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Tech-Werte, Zentralbanken und die Konjunktur

von vor 2 Wochen (266 Ansichten)

Die Geldpolitik beherrschte diese Woche. An den Märkten hallt die Neuausrichtung der Geldpolitik der Notenbank der USA, der Federal Reserve, noch nach. Die Finanzmärkte sehen dies als gute Nachricht für risikobehaftete Anlagen wie Aktien und Unternehmensanleihen. Dahinter steht die Erwartung, dass die Leitzinsen noch für eine lange Zeit sehr niedrig bleiben werden. Noch entscheidender ist, dass der sogenannte Realzins, also Zins abzüglich der Inflationsrate ebenfalls negativ bleiben werden. Für Anleger bedeutet dies, dass Geldanlagen auf Sparbüchern, in Staatsanleihen und ähnlichen Produkten langfristig mit einem Kaufkraftverlust verbunden sind. Für Unternehmen und Staaten ist dies eine gute Nachricht. Die Unternehmen können sich auf diese Weise mehr Schulden leisten, vorausgesetzt sie können über die Zeit höhere Preise für ihre Produkte durchsetzen. Dadurch steigt ihr Gewinn, während die Kosten für ihre Anleihen und Kredite sich kaum verändern. Für die Finanzminister erhöht dies ebenfalls den Spielraum. Sofern die Wirtschaft wächst, die Neuverschuldung moderat und der Realzins negativ ist, verbessert sich fast automatisch der Verschuldungsgrad gemessen als Schuldenstand im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt. Dadurch besteht weiterhin die Möglichkeit die Wirtschaft entweder durch Ausgabenprogramme oder Steuersenkungen zu stimulieren. Insgesamt ist dies ein positives Umfeld für Aktien, während die Renditechancen am Anleihemarkt eher spärlich bleiben dürften.

 

Die Europäische Zentralbank meldete sich diese Woche ebenfalls zu Wort. Allerdings reagierte sie, wie erwartet nicht direkt auf die geldpolitischen Veränderungen in den USA. Die Geldpolitik für die Eurozone blieb unverändert. In den kommenden Monaten wird auch die EZB die Neuausrichtung ihrer Geldpolitik verkünden. Es bleibt spannend, wie das Ergebnis aussehen wird.

 

Für Investoren in Technologieaktien waren die vergangenen Handelstage dagegen nervenaufreibend. Insbesondere Tesla aber auch Apple und Facebook gaben zeitweise deutlich nach. Diese Entwicklung ist wahrscheinlich nicht das Ende des Aufschwungs an den Börsen. Es könnte aber der Anfang einer sogenannten Sektorrotation sein. Insbesondere die Technologiewerte waren klar die Gewinner der Coronakrise und dem damit einhergehenden Zwang zur Digitalisierung. Das Bild an den Finanzmärkten ändert sich allerdings. Aus Konjunktursicht stehen wir am Anfang eines Aufschwungs. In dieser Marktphase entwickeln sich die sogenannten Wachstumswerte, zu denen unter anderem die Technologieaktien gehören, in der Regel schlechter als die sogenannten Value-Aktien. Spannend ist dies auch mit Blick auf die regionale Allokation. Die Aktienindizes in den USA werden stark durch die Wachstumswerte beeinflusst. Dagegen sind die europäischen Indizes in höheren Maß durch zyklische und Value-Werte bestimmt. Sofern sich das Bild des beginnenden Aufschwungs bestätigt, dürften also die lange Zeit verschmähten Value-Aktien und europäische Aktien wieder mehr in den Fokus der Investoren rücken.

 

 

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