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Whisky – auch als rentable Geldanlage interessant

Whisky als Geldanlage gilt zu Recht als exotisch und bietet spezifische Risiken sowie Chancen.

 

Die nun schon seit vielen Jahren andauernde Niedrigzinsphase, die maßgeblich durch die lockere Geldpolitik der EZB aufrecht erhalten wird, motiviert Investoren zur Suche nach Anlage-Alternativen. Sachwerte wie Aktien und Immobilien stehen dabei hoch im Kurs.

 

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Doch seit einiger Zeit rücken auch ungewöhnliche Anlagen in den Fokus. „Hochprozentiges“ gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung – Whisky, das „Wasser des Lebens“, soll hohe Renditen in Form von Wertsteigerungen bringen. Anhänger dieser Idee fühlen sich durch den bevorstehenden Brexit beflügelt, da sie hoffen, dass er die Marktpreise für Whisky weiter in die Höhe treibt.

 

Whisky – das wiederentdeckte Kultgetränk

 

Tatsächlich boomt Whisky und erlebt gegenwärtig eine echte Renaissance. Insbesondere im urbanen Umfeld, in den internationalen Metropolen, wächst seine Fangemeinde kontinuierlich. Dies trifft vor allem auf die exquisiten schottischen Sorten in Single-Malt-Qualität zu. Im Gegensatz zu den wesentlich preiswerteren Blended Whiskys, die als Massenware den Markt beherrschen, stellt ein Single Malt stets ein charaktervolles Getränk dar, das durch seine Herkunft und Machart ein ganz besonders Aroma und damit auch seinen Wert erhält.

  

Für den Geschmack von Single Malt Whiskys spielen neben den verwendeten Rohstoffen und dem Destillier-Verfahren auch die Dauer der Lagerung und die dafür verwendeten Fässer eine entscheidende Rolle. Alte Port- und Sherryfässer verleihen Single Malt Whiskys eine besonders vollmundige und facettenreiche Note. Heute sind etwa zehn Prozent der gesamten schottischen Whisky-Produktion den Single Malts zuzurechnen.

 

Wertsteigernde Faktoren beim Whisky

 

Exklusiver Whisky, der in begrenzter Auflage auf den Markt kommt, gilt als besonders kostbar. Dabei sollte die Anzahl der Flaschen auf keinen Fall über 10.000 Stück liegen. In der Regel müssen Anleger für einen Scotch Whisky von einer bekannten Destillerie, wie zum Beispiel Ardbeg, Dalmore oder Macallan mindestens einen Betrag von 100 Euro investieren, oft aber noch deutlich über 250 Euro.

 

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Schottland - Die Heimat des Single Malt Whiskys

 

Wertvolle Whiskys sind ein Nischenprodukt, sowohl als Getränk als auch in Form einer langjährigen Geldanlage. Dementsprechend begrenzt ist die Anzahl von potenziellen Käufern und Händlern. Wie alle engen Märkte ist auch der Markt für Whisky durch eine hohe Volatilität gekennzeichnet: Die Preise für Single Malts können schnell steigen, jäh wieder abstürzen und plötzlich wieder neue, schwindelerregende Höhen erklimmen.

 

Die Auswirkungen des Brexits auf Scotch Whisky

 

Das überraschende Votum, das die Briten in einer Volksabstimmung im Juni 2016 für den Austritt ihres Landes aus der EU getroffen haben, wirft die Frage auf, welche Konsequenzen diese Entscheidung für schottischen Whisky als Geldanlage haben wird. Viele Experten befürchten, dass die bislang durch EU-Gesetze geschützte Bezeichnung „Scotch Whisky“ diesen Status verliert und in der Folge auch Destillerien in anderen Teilen der Welt ihre Erzeugnisse so benennen könnten. Allerdings betrifft diese Sorge kaum exklusive Whiskys und hochprozentige historische Abfüllungen. Hier zeigt die Absicht der Briten, die EU zu verlassen, bis jetzt eher eine preissteigernde Wirkung. Immerhin legte der APEX 1000, ein anerkannter Index für Whiskyraritäten, im vergangenen Jahr nach der Brexit Entscheidung um rund 38 Prozent zu. Dieser Trend setzte sich auch in der ersten Jahreshälfte 2017 fort.

