Vorzugsaktie

gestartet von am ‎09.01.2014 09:53 (994 Ansichten)

Als Vorzugsaktien bezeichnet man Aktien, die bei der Dividendenausschüttung vorrangig behandelt werden, ihrem Inhaber im Gegenzug dazu jedoch in der Regel kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung des betreffenden Unternehmens einräumen.

 

Das Gegenstück zur Vorzugsaktie ist die mit einem Stimmrecht ausgestattete Stammaktie. Bei einer Dividendenausschüttung wird zunächst eine satzungsmäßig festgelegte Vorzugsdividende an die Vorzugsaktionäre ausgeschüttet. Der restliche Gewinn wird an die Stammaktionäre verteilt. Die Satzung kann auch Mehrdividenden gegenüber den Stammaktien festlegen.

 

Stimmrechtslose Vorzugsaktien dürfen nur bis zu einem Gesamtnennbetrag in Höhe des Gesamtnennbetrags der anderen Aktien ausgegeben werden (§139 Abs. 2 AktG). Vorzugsaktien werden oft dann emittiert, wenn es, aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage des betreffenden Unternehmens bei dem Verkauf von Stammaktien, zu Schwierigkeiten kommt. Dem Anleger soll ein Anreiz zum Erwerb neuer Aktien gegeben werden.

 

Grafik:

Wie die nachfolgende Grafik zeigt, sind die Ausgestaltungsmöglichkeiten der Vorzugsaktien vielfältig.

 

Ausgestaltung

Auswirkung

Prioritätischer Dividendenanspruch

Vom ausschüttungsfähigen Gewinn werden zuerst die Vorzugsaktien und dann die Stammaktien bedient.

Prioritätischer Dividendenanspruch mit Überdividende

Die Vorzugsaktionäre werden vorrangig bedient. Ihr Dividendensatz liegt immer über dem der Stammaktionäre.

Limitierte Vorzugsdividende

Die Vorzugsaktionäre besitzen Vorrang gegenüber den Stammaktionären. Allerdings ist ihr Dividendensatz von Anfang an begrenzt. In besonders guten Jahren können dann Stammaktionäre eine höhere Dividende erhalten als Vorzugsaktionäre.

Kumulative Vorzugsdividende

Vorzugsaktionäre besitzen auch in Verlustjahren einen Dividendenanspruch. Erfolgen keine Dividendenzahlungen, müssen sie, sobald wieder Gewinn erzielt wird, nachgeholt werden.

 

Literatur:

Verspay, Heinz-Peter und Andreas Sattler Die kleine AG: Eine Rechtsform für das mittelständische Unternehmen. Renningen: 2009, S. 172 f. Beike, Rolf / Schlütz, Johannes. Finanznachrichten lesen-verstehen-nutzen. Stuttgart: 2010. S. 94-95.

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