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Das Risikomanagement Portfolio vom 10.10.2016 (letzte Ausgabe)

von Raise_Partner am ‎11.10.2016 17:53 (3.891 Ansichten)
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Das Risikomanagement Portfolio und der dazugehörige Blog waren auf 1 Jahr geplant.
Zeit nach Ablauf dieses interessanten Jahres zu analysieren, wie Entscheidungen getroffen wurden und welche Schlussfolgerungen gezogen werden können.

Das Portfolio wurde mit 10.000 € am 12.10.2015 gestartet und bestand ausschließlich aus ETF Positionen, die verschiedenen Assetklassen und Anlageregionen repräsentierten. Es wurde bewusst eine Strategie gewählt, die Positionen  mit Hilfe des Persönlichen Risikomanagements nach Risiko gleichgewichtet und durch Steuerung des Wertpapieranteils im niedrigen Risikobereich (Risikoband konservativ) halten sollte. Als Maßstab wurde eine Benchmark mit gleichem Risiko eingeführt, die den Vergleich der Strategie mit der Entwicklung des Portfolios ermöglichen sollte.     

Im Folgenden sollen die wesentlichen Erkenntnisse aus der wöchentlichen Analyse, der Entwicklung des Portfolios und die Erfahrungen mit der Risikostrategie dargestellt werden:

 

1. Reduktion des maximalen Wertverlusts (Drawdown) des Portfolios und Stabilisierung der     Entwicklung durch Risikosteuerung 

Das Portfolio (grüne Linie) zeigte in der Wertentwicklung  mit -2,7% eine deutlich niedrigeren maximalen Verlust und eine kürzere Verluststrecke als die Benchmark (blaue Linie) mit -5,25%.  Weiterhin zeigte sich das Portfolio im Zeitablauf stabiler und konnte gegenüber der Benchmark nach Einrechnung der Transaktionskosten besser abschneiden.

Grafik Entwicklung Risikomanagement Portfolio

 

2. Regeln für das risikogesteuerte Re-Balancing helfen Zeitpunkte besser zu identifizieren

Die verwendeten Risikoindikatoren Volatilität (VDAX-New) und der Korrelationsindex der Wertpapiere im Portfolio halfen im Zusammenhang mit der Transaktionskostenregel, welche festlegte, dass die Risikoveränderung die Kosten der Transaktionen übersteigen sollte, die Zeitpunkte für das Anpassen der  Allokation besser zu steuern und die Anzahl der Transaktionen zu verringern.

Insgesamt wurden im Jahr 5 Re-Allokationen mit Transaktionskosten von 253,5 € getätigt. Anhand der grauen Kurve im Chart, die die Entwicklung des Risikomanagement Portfolios ohne Transaktionskosten zeigt, macht deutlich, dass die Minimierung der Transaktionskosten bezogen auf das Portfolio von 10.000 € ein wichtiger Faktor war.

3. Gleichgewichtung der Risikos von Positionen hilft bei der Steuerung der      Positionsgrössen

Am Beispiel der Position des Goldproduzenten ETFs, der eine der risikoreicheren Positionen im Portfolio war (aktueller VaR von 21,19%), zeigt sich, dass die Steuerung der Positionsgröße nach Risiko gut funktioniert hat und  mit der positiven Wertentwicklung von Gold das Portfolio von steigenden Positionsgrößen (blaue Linien)  profitieren konnte.

 

 Chart 12.png

 

4. Das Risikomanagement Portfolio vor und nach dem Brexit Referendum

In der Wissensbox wurden die Risikoindikatoren VDAX-New und der Korrelationsindex der Wertpapierpositionen im Portfolio erklärt und eingeführt. Die wöchentliche Beobachtung der Indikatoren half beim Erkennen untypischer Risikosituationen (gegenläufige Entwicklung der Indikatoren) und damit auch bei der Entscheidung hinsichtlich der Veränderung des Portfolios.

 

Im Falle des Brexit Referendums am 23.6. 2016  zeigten beide Indikatoren gegenläufige Bewegungen: der VDAX-New zeigte aufgrund der stärkeren Volatilität eher eine Reduktion der Positionen an, während der Korrelationsindex sich reduzierte. Die Entscheidung das Portfolio beizubehalten, wurde anhand des Korrelationsindexes, der eine gute Diversifikation andeutete, getroffen.

 

Untypische Situationen Risikomanagement Portfolio

Nach der Entscheidung für einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union zeigte sich das Portfolio aufgrund der Diversifikation robust gegenüber den Wertverlusten an den Märkten und konnte von der Abkoppelung der amerikanischen und europäischen Märkte profitieren. Die Wertentwicklung des Portfolios in der Brexit Woche lag bei +0,62%.

                                                                                                                                                          

Fazit:

 

Der Blog „das Risikomanagement Portfolio“ sollte anschaulich zeigen, wie mit unterschiedlichen Methoden und der Nutzung des Persönlichen Risikomanagements ein Portfolio am Beispiel eines ETF Portfolios geführt werden kann. Es konnte gezeigt werden, dass die Beobachtung von wichtigen Risikoindikatoren (Volatilität und Korrelationen) und eine gute Diversifikation positive Auswirkungen auf die Portfolioentwicklung haben können.

 

Ihr Feedback ist willkommen:


Wir würden uns über Ihre Kommentare, Wünsche und Anregungen zum Risikomanagement Blog, gewünschten Risikoindikatoren oder dem Persönlichen Risikomanagement freuen.

 

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