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Urlaubsindustrie im Wandel

Für viele ist es die schönste Zeit des Jahres: Mehr als 50 Millionen Deutsche verreisen jedes Jahr – und unzählige Unternehmen aus der Urlaubsindustrie kämpfen um die Reisewilligen. Neben den etablierten Pauschalreiseanbietern drängen immer häufiger Start-Ups mit innovativen Konzepten auf den Markt. Immer wichtiger wird dabei das Internet, das bereits über die Hälfte der deutschen Urlauber für Recherche und Buchung nutzen. So ringen Firmen aus der Urlaubsindustrie erbittert um Sichtbarkeit, wichtige Keywords und die optimale Platzierung bei Suchanfragen.

 

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Pauschalreiseanbieter gegen Start-Ups

 

Tradition gegen Innovation: In der Urlaubsindustrie haben TUI und Neckermann in den letzten Jahren durch Start-Ups ernst zu nehmende Konkurrenz bekommen. Besonders erfolgreich sind Onlineplattformen wie Airbnb, auf denen Urlauber sich nach privaten Anbietern am gewünschten Urlaubsort umsehen können. Bereits Millionen Urlauber greifen weltweit auf das Angebot zurück und verzichten damit bei der Reiseplanung auf die etablierten Anbieter. Dennoch spricht einiges dafür, dass die bekannten Größen der Urlaubsindustrie nicht den Anschluss verlieren:

 

  • ein Vorteil: exklusive Angebote wie Kreuzfahrten, eigene Hotelketten
  • weniger Aufwand für Kunden: Flug und Unterkunft zusammen buchen
  • verstärkte Präsenz im Web: gezielte Werbung via Social Media
  • gute Kundenbindung: viele Urlauber bleiben ihrem Reiseanbieter treu.

 

Fusionen, Übernahmen und Firmenverkäufe: Generell ist die Reisebranche sehr wandlungsfähig, hart umkämpft und unübersichtlich. Doch auch politische Unruhen, Terrorwarnungen oder Naturkatastrophen sorgen für Schwankungen. Die Unternehmen sind dadurch gezwungen, sich kontinuierlich neu zu positionieren, um auf die Kundenwünsche zu reagieren – das reflektieren auch die Aktienkurse. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass immer mehr Internetfirmen für Aufsehen sorgen und den Konkurrenzdruck weiter erhöhen. Zugute kommt den Traditionsanbietern jedoch, dass viele Start-Ups in der Urlaubsindustrie mit Schwierigkeiten – rechtlich und gesellschaftlich – zu kämpfen haben.

 

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Start-Ups: innovativ, aber oft kritisiert

 

Um Kunden zu locken, vertrauen Start-Ups oftmals auf den Preis als Argument. Wer in den Suchmaschinen für Reisen ein günstiges Angebot präsentiert, sammelt Klicks und wahrscheinlich eine Buchung. Gespart wird bei den Onlineplattformen gerade bei den Verwaltungskosten: Private Anbieter stellen ihre Unterkunft ein und Interessierte suchen selbst – ohne Beratung. Doch die neuen Geschäftsmodelle werden häufig kritisiert. In der Regel übernehmen die Plattformen keine Verantwortung – kontrolliert werden die Angebote durch die Community. Auch der Gesetzgeber macht den Neulingen der Urlaubsindustrie das Leben oftmals schwer:

 

  • Berlin: das Angebot an Unterkünften sinkt durch das Gesetz gegen Zweckentfremdung
  • das heißt: Vermietung an Touristen nur noch mit einer Genehmigung
  • das Ziel: Wohnungen sollen langfristige Mieter haben.

 

Die Bedenken des Gesetzgebers teilt die Bevölkerung: Weniger als zehn Prozent der Deutschen sind an der privaten Vermietung über Onlineportale interessiert. Stattdessen befürchten viele, dass durch den Tourismus in Privatwohnungen die Mietkosten steigen und die Nachbarschaft beeinträchtigt wird. Besonders stark erscheint der Widerstand bei Anwohnern in Großstädten und Ballungsgebieten, die über zu wenig Wohnraum und hohe Mieten klagen. Mittelfristig könnten Sharingplattformen dadurch gezwungen werden, das Geschäftsmodell anzupassen und so Vorteile gegenüber Pauschalreiseanbietern einbüßen.

 

 

Kein eindeutiger Trend erkennbar

 

Die Urlaubsindustrie ist weltweit ein Milliardengeschäft, auf dem sich verschiedene Anbieter erfolgreich positionieren wollen. Wohin der langfristige Trend bei Urlaubsreisen geht ist jedoch noch nicht absehbar. Einerseits wollen Urlauber immer mehr individuelle Reisen und auch exotische Ziele werden immer beliebter. Viele Urlauber haben inzwischen den Anspruch, in einem Land nicht nur die typischen Touristen-Attraktionen zu sehen, sondern sich als Einheimische zu fühlen. Hier haben innovative Anbieter wie Airbnb mit einer großen Community mit ortsansässigen Anbietern einen Vorteil. Auf der anderen Seite liegen aber auch Komfort und Luxus im Trend, insbesondere die Zielgruppe Älterer wächst dank des demografischen Wandels schnell. Zudem zeichnet sich ein weiterer Trend hin zu Gesundheitsreisen ab – dazu gehören auch Burn-Out-Präventionsreisen für gestresste Manager.

 

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TUI gegen Airbnb – Ende offen

 

Für Reisende gehören die Vorfreude und die Planung bereits zum Urlaub – und so suchen sie durchschnittlich über 100 Stunden nach dem passenden Angebot. Insofern profitieren die Kunden von der größeren Auswahl durch neue Anbieter, alternative Geschäftsmodelle und innovative Plattformen. Gerade Sharingplattformen haben es geschafft, Millionen Urlauber anzuziehen und die Reisebranche so revolutioniert. Allerdings sind die großen Reisekonzerne in der Lage, Erfolgsmodelle zu übernehmen und ihre Kundenkommunikation umzustellen. Dazu zählen unter anderem Smartphone-Apps, eine bessere Social Media-Präsenz und kluge Investitionen im Online-Marketing. Für weitere Newcomer wird es dadurch immer schwieriger, eine Nische zu erobern. Reiseunternehmen oder Start-Up: Aufgrund der unterschiedlichen Vor- und Nachteile spricht vieles dafür, dass sich beide Modelle vorerst auf dem Markt halten werden. Dies liegt unter anderem daran, dass für zahlreiche Kunden neben dem Preis auch ein guter Service und Professionalität wichtige Faktoren sind. Wer den Urlaub aber flexibel planen möchte, wird in Zukunft eher auf Pauschalreiseanbieter verzichten.

 

Fazit:

 

  • Urlaubsindustrie: starke Konkurrenz und viele neue Anbieter
  • wandlungsfähige Branche, in der Firmen sich ständig neu positionieren
  • Online-Buchung als Normalfall: Unternehmen kämpfen im Web um Sichtbarkeit
  • Pauschalreiseanbieter bieten guten Service, exklusive Angebote
  • Sharing-Plattformen: private Unterkünfte, keine Verpflichtungen
  • Kritik an neuen Geschäftsmodellen: Gesetzgeber schützt Mietwohnungen

 

Wie schätzen Sie die Entwicklungen in der Urlaubsindustrie ein? Teilen Sie uns Ihre Meinung mit und diskutieren Sie mit uns in den Kommentaren!

 

Eingebundene Videos im Consorsbank Blog haben lediglich informativen Charakter und spiegeln nicht zwingend unsere Meinung wider.