächlichen Verkauf berücksichtigt.

 

Neue Einstandskurse und Wertentwicklung

Im Rahmen der fiktiven Veräußerung erhalten alle Fondsbestände in der Zeit von 01.01.2018 bis Mitte Februar 2018 neue Einstandskurse. Die Fondsgesellschaften ermitteln zum 31.12.2017 die relevanten Kurse. Sobald diese Einstandskurse in den Depots mit Fondsbeständen hinterlegt wurden, verändert sich deren Wertentwicklung. Die bis dahin aufgelaufenen Gewinne/Verluste werden im Hintergrund vermerkt, so dass beim tatsächlichen Verkauf die korrekte Besteuerungsgrundlage vorliegt.

 

Für die Wertentwicklung Ihrer Fondsbestände zum 31.12.2017 werden wir Ihnen einen Beleg zur Verfügung stellen. Wir rechnen nun mit einer Fertigstellung bis Ende Mai 2018. Die Umsetzung war zu einem früheren Zeitpunkt geplant. Um Ihnen die Belege in einer bestmöglichen Datenqualität zur Verfügung zu stellen, benötigen wir jedoch noch etwas mehr Zeit als anfangs erwartet. Sobald alle Testläufe erfolgreich abgeschlossen sind und alle Daten korrekt verarbeitet wurden, werden wir den Beleg in Ihr OnlineArchiv einspielen. Für die Verzögerung bitten wir um Entschuldigung.

 

Durch die Umstellung kann es bis ca. Anfang März zu Verzögerungen bei der Abrechnung von Verkaufsorders kommen. Ihr Verkaufsauftrag wird regulär ausgeführt, jedoch später abgerechnet. Dadurch ist für Sie noch keine Gutschrift und Ausbuchung der Fondsanteile online ersichtlich. Über den Gegenwert Ihrer Fondsverkäufe können Sie im Rahmen von Neugeschäften verfügen. Externe Überweisungen des Verkaufserlöses sind ggf.nur telefonisch möglich. Die komplette Abrechnung kann erst erfolgen, sobald die Investmentpreise veröffentlicht werden. Auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung hat die Consorsbank keinerlei Einfluss.

 

Sie haben Fondsanteile vor dem 01.01.2009 erworben?

Mit der Investmentsteuerreform 2018 wird der Bestandsschutz für vor dem 01.01.2009 gekaufte Fondsanteile aufgehoben. Die bis zum 31.12.2017 aufgelaufenen Kursgewinne bleiben hingegen steuerfrei. Die laufenden Erträge der Fonds sind weiterhin steuerpflichtig.

Es wird für ab 2018 erzielte Kursgewinne aus Altbeständen pro Sparer ein Freibetrag in Höhe von 100.000 Euro eingeräumt, der vom Finanzamt bei der Steuererklärung berücksichtigt wird.

 

Sie haben Fondsanteile nach dem 01.01.2009 erworben?

Beim tatsächlichen Verkauf Ihrer Anteile wird das fiktive Veräußerungsergebnis zum 31.12.2017 steuerlich relevant. Dies wird zum aktuellen Veräußerungsergebnis ab 01.01.2018 bis zum Verkaufszeitpunkt hinzugerechnet.

 

Die Teilfreistellung? (§ 20 InvStG)

Da bereits auf Fondsebene Körperschaftssteuer einbehalten wird, erhält der Anleger als Ausgleich unter gewissen Voraussetzungen einen Teil der Erträge steuerfrei. Für bestimmte Fondskategorien gibt es dann eine Teilfreistellungsquote; diese ist in den Anlagebedingungen der Investmentgesellschaft geregelt. Diese Quote kommt bei Ausschüttungen, Veräußerungsgewinnen und der Vorabpauschale zum Tragen. Angerechnet wird diese vor der Berücksichtigung der Verrechnungstöpfe, des Freistellungsauftrages und dem Kapitalertragsteuer-Abzug.

 

Teilfreistellungsquoten:

  • Für Mischfonds (mind. 25 % Aktienanteil)      15 %
  • Für Aktienfonds (mind. 51 % Aktienanteil)     30 %
  • Für inländischen Immobilienfonds                  60 %
  • Für ausländische Immobilienfonds                 80 %

Es kann auch sein, dass die Teilfreistellungsquote 0 % ist (z. B. Geldmarktfonds).

 

Die Vorabpauschale (§ 18 InvStG) 

Die Vorabpauschale ist eine vorweggenommene Besteuerung zukünftiger Gewinne auf Fondsebene und stellt die Differenz zwischen dem sogenannten Basisertrag des Fonds und der Ausschüttung dar. Jeder Anleger soll so jährlich einen Mindestbetrag versteuern. Die Vorabpauschale wird am ersten Arbeitstag des nachfolgenden Kalenderjahres belastet. Erstmalig kommt diese am 01.01.2019 für das Jahr 2018 zum Tragen.

 

Die Vorabpauschale ersetzt die aktuell steuerpflichtigen ausschüttungsgleichen Erträge und wird anteilig monatlich für jeden vollen Kalendermonat ab Kauf berechnet.

 

Die bereits gezahlte Vorabpauschale wird beim Verkauf berücksichtigt.

 

Die allgemeine Anwendung der Verlustverrechnung, Ihres Freistellungsauftrages bzw. Ihrer eingereichten NV-Bescheinigung ändern sich nicht.

 

Weitere Informationen zur Investmentsteuerreform

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