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Wie weit trägt die Value-Aufholjagd?

von ‎27.11.2020 11:56 , bearbeitet ‎30.11.2020 10:36 (649 Ansichten)

Warren Buffet gilt als Investorenlegende und sein Anlagestil kann mit dem Begriff Value gut beschrieben werden. Dahinter steckt das Konzept, gesunde Unternehmen die sich stark aus den eigenen Umsätzen finanzieren können zu kaufen, wenn sie an der Börse unterbewertet sind. Die Strategie klingt plausibel und ist über lange Zeiträume auch erfolgversprechend. Blickt man auf die letzten Jahre stellt man fest, dass die sogenannten Wachstumstitel spätestens seit 2017 dominieren. Die Value-Aktien haben sich deutlich schlechter entwickelt. Unter Growth oder Wachstumsaktien versteht man Unternehmen, die zum Beispiel aufgrund innovativer Produkte und Services schnell wachsen, aber oft auch einen hohen Bedarf an Eigen- und Fremdkapital haben. Die Technologieaktien von Google, Facebook, Amazon oder Alibaba gehören in diese Kategorie.

 

Gerade in den frühen Erholungsphasen nach einer starken Rezession entwickeln sich häufig Value-Titel besser als die Wachstumsaktien. Wenn man davon ausgeht, dass wir wirtschaftlich die schwierigsten Einschnitte hinter uns haben, dann wären wir in dieser frühen Aufschwungsphase. Und seit Anfang November entwickeln sich die Value-Aktien auch wieder besser. Hier lohnt sich aber ein tieferer Blick in das Segment. Zu den Valueaktien gehören unterem anderen die Energiewerte und die Banken. Von dem wirtschaftlichen dürften wohl auch die Ölproduzenten profitieren. Langfristig ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Energiewende für stagnierende bis fallende Ölpreise sorgt, was schlecht für diese Aktien ist. Auch bei den Banken ist der Ausblick nicht rosig. Immer wieder tauchen Schlagzeilen auf, die für die kommenden Monate eine sehr hohe Zahl von Unternehmenspleiten prognostizieren. Dies hätte negative Auswirkungen auf die Gewinne der meisten Banken.

 

Im Vergleich dazu könnten die Industriewerte wieder stärker in den Fokus der Anleger geraten. Auch sie gehören häufig in den Bereich der Value-Aktien. Sie profitieren davon, wenn nach der Krise wieder die Investitionen hochgefahren werden. Zudem liefern sie häufig die Technik für die Energiewende und sorgen dafür, dass Produktionsprozesse digitalisiert und moderner werden.

 

Es könnte sich in der aktuellen Phase als Fehler erweisen zu pauschal auf den Value-Sektor am Aktienmarkt zu setzen. Mit der richtigen Auswahl von Sektoren und Unternehmen liegen in dem Marktsegment aktuell Chancen, auch wenn die Erholung der Wirtschaft nicht linear erfolgen wird. Rücksetzer sind immer wieder auch noch wahrscheinlich.

 

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