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Vermögen aufbauen

Nicht nur an der Zapfsäule wird es deutlich: Die Inflation ist zurück! Für Anleger, die auf Sparbuch und Festgeld vertrauen, wird das zu einem Problem. „Wenn Inflation und niedrige Zinsen aufeinandertreffen, führt das unterm Strich dazu, dass das Vermögen schrumpft“, warnt Experte Andreas Zimmermann von der Consorsbank. Doch noch immer halten viele ihre Liebe zu Sparbuch und Festgeldkonten aufrecht. Das zeigen die Statistiken der Deutschen Bundesbank. Die Daten der Zentralbank zeigen jedoch noch mehr – beispielsweise, dass sich das Geldvermögen der Deutschen vor allem durch Aktieninvestments vermehrt. „Für alle, die Vermögen aufbauen wollen, sind Aktien heutzutage faktisch alternativlos“, stellt auch Experte Zimmermann fest.

 

Zwar sind mit Aktien höhere Risiken verbunden, doch die lassen sich begrenzen: durch Risikostreuung und eine langfristige Anlagestrategie. „Für den Vermögensaufbau sind breit streuende Fonds- und ETF-Sparpläne besonders geeignet“, erklärt Zimmermann. Sowohl durch ein Investment in einem traditionellen, aktiv gesteuerten Fonds als auch in einem passiven Indexfonds (ETF) werde das Risiko gegenüber einer Direktanlage in Aktien merklich reduziert. Auch die regelmäßige und längerfristige Anlage führe tendenziell zu einer stetigeren Wertentwicklung.

 

Wie lukrativ langfristige Sparpläne in den vergangenen Jahrzehnten waren, belegen Berechnungen des deutschen Fondsverbands BVI. Selbst die übelsten Crashs – minus 50 Prozent in der Finanzkrise 2008, minus 40 Prozent im Corona-Crash 2020 – wurden durch eine langfristige Sparplan-Strategie weitgehend neutralisiert. So brachte ein Sparplan, bei dem Monat für Monat in einen typischen Fonds mit internationalen Aktien investiert wurde, in den vergangenen 20 Jahren eine durchschnittliche jährliche Rendite von 7,2 Prozent. Im Mittel der letzten zehn Jahre ergaben sich sogar 8,7 Prozent.

 

„Eine absolute Garantie für die Zukunft sind die guten Renditen der Sparpläne zwar nicht“, räumt Zimmermann ein. Dennoch spreche nicht nur die Geschichte der letzten 100 Jahre dafür, dass sich auch in Zukunft mit Aktien positive Renditen erzielen lassen. „Es ist schließlich nicht unlogisch, dass in einer wachsenden Wirtschaft mit steigenden Unternehmensgewinnen auch die Aktienkurse zulegen“, sagt Zimmermann.

 

Bevor Anleger Wertpapiere kaufen, sollten sie sich allerdings ein Sicherheitspolster von zwei bis drei Monatsgehältern schaffen, für unvorhersehbare Ausgaben. Zinsen spielten dabei keine Rolle, da geht es schlicht um die risikofreie und sofort zugängliche Anlage. Ist dieses Fundament gelegt, kann es losgehen mit der Aktienanlage, zu Beginn am besten mit Fonds- und ETF-Sparplänen.

 

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Automatisch cool bleiben

 

Sie locken nicht nur mit der Aussicht auf gute Renditen, sondern auch zahlreichen weiteren positiven Eigenschaften. „Wertpapiersparpläne sind bei der Consorsbank schon mit kleinen Monatsbeiträgen ab 10 Euro möglich“, erklärt Zimmermann. Darüber hinaus böten die Sparpläne „maximale Flexibilität“. So kann die Höhe der Sparsumme jederzeit verändert werden, nach oben oder unten. Auch ein Wechsel des Einzahlungsrhythmus ist typischerweise möglich, also etwa von monatlich auf vierteljährlich. Kein Problem sei auch eine vorübergehende Pause der Einzahlungen oder der unkomplizierte und sofortige Stopp des Sparplan, ohne Kündigungsfrist oder Vermögensverluste, wie sie zum Beispiel bei der Auflösung von Versicherungen entstehen können – wobei es natürlich auch bei Wertpapiersparplänen zu Verlusten kommen kann. Die Flexibilität geht sogar noch weiter. Wer etwa zwischenzeitlich einen erhöhten Finanzbedarf hat, kann nicht nur die Einzahlungen pausieren, sondern auch beliebige Teile des angesparten Vermögens entnehmen.

 

Zusätzliches Plus: Wertpapiersparpläne nehmen Anlegern außerdem die verflixt schwierige Frage des optimalen Einstiegszeitpunkts ab, an der selbst Profis gern scheitern. Durch die eingestellte Regelmäßigkeit schlagen Sparpläne so gesehen auch der eigenen Psyche ein Schnippchen: Zögern und zuwarten ist nicht. Verpasste Gelegenheiten nach einem Rücksetzer am Aktienmarkt gibt es deshalb auch nicht. Sparpläne laufen einfach weiter.

