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Gold auf Rekordpreis – Was sind die Gründe? Geht die Rally weiter?

von ‎31.07.2020 08:46 , bearbeitet ‎03.08.2020 17:02 (2.521 Ansichten)

Der Goldpreis stieg in den vergangenen Monaten stetig weiter an und erreichte kürzlich ein neues Rekordhoch nur knapp unter 2.000 USD pro Feinunze. Ein solcher Preisanstieg zieht die Aufmerksamkeit vieler Investoren auf das glänzende Edelmetall. Doch was sind die Gründe für den Kursanstieg? Lohnt es sich noch einzusteigen? Wie kann man überhaupt in Gold investieren? Diese Fragen versuchen wir in diesem Beitrag für Sie zu beantworten.

 

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Grundsätzlich wird der Goldpreis durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Übersteigt die Nachfrage das Angebot, steigt der Preis und umgekehrt. Während das Angebot maßgeblich durch die Goldförderung bestimmt ist, wird die Nachfrage durch eine Vielzahl von weiteren Faktoren beeinflusst.

 

Die derzeitige wirtschaftliche und gesellschaftliche Lage ist sehr stark durch das Pandemiegeschehen rund um das COVID-19 Virus geprägt. In vielen Ländern brach die Wirtschaft in einem Ausmaß ein, das es bis dahin noch nie gegeben hat. Obwohl die wirtschaftliche Aktivität langsam zurückkehrt, bleibt große Unsicherheit. Schaut man in die Vergangenheit, so war Gold in unsicheren Zeiten immer ein gefragter Sachwert. Egal ob Kriege, Naturkatastrophen oder eben Pandemien, Gold hatte immer einen gewissen Wert. Um die wirtschaftlichen Folgen abzumildern, haben Zentralbanken weltweit Maßnahmen in Milliardenhöhe beschlossen. Diese extrem lockere Geldpolitik schürt die Angst vor Inflation. In der Eurozone hat die Europäische Zentralbank beispielsweise das Ziel eine Inflation nahe der zwei Prozent zu erreichen. Dies entspräche einer etwas höheren Inflation als wir sie im Moment erleben.

 

Bislang waren Staatsanleihen von Ländern mit guter Bonität eine attraktive und sichere Anlage. Am Laufzeitende konnte man mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer Rückzahlung rechnen und freute sich während der Laufzeit über regelmäßige Zinserträge. In der Eurozone sank die Rendite bereits vor einigen Jahren teils in den negativen Bereich. Eine letzte Möglichkeit positive Rendite mit Staatsanleihen zu erzielen, waren US-Staatsanleihen. Durch die Zinssenkungen der US-Notenbank werfen auch diese kaum noch positive Renditen ab. Rechnet man die Inflationsrate gegen die Zinserträge, spricht man von Realzinsen. Die Inflationsrate übersteigt derzeit in fast allen entwickelten Ländern die Zinsen. Staatsanleihen als sichere Anlagen sind also im Vergleich zu den Alternativen, wie beispielsweise Gold, weniger attraktiv geworden und Investoren weichen auf eben diese Alternativen aus.

 

Ein weiterer Grund warum Gold für Anleger weltweit interessanter geworden ist, ist der relativ schwache US-Dollar. Der Wert des Dollars gemessen mittels des USD-Index, sank vom Hoch bei etwa 103 auf den niedrigsten Wert seit 2018 von etwa 93,50. Gold wird auf dem Weltmarkt in US-Dollar gehandelt. Ein schwacher USD bedeutet, dass der Preis des Edelmetalls in Ländern mit anderer Währung relativ gesehen günstiger geworden ist.

 

Der jüngste Kursanstieg bei Gold kann wohl durch ein Zusammenspiel der oben beschriebenen Faktoren erklärt werden. In Anbetracht der aktuellen wirtschaftlichen Situation werden die Zentralbanken die Zinsen wohl in absehbarer Zeit nicht erhöhen. Somit ist wohl für einen längeren Zeitraum mit negativen Realzinsen zu rechnen. Auch die Unsicherheit wird wohl für längere Zeit hoch bleiben. Das beeinflusst auch die Goldnachfrage und somit den Preis. Gold hat also durchaus das Potenzial weiter zu steigen und den Sprung über die Marke von 2.000 USD pro Feinunze zu schaffen.

 

Eine Investition in Gold kann sich also durchaus lohnen. Sei es als eine Art Versicherung für volatile Zeiten im Depot oder mit der Hoffnung auf Preissteigerung. Als Anleger hat man viele Möglichkeiten in das glänzende Metall zu investieren. Wer seine Anlage tatsächlich in Händen halten will, kann dies in Form von physischem Gold tun. Hierzu können Anleger auf Goldbarren oder verschiedene Goldmünzen zurückgreifen. Allerdings sind die mit dem Kauf und der sicheren Verwahrung verbundenen Kosten höher als bei Wertpapierengagements. Zudem sind die Kosten beim Kauf von geringen Mengen von unter einer Unze im Vergleich zum reinen Metallwert sehr hoch. Börsengehandelte Rohstoff-Zertifikate oder kurz ETCs (exchange traded commodities) sind im Vergleich meist kostengünstiger, wenn man die Differenz von An- und Verkaufskurs, Produktkosten und Ordergebühren etc. betrachtet. Die ETCs bilden den Preis des betreffenden Rohstoffs möglichst genau ab und können täglich über die Börse ge- und verkauft werden. Bei Zertifikaten besteht grundsätzlich bei einer Insolvenz des Emittenten ein Totalverlustrisiko. Dies soll bei einigen Produkten durch die physische Besicherung/ Hinterlegung mit Edelmetallen im Wert der herausgegebenen Schuldverschreibungen gemindert werden. Zudem bieten einige Emittenten auch die kostenpflichtige Auslieferung des Rohstoffs an. Risikobereite Anleger können auch ein Investment in Minenaktien in Betracht ziehen. Durch steigende Edelmetallnotierungen erwirtschaften die Minengesellschaften im Allgemeinen höhere Gewinne, was wiederum den Aktienkurs beflügeln kann.

 

FAZIT:

Gold kann ein stabilisierender Faktor für das Depot sein, zudem kann man bei Wertsteigerungen zusätzlich profitieren. Eine Garantie hierfür gibt es allerdings nicht. Wie bei Aktien, Anleihen und anderen Anlagen unterliegt Gold einem Kursrisiko. Wer beispielsweise zum bisherigen Hoch im Jahr 2011 eingestiegen ist, musste (vor Kosten) neun Jahre warten bis die Goldposition wieder über dem Einstandskurs lag. Gold schüttet im Gegensatz zu Aktien keine Dividenden aus und bezahlt keine Zinsen wie es bei Anleihen der Fall ist. Dies muss man sich als Anleger bewusst sein. Dennoch gibt es gute Gründe für eine Investition in Gold.

 

 

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