 

Voraussetzungen für die erfolgreiche Anlage in Whisky

 

Grundsätzlich kommt Whisky als Geldanlage nur für risikoorientierte Investoren infrage. Doch auch sie sollten wegen der immensen Verlustrisiken nur einen relativ kleinen Teil Ihres Gesamtkapitals in diese Anlageform stecken. Darüber hinaus ist es aufgrund der hohen Geschwindigkeiten, mit denen sich Preisänderungen auf diesem speziellen Markt ergeben, unbedingt erforderlich. Die Entwicklung von Angebot und Nachfrage ist kontinuierlich zu beobachten.

Einschlägige Fachkenntnisse sind – wie bei allen Investments in exotische Anlageformen – unerlässlich. Das international angesehene Jackson-Ranking kann Orientierung und Unterstützung bei der Auswahl von kostbaren Whisky-Editionen geben. Dabei handelt es sich um ein Klassifizierungssystem, das auf der Vergabe von Punkten nach Whisky-spezifischen Kriterien und Marktdaten basiert.

 

Whisky als Hobby-Kapitalanlage. Aber nicht als Altersvorsorge!

 

Ein langer Atem ist bei Investments in Whisky unverzichtbar. Anleger sollten dementsprechend zehn bis zwanzig Jahre warten können, also ihre Anlage nach dem Vorbild eines guten Whiskys „reifen“ lassen – aber mögliche Verluste auch verschmerzen können. Außerdem sollten Investoren ausschließlich Single Malt Scotch Whisky bei bekannten oder nachweislich fachkundigen Händlern erwerben. Insbesondere auf allgemeinen Online-Marktplätzen, über die Waren aller Art vertreiben werden, besteht die Gefahr, Opfer von Betrügern und Trittbrettfahrern der Whisky-Hausse zu werden.

 

Fazit:

 

  • Das Investment in Whisky Raritäten kann sich lohnen.
  • Durch den bevorstehenden Brexit haben sich die Preise für hochwertigen Single Malt Whisky aus Schottland zunächst stark erhöht.
  • Wer Whisky als Geldanlage nutzen möchte, sollte sich entsprechende Fachkenntnisse aneignen und den Markt laufend beobachten.

 

Frage an unsere Leser: Würden Sie in Whisky investieren? Teilen Sie uns und anderen Lesern Ihren Kommentar zu diesem Artikel mit! Vielen Dank!

 

2 Kommentare

Regelmäßiger Besucher
Hallo zusammen, schöner Beitrag zu einem schönen Thema - v.a., weil das Investment auch dem Eigenkonsum zugeführt werden kann. Zum Einen möchte ich aber gerne aus dem "Ardberg" einen "Ardbeg" machen. Zum Anderen wünsche ich mir mehr Details, welche Möglichkeiten des Investments hinsichtlich der langjährigen physischen Lagerung (auch durch den Produzenten) infrage kommen - denn hier gibt es einiges zu beachten! Vielen Dank M.

Regelmäßiger Besucher

Schon 2008 als die Lehman-Bank Pleite ging, kam mir der Gedanke, in einer Krisenzeit einfach in Whiskey zu investieren. Beruflich war ich damals viel im Ausland unterwegs und habe mir auf den Flugreisen den ein oder anderen Single Malt gekauft. Jetzt ist schon ein kleiner Vorrat angewachsen und wächst auch noch immer noch an. Als Schottlandfan kaufe ich meistens die Marken ein, welche ich kenne und vor Ort auch in der Distillerie probiert habe. Sollte wirklich eine persönliche Krise eintreten hat man das Investment als tröstenden Schluck in Hinterhand und muss nicht lange grübeln !