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Wie arbeiten wir morgen?

von am ‎18.02.2020 08:59
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Die Arbeitsleben von heute ist von einem großen Wandel geprägt. Experten rechnen damit, dass in vielen Wirtschaftszweigen Tätigkeiten künftig nicht mehr von Menschen erledigt werden. Gleichzeitig entstehen anspruchsvolle neue Jobs – und andere Wirtschaftssektoren expandieren.

 

Die Wachstumsbranchen der Zukunft

 

Die Digitalisierung hält zwar auch in vielen sozialen Bereichen Einzug, doch verringert sie hier nicht die Nachfrage nach menschlicher Arbeitskraft. Der Bedarf an medizinischen und pflegerischen Fachkräften steigt kontinuierlich an. Dasselbe trifft auf Erzieher, Lehrer und Sozialarbeiter zu. Dies gilt für Deutschland wegen der demographischen Entwicklung und der zunehmenden Ganztagsbetreung von Kindern in ganz besonderem Maße. Zahlen der Arbeitsagentur belegen einen deutlichen Anstieg dieser Arbeitsplätze: So waren beispielsweise im Jahr 2014 rund 490.000 Personen sozialversicherungspflichtig in der Altenpflege beschäftigt, 2018 stieg diese Zahl auf etwa 583.000. Damit Arbeitnehmer aus anderen Berufen umsatteln und sich für eine derartige Tätigkeit entscheiden, ist eine Verbesserung von Image und Bezahlung dringend erforderlich. Diese Tatsache hat auch die Politik erkannt und die Konzertierte Aktion Pflege angeschoben.

 

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Arbeit mit Sinn

 

Es gibt gute Nachrichten: Die Anzahl der Jobs, die Arbeitnehmern Freude macht, steigt. Unternehmen reagieren auf den berechtigten Anspruch Beschäftigter, eine sinnvolle Tätigkeit auszuüben. Nach einer von der Zeitschrift Harvard Business Review in Auftrag gegebenen Studie von 2018 wären 90 Prozent der US-amerikanischen Arbeitnehmer bereit, auf immerhin knapp ein Viertel ihres Gehalts zu verzichten, wenn ihre Berufstätigkeit sinnstiftender wäre. Zusätzlich führt die Digitalisierung dazu, dass Roboter künftig monotone und belastende Jobs übernehmen. So können Sie sich Aufgaben widmen, die spannend, abwechslungsreich und vor allem sinnerfüllt sind.

 

Autonomie macht glücklich

 

Die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitszeit eröffnet die Möglichkeit, das eigene Leben in größerem Maße als bisher selbstbestimmt zu gestalten. Das fängt mit dem Tages- und Nachtrhythmus an: durch Gleitzeit kann schon heute eine steigende Zahl an Beschäftigten frei entscheiden, wann sie ihren Arbeitstag beginnen möchten. Genauso entscheiden Sie nach Ihrer persönlichen Leistungsfähigkeit und -bereitschaft, ob Sie Ihre Arbeitszeit ausdehnen oder reduzieren. Wie wichtig Selbstbestimmung bei der Arbeit ist, zeigen bereits heute innovative Tarifverträge. Ein Beispiel dafür ist der Vertrag, den die Deutsche Bahn mit den Gewerkschaften vereinbart hat. Sie bieten mehr Freizeit als Alternative zu Gehaltserhöhungen. Ein großer Teil der Arbeitnehmer entscheidet sich für weniger Arbeitsstunden.

Auch inhaltliche Autonomie wird wichtiger: einige Unternehmen eröffnen es den Mitarbeitern, die Arbeitsinhalte freier zu gestalten. Das kann einen Abteilungswechsel bedeuten, aber auch die freiwillige Abgabe von Führungsverantwortung. Dadurch soll den Mitarbeitern so viel Flexibilität wie möglich gegeben werden.

