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Wasserknappheit: ein aktuelles Thema auch in Deutschland

02.04.2024 13:18

Nicht erst seit dem Hitzesommer 2022 ist klar, dass der Klimawandel keine Grenzen kennt. Durch monatelange Trockenheit haben Probleme wie Wasserknappheit nun auch Deutschland erreicht. Und damit ein Land, das bisher als niederschlagsreich galt.

 

 

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Das Umweltbundesamt hat für 2018 einen Rückgang der Niederschläge um 25 %, für 2019 um 7 % und für 2020 um 10 % ermittelt. Und 2022 war nach Expertenmeinung mit einer Jahressumme von 670 mm/qm erneut ein Dürrejahr. Auch im vergangenen Jahr zeigte der „Dürremonitor Deutschland“ bis Juni eine „außergewöhnliche Dürre“.*

 

Und auch wenn der aktuelle Winter wieder etwas niederschlagsreicher war, fällt in Deutschland immer weniger Wasser und die Hitze- und Trockenperioden werden länger. Die Folgen der Wasserknappheit sind gravierend: Wenn es monatelang nicht regnet, sinkt der Grundwasserspiegel stark ab. Neben den unmittelbar spürbaren Auswirkungen in Form von zu wenig verfügbarem Trinkwasser kann Wassermangel zu Missernten in der Landwirtschaft und zum Absterben von Bäumen in den Wäldern führen. Regnet es dann doch, können die ausgetrockneten Böden das Wasser nicht mehr aufnehmen. Es drohen Überschwemmungen mit enormen Schäden.

 

 

Politik und Industrie müssen handeln

 

Diese Folgen des Klimawandels sind in vielen Köpfen noch nicht angekommen. Denn das häufige Waschen des eigenen Autos oder der täglich frisch gewässerte Rasen gehören trotz sinkender Grundwasserpegel meist noch zur Normalität. Auch Tennis- oder Golfplätze werden weiterhin bewässert, oft sogar mit Wasser aus zu Rinnsalen verkommenen Flüssen.

 

Unbestritten ist, dass die Großverbraucher nach wie vor in der Industrie zu finden sind. Hier muss die Politik Rahmenbedingungen schaffen, die Großverbraucher zu einem sparsamen und verantwortungsvollen Umgang mit der knappen Ressource Wasser anhalten.

 

 

Was jeder Einzelne tun kann

 

Durch unser privates Verhalten können wir viel tun, um den Trend zu verlangsamen und einer drohenden Wasserknappheit vorzubeugen. Kurzfristig können so Konsequenzen wie Verbote oder reduzierte Entnahmen aufgrund sinkender Pegelstände vermieden werden. Langfristig schaffen wir damit eine Perspektive für unsere Kinder und Enkel, damit sie in Zukunft genügend Wasser haben und eine intakte Natur vorfinden. Zusätzlich schont ein reduzierter Wasserverbrauch nicht nur die Umwelt, sondern auch den eigenen Geldbeutel.

 

Viele Sparmaßnahmen lassen sich schnell und relativ einfach umzusetzen, wie die nachfolgende Checkliste zeigt:

 

Wassersparmaßnahme

Wirkung

Wassersparende Geräte kaufen

Achten Sie schon beim Kauf von Haushaltsgeräten auf den Wasserverbrauch und wählen Sie wassersparende Geräte.

Wassersparende Armaturen und Duschköpfe einbauen

Mit einem Sparduschkopf lässt sich der Wasserverbrauch beim Duschen fast halbieren. Das spart Wasser, Energie und damit auch Geld. Wassersparende Duschköpfe und Armaturen gibt es mittlerweile in jedem Baumarkt.

Wasch- und Spülmaschinen effizienter nutzen

Der Wasserverbrauch von wassersparenden Geräten kann noch weiter gesenkt werden, indem ihre Effizienz durch intelligente Nutzung zusätzlich gesteigert wird. Bei Wasch- und Spülmaschinen zum Beispiel, wenn diese nur dann eingeschaltet werden, wenn sie wirklich voll geladen sind. Hier wird neben Wasser auch Energie gespart.

Regenwasser sammeln und im Haushalt nutzen

Regenwasser eignet sich nicht nur zum Gießen im Garten. Mit entsprechenden Aufbereitungsanlagen kann es auch für die Toilettenspülung, zum Putzen oder sogar zum Wäschewaschen genutzt werden.

