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Studie mahnt fehlende Internetkompetenz der Deutschen an

79 Prozent der Deutschen nutzen derzeit das Internet. Eine neue Studie zeigt, dass nur wenige Bürger über digitale Kernkompetenzen verfügen.

 

Das World Wide Web ist in den letzten Jahren integraler Bestandteil unseres beruflichen und privaten Lebens geworden. Nun aber warnen Experten davor, dass viele Deutsche mit der zunehmenden Datenflut überfordert sind. Eine aktuelle Erhebung der „Initiative D21“ warnt vor den Folgen.

 

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Digitalisierungsindex auf dem Sinkflug

 

Google-Recherche, Online-Banking, Shopping – immer mehr Menschen nutzen das Internet für tägliche Aufgaben. Aktuell tummeln sich 79 Prozent der Deutschen im World Wide Web – gerade Jüngere sind täglich mehrere Stunden online. Da sich die Zahl der Internetnutzer seit dem Jahr 2015 aber nur um einen Prozentpunkt erhöht hat, sehen Experten einen Trend zur Stagnation. Viel schlimmer noch: Der Gesamtindex der „D21“-Studie, der den Grad der gesellschaftlichen Digitalisierung der Bevölkerung in Privat- und Arbeitsleben misst, sinkt in 2016 von 52 auf 51 Punkte (von insgesamt 100 möglichen). Somit liegt er wieder auf dem Stand von vor knapp vier Jahren.

 

Komplexität der Digitalisierung überfordert Gesellschaft

 

Die Gründe für diesen Rückgang sind vielfältig. So nutzen zwar 72 Prozent der Deutschen Suchmaschinen wie Google, Bing oder Yahoo, um dort nach Inhalten und Informationen zu suchen. Nur magere 15 Prozent betrachten jedoch auch die Suchergebnisse jenseits der ersten Seite. Um fundierte Ergebnisse zu erlangen, sei es vielmehr notwendig, mehrere Quellen einzubeziehen. Das aber macht nur etwas mehr als ein Drittel der Befragten (37 Prozent).

 

Auch mit dem Vokabular der digitalen Revolution sind viele Bürger überfordert: Begriffe wie „Industrie 4.0“, „Big Data“ und „Share Economy“ sind nur rund 14 Prozent der Deutschen geläufig. Immerhin – beim Thema „Apps“ können 72 Prozent der Menschen mitreden. Mit Fachbegriffen wie „Cloud“ oder „Cookie“ wissen über 50 Prozent etwas anzufangen.

 

So stehen sich viele Menschen vor allem im Berufsleben mit neuen Anwendungen konfrontiert, nur wenige besitzen aber die angemessene Kompetenz im Umgang mit diesen. Es fehlt dabei an institutionalisierter Wissensvermittlung und systematischen Weiterbildungen in den Unternehmen, um sicheres Wissen im Umgang mit der digitalen Welt aufzubauen.

 

Die Sieger der Studie - Smartphones und „Silver Surfer“

 

Während sich die Internetnutzung junger Menschen im Vergleich zur letzten „D21“-Studie kaum verändert hat (Teenager sind jeden Tag fast sechs Stunden online), wächst die Zahl älterer Surfer rasant. Der leichte Zuwachs der Internetnutzung geht vor allem auf ältere Generationen zurück. So legt die Anzahl der über 70-jährigen Onliner um sechs Prozentpunkte zu: 13 Prozent von ihnen nutzen WhatsApp, elf Prozent haben einen Facebook-Account.

 

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Auch die Beliebtheit des Smartphones nimmt weiter zu. 66 Prozent der Befragten nutzen in 2016 ein internetfähiges Handy (+6 Prozent) und 59 Prozent surfen mit ihrem mobilen Endgerät im World Wide Web (+5 Prozent). Ebenfalls im Trend liegen Tablets. Rund 37 Prozent der Deutschen nutzen diese, um bequem auf der Couch aus Bankgeschäfte zu erledigen, Dienstleistungen zu buchen oder Ware zu bestellen. Die Nutzung stationärer Desktop-Rechner ist hingegen rückläufig und sinkt auf 55 Prozentpunkte (-5 Prozent). Das Internet wird also zunehmend mobil genutzt.

 

Die aktuelle Studie der „Initiative D21“ zeigt somit eindrucksvoll, dass die Digitalisierung bereits Einzug in unseren Alltag gehalten hat. Allerdings wird auch deutlich, dass es immer wichtiger wird, sich passende Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien anzueignen. Nur so lässt sich sicherstellen, dass Deutschland den Anschluss nicht verpasst.

 

Fazit:

 

  • Immer mehr Menschen nutzen das Internet, setzen sich aber nicht mit den wachsenden Anforderungen der Digitalisierung auseinander.
  • Experten fordern deshalb eine Förderung der digitalen Kompetenzen, um mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten.
  • Das Internet wird zunehmend mobil – die Beliebtheit von Smartphones ist ungebrochen.
  • Immer mehr ältere Menschen besuchen das World Wide Web und nutzen Online-Banking, WhatsApp und Facebook.

 

Wie bewerten Sie Ihre eigene Internetnutzung und -kompetenz? Schildern Sie uns Ihre Einschätzungen in einem Kommentar.

2 Kommentare

Regelmäßiger Autor

Wenn die Jugendlichen täglich 6 Stunden im Net sind, müssen die nicht in die Schule wie früher zu meiner Jugend?


Häufiger Besucher

...sie sind inzwischen auch in der Schule online ... 🙂