 

Qualifikation und lebenslanges Lernen

 

Die Digitalisierung führt in vielen Bereichen dazu, dass Personen ohne oder mit sehr einfacher Ausbildung gefährdet sind, ihre Stellen verlieren. Eine Lösung ist zum Beispiel eine bedarfsgerechte Weiterbildung. Die Beschleunigung des Innovationsfortschritts stellt hohe Ansprüche an die Lernbereitschaft jedes Einzelnen. Auch für Akademiker und andere hochqualifizierte Arbeitnehmer bedeutet sie eine ständige Ausweitung der eigenen Fachkenntnisse. Beim Thema Weiterbildung stehen bewährten Methoden innovative Lernformen gegenüber. Während Coachings und Seminare noch die Regel sind, wenden immer mehr Unternehmen digitale Methoden an. So sollen Umschulungen vereinfacht und Zugangsbarrieren verringert werden.

 

Homeoffice tut nicht jedem gut

 

Viele Menschen, die überwiegend oder ausschließlich im Homeoffice tätig sind, leiden unter einem Gefühl der Isolation. Eine von der AOK in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass zu Hause arbeitende Menschen häufiger krank werden als ihre Kollegen im Büro. So gaben beispielsweise 70 Prozent von ihnen an, eine anhaltende Wut und Verärgerung zu empfinden. Tatsächlich profitieren Beschäftigte in Teams von der intensiven Kommunikation mit anderen. Sie erhalten laufend neue Anregungen für ihre Tätigkeit und inspirierendes Feedback. Selbstverständlich können sie durch die Kooperation mit anderen auch ihre Social Skills optimieren. Besonders Selbstständige sind häufig von der sozialen Isolation betroffen. Innovative Arbeitskonzepte schaffen hier kreative Lösungen, wie zum Beispiel Treffen an bestimmten Tagen des Monats mit anderen Homeoffice-Workern oder Arbeiten im Coworking-Space.

 

Mehr Absicherung für Arbeitnehmer notwendig

 

Selbstständige Tätigkeiten nehmen in der postindustriellen Wirtschaft stark zu. Doch oft führen sie zu prekären Beschäftigungssituationen mit einer unzureichenden Absicherung in Bezug auf Arbeitslosigkeit oder Rente. Hier sind neue Formen der Sozialversicherung und neue Standards dringend notwendig. Die IG Metall unternahm erste Schritte in diese Richtung, indem sie 2017 den Crowdsourcing Code of Conduct ins Leben rief.

 

Fazit:

 

  • Die Zukunft der Arbeit bringt viele Veränderungen für Beschäftigte, die zu einer besseren Life-Work-Balance und mehr Selbstbestimmung führen können
  • Lebenslanges Lernen wird zur unverzichtbaren Selbstverständlichkeit werden
  • Der Gesetzgeber muss einen ordnungspolitischen Rahmen schaffen, um diese Entwicklungen auch in Bezug auf soziale Absicherung zu unterstützen

 

Wie schätzen Sie diese Entwicklungen ein: beurteilen Sie die Digitalisierung positiv in Bezug auf Ihre beruflichen Zukunftsaussichten? Wünschen Sie sich mehr Flexibilität und persönliche Freiheit beim Arbeiten? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Kommentare
von
am ‎08.04.2020 09:29

Die Coronia Panademie zwingt zum Umdenken,  wir erleben aktuell  die Bedeutung  der  Digitalisierung .

Homeoffice wäre ohne diese fortschrittliche Arbeitsweise nicht möglich.

In Zukunft werden weniger Arbeitskräfte , besonders  im Niedriglohnbereich benötigt.  Einflussreiche Politiker und Wirtschaftvertreter  predigen seit Jahren irrtümlicher Weise , Deutschland sei auf die  Zuwanderung von Fachkräften angewiesen , um den demographischen Wandel in den Griff zu bekommen.

Mit fortschreitender  Digitalisierung werden  viele Arbeitsprozesse umstrukturiert,  parallel hierzu  sinkt die Beschäftigungsquote.

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