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Verschärfte Sanktionen gegen Russland

von am ‎23.09.2014 13:21 - zuletzt bearbeitet am ‎04.02.2015 15:47 von

Wie wir bereits in unseren Blog-Artikeln zum Thema Ukraine-Konflikt („Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krim-Konflikts“ sowie „Schwache Wirtschaftsdaten in Europa“) berichteten, haben die Wirtschaftssanktionen gegen Russland auch direkte Auswirkungen auf die EU.

 

Nachdem die Sanktionen erneut verschärft wurden und das Anlagerisiko in Russland zugenommen hat, wollen wir Sie in diesem Update über die aktuellen Entwicklungen informieren.

 

Sanktionen gegen Russland.jpg

Neue Sanktionen gegen Russland

 

Vor etwa zwei Wochen haben die Präsidenten der Ukraine und der Russischen Föderation, Petro Poroschenko und Wladimir Putin, Verhandlungen über die Ostukraine geführt. Dabei konnte eine Annäherung der Konfliktparteien beobachtet werden.

 

Allerdings bleibt die Waffenruhe brüchig und eine endgültige Lösung über die staatliche Zukunft der umkämpften Regionen konnte nicht erzielt werden. Die Europäische Union verschärfte zuletzt erneut ihre Sanktionen gegen Russland. Das politische Ziel der EU ist die staatliche Einheit der Ukraine.

 

Konsequenzen der Sanktionen für Anleger

 

Die Sanktionen betreffen die Ausfuhr von Rüstungsgütern und Gütern, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. Aber auch für Anleger haben die Sanktionen Konsequenzen. Um wichtigen russischen Unternehmen die Finanzierung zu erschweren, dürfen deren Wertpapiere (Anleihen und Aktien), welche sie nach dem 12. September 2014 ausgeben und deren Laufzeit mehr als 30 Tage beträgt, nicht mehr gehandelt werden. Dies betrifft sowohl private Anleger als auch Fonds und ETFs. Bei Fonds und ETFs müssen die Emittenten die Einhaltung der Embargovorschriften gewährleisten.

 

Die von den Sanktionen betroffen Unternehmen sind:

 

  1. Sberbank
  2. VTB Bank
  3. Gazprombank
  4. Vnesheconomnank (VEB)
  5. Rosselkhozbank
  6. OPK Oboronprom
  7. United Aircraft Corporation
  8. Uralvagonzavod
  9. Rosneft
  10. Transneft
  11. Gazprom Neft

Zudem dürfen von den ersten fünf Unternehmen der o.g. Liste ebenfalls keine Wertpapiere gehandelt werden, die nach dem 1. August 2014 ausgegeben wurden und eine Laufzeit von mehr als 90 Tagen haben.

 

Was können weitere Sanktionen für Anleger bedeuten?

 

Sollte sich die Situation weiter zuspitzen, kann es zu weiteren Sanktionen der EU und zu Gegenmaßnahmen seitens Russlands kommen. Die Gefahr dabei ist, dass russische Aktien und Anleihen nicht mehr gehandelt werden können. Für Anleger bedeutet dies ein erhebliches Risiko, da man auf Veränderungen der Rahmenbedingungen nicht mehr reagieren kann.

 

Dieser Gefahr sollte man sich bewusst sein, wenn man aktuell in Russland investiert. Denn umgekehrt sind der lokale Aktienmarkt und der Rubel bereits stark unter Druck gekommen, nachdem viele ausländische Investoren ihr Geld in großem Stil abgezogen haben.

 

Bei einer friedlichen Lösung des Konflikts könnten die Investoren wieder zurückkehren und für einen positiven Kursverlauf sorgen. Allerdings ist die weitere politische Entwicklung sehr schwer vorherzusagen, weshalb ein Russlandinvestment wohl eine der aktuell risikoreichsten Geldanlagen sein dürfte.