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Susan Levermann – Kehrtwende auf dem Gipfel des Erfolgs

von Das Unternehmen ‎10.01.2017 07:59 , bearbeitet ‎11.01.2017 07:33
3 Kommentare , 2 Likes

Finanzexperten und Anleger kennen Susan Levermann als erfolgreiche Fondsmanagerin. Wie lebt sie heute?

 

Finanzexperten und Aktieninteressierte kennen Susan Levermann als knallharten Börsenprofi. Doch heute lebt die Finanzexpertin weitab von Mainhattan, wie das deutsche Finanzzentrum oft genannt wird. Das Leben von Susan Levermann hat sich nach der Auszeichnung für den besten Fonds stark verändert. Das Wirken der heute 42-Jährigen ist facettenreich und spannend.

 

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Blick auf das Finanzzentrum in Frankfurt am Main ("Mainhattan"), by Thomas Wolf (Der Wolf im Wald) (Own work) CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (Bild: Skyline)

 

Der Weg zum Gipfel

 

Die in der DDR geborene Susan Levermann stammt aus einem naturwissenschaftlich geprägten Elternhaus und startet ihre Karriere bodenständig. Das Zahlentalent absolviert zuerst eine Bankenlehre und studiert im Anschluss Volkswirtschaftslehre. Nach der Diplomprüfung beginnt sie ihre Tätigkeit als Fondsmanagerin bei der DWS. Die DWS ist Deutschlands größte Fondsgesellschaft und Teil der Deutsche Bank Gruppe.

 

Innerhalb von nur acht Jahren steigt Levermann zur erfolgreichsten Fondsmanagerin in Deutschland auf. Bei der DWS verwaltet sie Kundengelder in Höhe von 1,7 Milliarden Euro in deutschen und europäischen Fonds. In dieser Zeit sammelt sie Erfahrungen, entwickelt eine eigene Anlagestrategie und ein entsprechendes Computerprogramm zur Aktienauswahl. Ihre Erfolgsstrategie erweist sich als wahrer Volltreffer. Im Alter von 34 Jahren wird Susan Levermann zum Shootingstar der Börse. Das Nachwuchstalent erhält die Auszeichnungen für den erfolgreichsten deutschen Aktienfonds über ein und über drei Jahre.

 

Mit dem Erfolg kommen Zweifel

 

Der berufliche Erfolg der jungen Fondsmanagerin zeigt sich deutlich: Mehrere 100.000 Euro auf dem Konto, eine schicke Wohnung im Frankfurter Nobelviertel Westend und ein sportliches Cabrio gehören zu Levermanns Lebensstil. Doch bereits ein Jahr vor ihrem größten Erfolg beginnen Zweifel an der jungen Frau zu nagen. Bei allem Erfolg, den sie für ihr Unternehmen, ihre Kunden und für sich selbst verbuchen kann, kreisen die Gedanken immer um die Frage: „Was trage ich eigentlich dazu bei, aus dieser Welt einen besseren Ort zu machen?“ Levermann wollte immer die Beste sein. Sie war aggressiv und beinahe rücksichtslos, sie verfolgte Ihr Ziel verbissen. Doch am Tag des größten Triumphs stellte sich kein Glücksgefühl ein, sie war unglücklich wie nie zuvor. Am nächsten Tag reichte sie die Kündigung ein.

 

Liebe auf den ersten Blick – Berlin

 

Mit ihrer Kündigung und dem Ausstieg aus der Börse beginnt für Susan Levermann die Suche nach einer neuen Aufgabe. Auf einem Kongress der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ in Berlin verliert die Finanzexpertin ihr Herz an die Stadt. Nach einer Phase des Zweifels trennt sie sich von Auto, Wohnung und Designermöbeln und fährt mit dem Zug in ihre neue Heimat Berlin. Dort beginnt sie eine kurze Karriere als Aushilfslehrerin. Nun unterrichtet das Finanzgenie Mathematik in der achten und neunten Klasse einer Gesamtschule. Dort lernt Levermann Kommunikation ganz neu kennen. Denn in der auf Effizienz getrimmten Finanzwelt musste auch die Kommunikation effizient und zielgerichtet sein. Sie erfährt nun, wie das Leben benachteiligter Kinder aussieht.

