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Venture-Capital Gesellschaften investieren zunehmend in Start-ups

Der Taxi-Konkurrent Uber, der Privatwohnungsvermittler Airbnb oder das auf Auslandsüberweisungen spezialisierte Unternehmen TransferWise – die Start-up-Szene boomt wie nie und sammelt fleißig Geld ein.

 

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Venture-Capitals als Geldgeber

 

Den oft hohen Finanzierungsbedarf decken Start-ups in der Regel über Investoren. Hier spielen besonders Venture-Capital Gesellschaften (VC) eine entscheidende Rolle, indem sie – meist über einen Fonds – mit frischem Geld für eine komfortable Frühphasenfinanzierung sorgen.

 

Venture-Capital – auch Risikokapital oder Wagniskapital genannt – ist außerbörsliches Beteiligungskapital, das eine Beteiligungsgesellschaft (Venture-Capital-Gesellschaft) zur Beteiligung an als besonders riskant geltenden Unternehmungen bereitstellt (Quelle: Wikipedia).

 

Nicht selten statten sie das Gründerteam darüber hinaus auch logistisch mit Know-how und nützlichen Kontakten aus, sichern sich dafür im Gegenzug Kontroll- und Mitspracherechte. So kann sich das Start-up im Idealfall bestmöglich entwickeln und in seinem Markt etablieren, bis nach ca. zwei bis sieben Jahren das Investment mit dem EXIT endet. Es folgt der Börsengang des Start-ups oder die Beteiligungen werden veräußert und die Investoren entsprechend ausbezahlt.

 

Corporate Venture-Capital – Förderung durch Unternehmen

 

Um sich in Form von Aktien an Venture-Capital Gesellschaften zu beteiligen, bietet sich eine weitere Variante des VC an: Das Corporate Venture-Capital (CVC). Diese konzerneigenen strategischen Investments verfolgen das Ziel, geschäftsfeldnahe Start-ups zu fördern.

 

Dies garantiert den Gründern die Nutzung konzerneigener Strukturen und eine offene Tür zum angestrebten Markt. Im Gegenzug sparen die Konzerne den späteren Aufkauf eines möglichen Konkurrenten, sichern sich frühzeitig den Zugang zu (technischen) Innovationen und sammeln Erfahrungen – im Erfolgsfall eine echte Win-win-Situation.

 

Investitionen in Start-Ups.jpg

Investitionspotenziale

 

Über mangelndes Kapital kann sich beispielsweise die Gründerszene in den USA nicht beklagen. 2014 wurden über Fonds rund 30 Milliarden Dollar investiert – soviel wie zuletzt 2007. Mit allein 1,7 Milliarden Dollar mischt das US-amerikanische Venture-Capital-Unternehmen Andreessen Horowitz kräftig mit.

 

Während die Finanzierung über VC in den USA fest etabliert ist, weist der Venture-Capital-Markt in Deutschland noch Luft nach oben auf. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt ist die Investitionsbereitschaft im europäischen Vergleich noch relativ gering – die Kurve zeigt jedoch nach oben.

 

So hat der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) kürzlich in einem Zusammenschluss mit 15 anderen Organisationen die „Allianz für Venture Capital (AFVC)“ gegründet. Ziel ist die Verbesserung der in Deutschland geltenden Rahmenbedingungen für Risikokapitalfinanzierungen.

 

Deutsche Konzerne entdecken den Nutzen von Start-ups

 

Aktuell steigen einige namhafte DAX-Konzerne mit Tochtergesellschaften verstärkt in die Frühphasenfinanzierung von Start-ups ein. So kündigte die Lufthansa im Sommer 2014 eine verstärkte Konzentration auf diesen Markt an. 500 Millionen Euro will sie in einen Innovation Hub sowie einen Innovationsfonds investieren und sich so bei der Entwicklung neuer Technologien und Produkte einen Platz in der ersten Reihe sichern. Die Vorteile des Corporate-Venture-Capitals für das eigene Unternehmen spürt auch Daimler.

 

Das entsprechende Engagement geht mittlerweile über besonders gewinnverheißende Start-ups hinaus. Das Unternehmen setzt auf die Vernetzung und den Erfahrungsschatz des breiten Mobilitätssektors an sich. Investitionen fließen hierbei beispielsweise auch in Gründungen wie eine Taxiruf-App oder eine digitale Vermittlung von Stadtkurieren.

 

Die Deutsche Telekom als Urgestein

 

Ein Vorreiter im Bereich des Corporate-Venture-Capitals ist die Deutsche Telekom. Bereits seit 1998 ist die Tochtergesellschaft T-Venture als Investor entsprechend tätig. Aktuell verkündete der Konzern eine Umstrukturierung sowie den Ausbau ihrer Wagniskapitalfinanzierung. So werden zukünftige Investments durch die neu gegründete Gesellschaft Deutsche Telekom Capital Partners (DTCP) vorgenommen, die für die nächsten fünf Jahre mit einem 500-Millionen-Euro-Fonds ausgestattet sein soll und damit zu den größten europäischen Innovationsfonds zählen wird. Ihren Fokus will die DTCP vor allem auf die wachsende deutsche Start-up-Szene legen.

 

Fazit und Prognose

 

Investitionen in Start-ups sind gefragt wie nie. Die USA sind Europa dahingehend bereits weit voraus, aber auch hierzulande finden die immensen Potenziale der Gründerszene zunehmend Beachtung. Nach wie vor handelt es sich bei Venture-Capital-Modellen um eine Risikofinanzierung, die das potenzielle Scheitern eines Start-ups beinhaltet. Das Risiko lässt sich mit Investitionen in Unternehmen, die sich beispielsweise auf Corporate-Venture-Capital konzentrieren, jedoch deutlich abfedern, um trotzdem zu profitieren.

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Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

 

  • Zur Finanzierung innovativer Geschäftsideen von Start-ups bedarf es Investoren.
  • Mit Uber, Airbnb und TransferWise zeigt sich das Erfolgspotenzial der aktuellen Start-up-Szene.
  • Venture-Capital-Gesellschaften investieren in Start-ups, um nach einigen Jahren gewinnbringend aus dem Unternehmen auszusteigen.
  • Corporate-Venture-Capital-Investitionen bieten Profite bei vergleichsweise geringem Risiko.