Zinseszinseffekt

gestartet von ‎09.01.2014 09:05 , bearbeitet ‎06.08.2014 11:15 (979 Ansichten)

Der Zinseszinseffekt beschreibt das Phänomen, dass eine Geldanlage bei gleichbleibender Rendite, durch die Verzinsung der Zinsen auf diese Anlage, exponentiell wächst.

 

Aufgrund des Zinseszinseffekts nimmt der Wert einer Geldanlage jedes Jahr exponentiell und nicht linear zu – vorausgesetzt die Zinsen bleiben gleich oder nehmen zu. Das ist darauf zurückzuführen, dass bereits erhaltene Zinsen wieder angelegt werden können und so mit verzinst werden. Der Zinseszinseffekt spielt eine entscheidende Rolle bei der Altersvorsorge. Je länger die Sparphase, desto geringer darf aufgrund des Zinseszinseffektes der Sparbetrag sein, um ein bestimmtes Altersvorsorgeniveau zu erreichen.

  

Beispiel:

Sparer 1 legt für seine Altersvorsorge einmalig für 20 Jahre 10.000 EUR an. Die Verzinsung beträgt 4,25 %. Die Zinsen werden nicht ausgeschüttet, sondern zum gleichen Zinssatz wieder angelegt. Sparer 2 legt ebenfalls 10.000 EUR für seine Altersvorsorge an. Laufzeit und Verzinsung sind identisch, allerdings werden die Zinsen von Sparer 2 ausgeschüttet. Eine Wiederanlage erfolgt nicht. Welchen Mehrertrag erhält Sparer 1 gegenüber Sparer 2 durch den Zinseszinseffekt?

 

Formel:

Zinseszinsefekt_Formel.jpg

 

Rechnung:

 Zinseszinseffekt_Rechnung.jpg

 

Der Zinseszinseffekt führt dazu, dass Sparer 1 bei gleichem Anlagebetrag und Zinssatz ein um 4.489,06 EUR höheres Altersvorsorgevermögen besitzt als Sparer 2. Durch die Wiederanlage der Zinsen erreicht Sparer 1 einen um ca. 24 % höheren Endbetrag.

 

 

Literatur:

Kommer, Gerd. Weltweit investieren mit Fonds. Frankfurt / Main: 2001, S. 224-225.

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