Kürzere Duschzeiten

Beim Duschen kann über die Duschzeit viel Wasser eingespart werden. Besonders langes Duschen verbraucht entsprechend viel Wasser. Verkürzen Sie deshalb die Duschzeiten, zum Beispiel durch eine automatische Duschabschaltung nach einigen Minuten. Oder Sie drehen die Dusche ab, während Sie sich einseifen.

Häufiger duschen statt baden

Wasser sparen lässt sich auch, indem man häufiger duscht, statt zu baden. Denn Duschen verbraucht im Schnitt weniger als die Hälfte des Wassers, das eine volle Badewanne mit gut 150 Litern fasst. In Kombination mit kürzeren Duschzeiten lässt sich sogar doppelt Wasser sparen.

Wasserhähne konsequent zudrehen

Sie werden überrascht sein, wie viele Menschen den Wasserhahn beim Zähneputzen oder beim Hände einseifen und waschen laufen lassen. Durch konsequentes Zudrehen des Wasserhahns lässt sich also zusätzlich Wasser sparen.

Garten nach Bedarf und Tageszeit bewässern

Ob Regenwasser oder Trinkwasser zur Bewässerung verwendet wird, in beiden Fällen kann die Menge durch bedarfsgerechtes Gießen deutlich reduziert werden. Wird beispielsweise zur Mittagszeit gegossen, verdunstet ein Großteil des Wassers, bevor es die Pflanzenwurzeln erreicht. Zu viel Wasser erhöht nicht nur den Wasserverbrauch, sondern schadet im Zweifelsfall auch der Pflanze.

 

Zusätzlich zu diesen praktischen Maßnahmen haben Investoren die Möglichkeit, in das Thema Wasser  zu investieren.

 

 

Sinnvoll in den Wasser-Sektor investieren

 

Das Thema Wasserknappheit ist längst auch am Kapitalmarkt angekommen und immer mehr Fondsanbieter bieten entsprechende Produkte an. Dies ermöglicht Kapital ganz gezielt in den Wachstumsmarkt Wasser zu investieren.

 

Um das Risiko breit zu streuen, gibt es „Wasserfonds“ oder „Wasser-ETFs“, die häufig in Einzelwerte aus der gesamten Wertschöpfungskette oder in Teile davon investieren. Beispiele für solche Produkte bekannter Anbieter sind:

 

Der L&G Clean Water UCITS ETF bildet die Wertentwicklung des Solactive Clean Water Index NTR ab. Der Index soll die Wertentwicklung eines Aktienkorbs aus Unternehmen abbilden, die aktiv in der internationalen sauberen Wasserindustrie tätig sind, indem sie Dienstleistungen in den Bereichen Technologie, Digitalisierung, Technik, Versorgung und sonstige Dienstleistungen erbringen.

 

Der iShares Global Water bildet den S&P Global Water Index ab, der die Wertentwicklung der 50 weltweit größten börsennotierten Unternehmen aus dem Wassersektor wiedergibt. Der Schwerpunkt liegt auf Unternehmen aus den USA.

 

Während die beiden bisher vorgestellten ETFs einen Index nachbilden und somit passiv gemanagt werden, ist der erstgenannte BNP Paribas Aqua ein aktiv gemanagter Fonds. Der Fokus liegt hier vor allem auf global agierenden Unternehmen aus den Bereichen Wasseraufbereitung, Transport- und Verteilungsinfrastruktur. Bei der Auswahl konzentriert sich das Fondsmanagement auf Unternehmen, die bereits konkrete Lösungen für die ökologischen oder sozialen Herausforderungen bei der Trinkwasserversorgung bieten.

 

 

 

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  • Wasserknappheit betrifft zunehmend auch das bisher niederschlagsverwöhnte Deutschland.
  • Der Trend zu Dürren hat sich in den letzten Jahren verstärkt.
  • Jeder Einzelne kann mit zum Teil einfach umzusetzenden Maßnahmen zum Wassersparen beitragen.
  • Mit den passenden Anlageprodukten kann in den Wachstumsmarkt Wasser investiert werden.

 

 

 

*Quelle: Umweltbundesamt.de