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Coronavirus - Umfangreiche Maßnahmen der Zentralbanken weltweit

von vor 2 Wochen - zuletzt bearbeitet am vor einer Woche von (222 Ansichten)

EZB:

  • Beschließt am 18. März Anleihekaufprogramm von zusätzlich 750 Mrd. €, das mindestens bis Ende 2020 läuft. Es kann verlängert werden, sollte die Corona-Krise länger anhalten.
  • Die EZB darf jetzt auch Anleihen aus Griechenland kaufen.
  • Ankauf kurzlaufender Unternehmensanleihen und verbriefter Unternehmenskredite.
  • Diese Maßnahmen ergänzen das Anleihekaufprogramm mit einem Volumen von 120 Mrd. € und weitern Liquiditätshilfen für Banken zur Aufrechterhaltung der Kreditvergabe, die am 12. März beschlossen wurden. Damit liegt das Volumen des neuen Quantitative Easing über dem Niveau während der Finanzkrise.

 

Federal Reserve:

  • Leitzinssenkung auf 0% bis 0,25%.
  • Unterstützung der Unternehmensfinanzierung durch den Ankauf kurzlaufender Unternehmensanleihen.
  • Ankauf von Staatsanleihen im Wert von mindestens 500 Mrd. USD und von Hypothekenanleihen von mindestens 200 Mrd. USD.
  • Bereitstellung von umfangreichen SWAP-Linien für andere Zentralbanken, damit weltweit ausreichend USD zur Abwicklung internationaler Zahlungen zur Verfügung stehen.

 

Bank of Japan:

  • Liquiditätshilfen für Banken im Gegenwert von 34 Mrd. €.
  • Ausweitung des Kaufprogramms für Staatsanleihen um umgerechnet 11 Mrd. €.
  • Verdopplung des Kaufprogramms für japanische Aktien-ETFs auf 101 Mrd. €.
  • Verdopplung des Kaufprogramms für japanische Immobilienaktien-ETFs auf 1,5 Mrd. €.

 

Staaten:

Es sind umfangreiche Hilfen für Unternehmen, Arbeitnehmer und den Gesundheitssektor beschlossen worden. Die G7-Staaten (USA, Kanada, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan) beschlossen Wirtschaftshilfen im Wert von mehr als 2 Billionen US-Dollar. Weitere Maßnahmen werden aktuell z.B. in den USA beraten.

Die gesetzlichen Defizitgrenzen vor allem in Europa wurden außer Kraft gesetzt. Damit geht eine starke Ausweitung der Staatsverschuldung einher. Es wird erwartet, dass das Haushaltsdefizit der USA in den Jahren 2020 und 2021 auf jeweils 8,5% der Wirtschaftsleistung (zum Vergleich: 2009 war es 9,8% des BIP) steigt. Die beschlossenen Ausgabensteigerungen in Deutschland führen zu einem Haushaltsdefizit von bis zu 2,4%. Gleichzeitig gibt der Staat Bürgschaften in Höhe von ca. 16% der Wirtschaftsleistung. Sollte es zu hohen Zahlungsausfällen kommen, würden die Bürgschaften den Haushalt zusätzlich belasten. Italien weitet die Staatsverschuldung um zusätzlich 1% des BIP aus, Spanien um 20% des BIP.

 

Die Finanzmärkte reagieren darauf mit einem Anstieg der Renditen der Staatsanleihen und einer Ausweitung der Risikoaufschläge für Staatsanleihen der anderen Euroländer gegenüber Deutschland. Diese Entwicklung belastet auch die Unternehmen und Banken. Damit steigen die Kreditkosten und sinken die Möglichkeiten der Finanzierung. Neben der Konjunkturschwäche käme es zu einer Kreditverknappung, was die Konjunktur zusätzlich belasten würde.

 

Deshalb sind die umfangreichen Maßnahmen der Zentralbanken notwendig, um die Unternehmensfinanzierung weiter aufrecht zu erhalten. Eine zusätzliche Maßnahme könnte die Einführung sogenannter Euro-Bonds sein. Die Bundesregierung hat ihre Ablehnung gegenüber diesem Instrument jüngst aufgegeben.

 

 

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