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So stehen deutsche Verbraucher zum Thema Geld

von ‎05.06.2018 15:27 , bearbeitet ‎05.06.2018 15:36

Geld ist hierzulande ein sensibles Thema, über das nur wenig offen geredet wird.

Wie gehen die Deutschen mit Ihrem Geld um und wie halten sie es mit Ratenkrediten? Die aktuelle Forsa-Umfrage zum Thema Ratenkredit gibt Antworten. Erfahren Sie, wie deutsche Verbraucher zu Geld stehen und wann eine Finanzierung über einen Ratenkredit für die meisten Deutschen infrage kommt.

 

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Finanzen: geliebt und gehasst zugleich

 

Das Verhältnis der Deutschen zu Geld ist ambivalent, wie die Forsa-Umfrage „Finanzen und persönliche Träume“ im Mai 2018 zeigt. Das Unternehmen hat 1.009 zufällig ausgewählte Männer und Frauen ab 18 Jahren unter anderem zu ihrem Verhältnis zu Geld, zum Umgang mit dem Thema bei Freunden und Bekannten sowie zur gewählten Finanzierung von größeren Anschaffungen befragt. Dabei zeigt sich, dass 87 Prozent der Befragten finden, dass Geld in unserer Gesellschaft einen zu hohen Stellenwert hat. Gleichzeitig können 82 Prozent im Notfall auf Rücklagen zugreifen. Der Großteil der Befragten lebt dabei nicht über ihre Verhältnisse: 81 Prozent der Umfrageteilnehmer geben an, dass sie nie mehr Geld ausgeben, als sie haben. 76 Prozent der Teilnehmer legen zudem jeden oder fast jeden Monat Geld zurück.

 

Trotz dieser beeindruckenden Sorgsamkeit im Umgang mit Geld meinen nur 57 Prozent der Befragten, dass Geld unverzichtbar ist, um das Leben richtig zu genießen. Über ein Viertel (27 Prozent) der Befragten findet, dass sich Sparen für das Alter nicht lohnt, weil die Zukunft ohnehin ungewiss ist. Und immerhin 23 Prozent denken nicht darüber nach, ob sie sich schöne Dinge leisten können, wenn sie solche entdecken. In diesen Bereichen gibt es kaum Unterschiede in der Beurteilung im Hinblick auf das Alter oder Geschlecht der Befragten.

 

Geld: Haben oder Nichthaben, das ist die Frage

 

Geld und Finanzen bleiben weiterhin ein sensibles Thema. Mit Geld oder Besitz zu prahlen, kommt nicht gut an: 91 Prozent der Befragten lehnen ein solches Verhalten ab. Generell bleibt Geld ein Thema, über das nur ungern offen gesprochen wird. Zwar geben etwa zwei Drittel der Teilnehmer (65 Prozent) an, dass sie keine Schwierigkeiten damit haben, mit Freunden freimütig über Geld zu sprechen. Aber 69 Prozent der Befragten sagen zugleich, dass finanzielle Engpässe niemanden etwas angehen. Und etwas mehr als die Hälfte (52 Prozent) möchte nicht, dass Freunde und Bekannte wissen, wie hoch ihr Einkommen ist oder wie viel Geld sie besitzen. Knapp ein Drittel (29 Prozent) der Befragten sieht Geld sogar als Tabuthema im Freundes- und Bekanntenkreis an.

 

Drei Viertel der Teilnehmer können sich nicht vorstellen, Geld von Freunden zu leihen. Lediglich für 5 Prozent kommt diese Lösung bei einem finanziellen Engpass oder einer anstehenden größeren Anschaffung infrage. Geld bleibt gesellschaftlich weiterhin ein sensibles Thema, über das man eher wenig spricht. Während Prahlen beim Gegenüber schlecht ankommt, sind finanzielle Engpässe oder ein geringes Einkommen eher schambehaftet und werden verheimlicht. Lediglich die jungen Erwachsenen unter 30 gehen offener mit ihrer finanziellen Situation um. Sie reden freier über Besitz und Einkommen, aber auch über Geldmangel.

 

Ratenkredite: beliebte Lösung für Anschaffungen?

 

Die bisherigen Antworten lassen es bereits vermuten: Auch wenn es um größere Anschaffungen geht, sind die deutschen Verbraucher eher konservativ. Immerhin 78 Prozent der Teilnehmer finanzieren größere Ausgaben ganz oder teilweise aus den eigenen Rücklagen. Einen klassischen Ratenkredit nutzen 29 Prozent, die Finanzierungsangebote von Händlern nutzen 22 Prozent. Wenn die Ersparnisse nicht reichen, greifen nur wenige auf die Unterstützung von Familie und Freunden oder den Dispo des Girokontos zurück: Nur jeweils 8 Prozent nutzen diese Möglichkeit zur Geldbeschaffung.

 

Auch das Geschlecht und das Alter haben einen großen Einfluss auf die Bereitschaft, einen Ratenkredit aufzunehmen oder eine Finanzierung beim Händler abzuschließen. Männer sind insgesamt etwas risikofreudiger als Frauen. Sie setzen zur Erfüllung ihrer Träume eher auf Kredite. So nutzt ein Drittel der Männer durchaus einen Ratenkredit (33 Prozent), hingegen erwägen dieses Angebot nur 25 Prozent der befragten Frauen. Männer greifen auch eher auf den Dispo-Kredit zurück als Frauen.

 

Die Studie zeigt: Ein Ratenkredit ist auch eine Frage des Alters. Verbraucher im Alter zwischen 30 und 59 Jahren nutzen vermehrt Finanzierungsangebote als jüngere oder ältere Menschen. Grund dafür ist vermutlich die Positionierung im Leben: Während ein sicheres Einkommen die Rückzahlung der monatlichen Raten besser planbar macht, werden Hausbau oder Wohnungskauf ebenso wie größere Anschaffungen häufig auf den mittleren Lebensabschnitt gelegt.

 

Fazit:

 

  • Die Forsa-Umfrage zeigt: Deutsche Verbraucher bleiben beim Thema Geld konservativ und zurückhaltend
  • Für die Verwirklichung von Träumen und bei größeren Anschaffungen setzen die Kunden zunächst auf eigene Rücklagen