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Zielgruppe Senioren – wie der demografische Wandel neue Wirtschaftsfelder eröffnet

Die alternde Gesellschaft ist zunehmend ein interessanter Absatzmarkt für Wirtschaftsunternehmen.

 

Eine aktuelle Veränderung unserer Zeit ist das zunehmende Durchschnittsalter westlicher Gesellschaften. Der demografische Wandel ist Realität und zählt mittlerweile zu den sogenannten Megatrends.

 

Umbruch in den Industrienationen

 

Diese Entwicklung betrifft die meisten hoch entwickelten Industrienationen außer den USA, eine ältere Bevölkerung als Deutschland gibt es nur in Japan. Hier sind viele Entwicklungen bereits im Gange, die wir zukünftig auch in Europa und insbesondere in Deutschland erwarten können. Und auch die Bevölkerung in den Schwellenländern wird mit etwas zeitlicher Verzögerung ebenfalls stark altern.

 

Den Märkten steht damit ein Wandel bevor: Durch die Veränderung der Altersstruktur verlagert sich die größte Zielgruppe – kaufkräftige Konsumenten mit einem hohen Anspruch an Qualität und Autonomie rücken in den Fokus: Senioren. Dies eröffnet Raum für neue technische Innovationen und birgt einige Investmentchancen.

 

Zielgruppe Senioren.jpg

 

Investitionspotenziale

 

Ambient Assisted Living – Intelligente Assistenzsysteme erleichtern den Alltag

 

Ambient Assisted Living (AAL) meint die kommunikative Verknüpfung von Geräten und Prozessen zur technischen Assistenz des Anwenders. Solche Systeme ermöglichen eine vernetzte Steuerung im häuslichen Umfeld und bieten damit ein hohes Maß an Unabhängigkeit und Lebensqualität im Alltag. Diese Technologie kommt insbesondere dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben im Alter entgegen und verbindet Smart-Home-Technologien mit Medizintechnik. Darüber hinaus ist AAL auch für den Einsatz im stark nachgefragten ambulanten Pflegesektor interessant, indem beispielsweise Vital- und andere Gesundheitswerte automatisch überprüft und übermittelt werden. Konzerne wie auch Forschungsinstitute entdecken zunehmend das enorme globale Marktpotenzial der Assistenzsysteme.

 

AAL im Blickpunkt deutscher Konzerne

 

In die Entwicklung von Ambient-Assisted-Living-Lösungen ist die Deutsche Telekom stark involviert. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit Siemens und 27 anderen Teilnehmern wurden unter Führung der Deutschen Telekom intensiv effektive und benutzerfreundliche Vernetzungen digitalisierter Anwendungen erprobt und weiterentwickelt. In einem Teilprojekt können Senioren per Tablet-PC diverse Hausfunktionen wie Licht, Heizung und Jalousien selbst regulieren, im Internet surfen oder im Notfall eine Verbindung mit einer Hausnotrufzentrale herstellen. Die Deutsche Telekom verfügt mittlerweile über ein separates „Konzerngeschäftsfeld Gesundheit“. Auch Siemens engagiert sich verstärkt in diesem Milliardenmarkt.

 

Innovative Technologien auch bei Fujitsu

 

Um zu erkennen, welches Innovationspotenzial der demografische Wandel in sich trägt, lohnt sich ein Blick auf das älteste Volk der Welt: Der japanische Konzern Fujitsu erregte bereits im Jahr 2013 große Aufmerksamkeit mit dem Prototyp eines High-Tech-Spazierstockes, dem „New Generation Cane“. Dieser verfügt unter anderem über ein Navigationssystem und GPS, Bluetooth und WLAN.

 

Eine zuvor eingegebene Route wird dem Benutzer durch LED-Richtungspfeile bzw. durch Vibration angezeigt, der Aufenthaltsort lässt sich bei Bedarf oder im Notfall jederzeit an Angehörige oder pflegerisches Personal übermitteln. Weiterhin misst der Stock über Sensoren den Puls, speichert die Daten und setzt bei Auffälligkeiten über WLAN automatisch einen Notruf ab. Der zusätzlich vorhandene Schrittzähler wie auch die Temperaturanzeige wirken da fast schon nebensächlich.

 

Und auch sonst ist Fujitsu generell sehr präsent mit Produkten im Seniorensegment. Unter anderem entwickelte der Konzern ein Smartphone mit vereinfachter Bedienbarkeit und Benutzeroberfläche („Raku Raku“), welches zuletzt auch auf dem französischen Markt erschien. Kürzlich folgte ein Notebook („Grannote“) speziell zugeschnitten auf die Zielgruppe 60+.

 

Fazit und Prognose

 

Am demografischen Wandel führt kein Weg vorbei, wenngleich dies ein über Jahre andauernder, aber dennoch unaufhaltsamer Prozess für die betroffenen Volkswirtschaften ist. Dementsprechend haben noch nicht alle Unternehmen das größtenteils unerschlossene Potenzial dieses Trends erfasst.

 

Vor allem die Verbindung zwischen Mensch und Technik wird zukünftig eine noch größere Rolle spielen – insbesondere, um mit assistierenden, den Alltag erleichternden Geräten auf die speziellen Bedürfnisse einzugehen. Alter wird zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor und nur gut aufgestellte Konzerne können im Rennen um neue Technologien mithalten. Die globale Bedeutung des demografischen Wandels macht das Thema zusätzlich spannend.

 

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Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

 

  • Die Bevölkerung fast aller Industrienationen überaltert. Dadurch eröffnet sich die Zielgruppe der Senioren als kaufkräftige Konsumenten mit hohen Qualitätsansprüchen.
  • Ambient-Assisted-Living-Lösungen als Verbindung aus Smart-Home-Technologien und Medizintechnik haben großes Zukunftspotenzial.
  • Neben deutschen Konzernen fällt auch das japanische Unternehmen Fujitsu mit innovativen Produkten auf.