 

Eine wesentliche Frage müssen Anleger vor dem Start eines Sparplans allerdings selbst beantworten: In welche Wertpapiere soll investiert werden? Die Auswahl ist groß. Sparpläne gibt es für traditionelle Fonds, börsennotierte Indexfonds (ETFs), aber auch für Zertifikate und sogar für einzelne Aktien. „Für Einsteiger eignen sich vor allem ETFs und aktiv gesteuerte Fonds“, sagt Zimmermann. Für Fortgeschrittene kämen auch Aktien oder Zertifikate infrage. ETFs und aktive Fonds bieten den Vorteil der Risikostreuung über viele Wertpapiere und bieten als Sondervermögen überdies Schutz vor einer Insolvenz der Fondsgesellschaft. Welche Fonds für Sparpläne zur Verfügung stehen, unterscheidet sich je nach Bank oder Online-Broker. Meist können Anleger unter mehreren Hundert Fonds auswählen. Bei kleineren Sparbeiträgen von 10 bis 50 Euro pro Monat dürfte dabei die Beschränkung auf einen einzigen, weltweit investierenden Fonds am sinnvollsten sein. Das kann beispielsweise ein ETF auf den MSCI-World-Index sein oder ein global anlegender, aktiv gesteuerte Aktienfonds wie der AB Global Core Equity Portfolio. Für risikoscheue Anleger kann auch ein Mischfonds, der in Aktien und Anleihen investiert, das richtige Instrument sein.

 

Bei höheren Sparraten bietet sich die Aufteilung auf mehrere Fonds an. Zur Orientierung hat die Consorsbank mehrere Musterportfolios für Einsteiger und Fortgeschrittene entwickelt. Die Portfolios bestehen je nach Risikoneigung aus drei bis vier verschiedenen Fonds. Die Aufteilung hängt von der Risikoaffinität und vom Anlageziel ab. „Außerdem gilt die Faustregel: Je jünger der Anleger, desto höher die Aktienquote“, so Zimmermann. „Denn es bleibt in der Regel mehr Zeit, Kursverluste wieder auszugleichen.“

 

Die Kosten der Sparpläne sind bei allen Anbietern niedrig, unterscheiden sich aber je nachdem in welche Wertpapiere investiert wird. So setzt die Consorsbank beispielsweise für ETFs, Aktien und Zertifikate 1,5 Prozent der Anlagesumme als Kaufgebühr an. Bei vielen ETFs fallen sogar gar keine Kaufgebühren an. Bei den traditionellen, aktiv gesteuerten Fonds hängen die Kaufkosten vom Ausgabeaufschlag der Fondsgesellschaft ab. Online-Banken bieten den Zugang jedoch häufig mit reduziertem oder gänzlich ohne Ausgabeaufschlag an. So können auch bei der Consorsbank viele Fonds und ETFs ohne Aufgeld bzw. Gebühren bespart werden.

 

Minimale Kosten

 

Für das Depot selbst und das Verrechnungskonto fallen bei der Consorsbank keine Kosten an. Die laufenden Kosten der Produkte, die Verwaltungskosten der Fondsgesellschaft, liegen bei aktiv gemanagten Fonds in der Regel um einiges höher als bei ETFs. Anleger sollten diesen Faktor im Auge behalten. „Kosten können die Rendite erheblich schmälern“, warnt der Experte. Einziges Entscheidungskriterium sollten sie aber dennoch nicht sein. Denn mit aktiv gesteuerten Fonds delegieren Anleger wichtige Aufgaben an das Fondsmanagement. So können die Fondsmanager unter anderem besonders aussichtsreiche Branchen höher gewichten und dadurch überdurchschnittliche Renditen erwirtschaften.

Doch letztendlich sind das wohl Nuancen: Entscheidend für gute Renditen ist die regelmäßige und langfristige Strategie – und die funktioniert mit einem aktiven Fonds ebenso wie mit einem passiven ETF.

 

Tipp

 

In 5 Schritten zum richtigen Sparplan

  • Anbieter vergleichen: Gute Wertpapierhäuser bieten Sparpläne für Hunderte von Fonds und ETFs zu niedrigen Kosten.
  • Wertpapierdepot einrichten: Bei Online-Banken ist die Depotführung häufig kostenlos zu haben.
  • Risikobereitschaft definieren: Wer höhere Schwankungen aushält und zehn Jahre oder länger spart, darf Aktien hoch gewichten. Vorsichtige Anleger mischen einen Anleihenfonds bei.
  • Märkte wählen: Vor der eigentlichen Fondssuche werden die passenden Anlageklassen und -regionen bestimmt.
  • Fonds wählen: Bisherige Wertentwicklung, Kosten und Risiko vergleichen. Datenbanken der Online-Banken im Internet liefern diese Informationen.

 

Die Artikel-Serie „Vermögen aufbauen & erhalten“ ist im Wirtschaftsmagazin FOCUS-MONEY erschienen in den Ausgaben 45/2021, 46/2021, 47/2021 und 49/2021.