 

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Die Börse lässt Sie noch nicht los

 

In der Phase der Selbstfindung kann Susan Levermann die Finanzwelt nicht vergessen. Sie schreibt das Sachbuch „Der entspannte Weg zum Reichtum“, in dem sie ihre Anlagestrategie beschreibt. Diese Strategie kennen viele Anleger unter dem Namen Levermann-Methode. In diesem Buch macht Levermann auch ethische Anlagen zum Thema, ein deutlicher Fingerzeig auf ihren weiteren Werdegang.

 

Im Jahr 2011 erhält sie für das für Einsteiger leicht verständliche und sehr informative Werk den Finanzbuchpreis. Auf dem Weg zur Selbstfindung liest Susan Levermann querbeet: von Harry Potter über Böll bis Christa Wolf. Sie verfasst Gedichte und schreibt die ersten 500 Seiten eines Romans nieder. Schicht für Schicht arbeitet Levermann sich zum Kern ihres Wesens vor, um herauszufinden, was sie wirklich möchte.

 

Umweltschutz wird zur Kernaufgabe

 

Heute arbeitet Susan Levermann mehr als je zuvor. Sie verdient deutlich weniger und verzichtet auf ein Auto. Wenn das Gefühl des Fahrtwindes fehlt, mietet sie sich ein Cabrio. Aber das mittlerweile starke Umweltbewusstsein verdirbt ihr zunehmend den Fahrspaß. Denn mittlerweile ist Susan Levermann die Deutschlandchefin der Nichtregierungsorganisation „Carbon Disclosure Project“. CDP ist eine Initiative, die sich dafür einsetzt, dass Unternehmen und Kommunen ihre Umweltdaten offenlegen. Das betrifft beispielsweise den Ausstoß von CO2 oder den Wasserverbrauch. Die in London gegründete Initiative finanziert sich über Sponsoren, Projektgelder sowie den Datenhandel. Seit 2013 sind an der Frankfurter Börse neben den üblichen Kennzahlen auch die von CPD zur Verfügung gestellten Emissionsdaten aufgelistet. So will man Anlegern helfen, ein nachhaltiges Investment zu finden. Große Zahlen bestimmen also wieder den Lebensinhalt von Susan Levermann, aber das Gefühl ist ein ganz anderes.

 

Fazit:

 

  • Mit viel Engagement wird Susan Levermann zu einer der besten Fondsmanagerinnen in Deutschland.
  • Doch Geld allein macht nicht glücklich.
  • Im Moment des größten Erfolgs gibt Susan Levermann ihrem Leben eine neue Richtung.
  • Heute bestimmen wieder Zahlen ihren Alltag, jedoch vor einem vollkommen anderen Hintergrund.

 

Können Sie den Ausstieg von Susan Levermann nachvollziehen oder hätten Sie weitergemacht? Teilen Sie Ihre Gedanken mit unseren anderen Lesern!

 

Kommentare
von JanNebel
am ‎10.01.2017 11:37

Diesen Artikel auf einer Bank-Website zu finden, war ein kleines Highlight. Weiter so! 

 

Die Entscheidung von Frau Levermann, viel Geld und wenig selbstempfundenen Sinn in der Arbeit gegen weniger Geld und mehr selbstempfundenen Sinn zu tauschen, sollte nicht in eine Debatte münden, was wir individuell als sinnvoll empfinden und wer denn wohl recht hätte.

 

Sinn ist immer individuell (vgl. http://www.perspective-daily.de/article/137). Bei der Entscheidung dürfte der Arbeitskontext (wie will ich meine Zeit verbringen - wieviel will ich unterwegs sein, wie sind die Menschen drauf, mit denen ich zu tun habe, wer verdient eigentlich an meiner Arbeit, wieviele Freiheiten habe ich angesichts meiner Kunden und der Institutionen, in die ich eingebunden bin) auch eine Rolle gespielt haben, nicht nur der Sinn. 

 

 

von frad
am ‎10.01.2017 15:29

Es fehlt in dem Artikel der Link zur Levermann-Methode "…Levermann-Methode (Hier Link setzen)."

von Das Unternehmen
am ‎11.01.2017 07:37

Hallo @frad,

 

vielen Dank für den Hinweis und Ihr Interesse an unserem Blog-Artikel. Wir haben die entsprechende Textpassage angepasst. Hier an dieser Stelle noch mal der Link zum Artikel über die Levermann-Strategie.

 

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag!

Viele Grüße aus Nürnberg

Ihr Consorsbank Online Team