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Privatvermögen wächst – wohin mit dem vielen Geld?

Zuletzt ist das Geldvermögen privater Haushalte stark gewachsen – und Sparguthaben lohnen sich nicht. Wie legen Sie liquide Mittel geschickt an? Streaming statt Kino, Essen zu Hause statt im Restaurant, Ausflüge statt Urlaub – und größere Anschaffungen wie Möbel wurden aufgeschoben: Die Coronakrise hat es schwer gemacht, Geld auszugeben, und der private Konsum nahm stark ab. Das blieb nicht ohne Folgen: Im Jahr 2020 kletterte die Sparquote der Haushalte in Deutschland laut Statistischem Bundesamt auf sagenhafte 16,2 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 waren es nur 10,9 Prozent. Wer glaubte, höher ginge es nicht, irrte, denn im ersten Quartal 2021 kletterte der Wert laut Pressemitteilung auf 23,2 Prozent.

Geldvermögen in Deutschland erreichte neuen Rekord

 

Das blieb nicht ohne Folgen: Nach Angaben der Deutschen Bundesbank erreichte im ersten Quartal 2021 das Geldvermögen privater Haushalte in Deutschland einen neuen Höchststand: Es stieg auf satte 7.143 Milliarden Euro an. Das bedeutet einen Zuwachs von 192 Milliarden Euro. Einen Teil davon machten bewertungsbedingte Zuwächse, etwa bei Wertpapieren, und Ansprüche gegen Versicherungen aus. Ein großer Teil wanderte jedoch auf die hohe Kante – und zwar ganze 47 Milliarden Euro in Form von Bargeld und Sichteinlagen. Ein geringerer Teil von 28 Milliarden Euro floss in Investmentfonds und Aktien. Dies ist beachtlich. Aber grundsätzlich bleibt Deutschland seinem Ruf als „Land der Sparenden“, dessen Bevölkerung Aktien und Co scheut, treu.

Das Problem an der Sache: Sparguthaben und Sichteinlagen werfen praktisch keine Zinsen ab. Einige Banken berechnen für Letztere inzwischen sogar Strafzinsen. Also ist es sinnvoll, über alternative Anlagemöglichkeiten nachzudenken.

 

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Sparpläne als Möglichkeit für Aktienmarkt-Einsteigende

 

Sie spielen mit dem Gedanken, Ihr Geld mit potenziell höherer Rendite anzulegen, aber warten auf den richtigen Zeitpunkt? Dann sind Sie nicht alleine: In dieser Situation sehen sich viele Menschen, die in Aktien, Aktienfonds oder ETFs auf Aktienindizes anlegen möchten. Der Haken an der Sache: Niemand kann die zukünftige Entwicklung exakt voraussehen, was ein Timing erschwert. Ein deutlicher Kursrückgang kann in Kürze kommen oder sehr lange Zeit nicht. Zum Glück gibt es nicht nur ein „entweder oder“, sondern auch ein „sowohl als auch“.

Bei Sparplänen besteht die Möglichkeit, mit einer Einmalzahlung zu starten und im Anschluss mit monatlichen Sparraten weiterzumachen. Dabei gilt folgende Faustregel: Umso geringer Sie die Einmalzahlung wählen, desto weniger spielt das Timing eine Rolle. Denn bei gleichbleibenden monatlichen Sparbeträgen greift der Cost-Average-Effekt oder Durchschnittskosteneffekt: Bei niedrigen Kursen kaufen Sie mehr Anteile, bei hohen Kursen weniger. Die Preise mitteln sich unterm Strich aus. Dadurch stellt sich das Problem nicht, den richtigen Zeitpunkt zu finden.

Doch was ist eine hohe, was eine niedrige Einmalzahlung? Dies ist in Relation zu Ihren liquiden Mitteln, die als Risikopuffer dienen, zu sehen. Die dahinterstehende Logik ist die Gleiche wie bei unseren Musterportfolios für Einsteiger. Die verschiedenen Varianten veranschaulichen auch, wie sich unterschiedlich hohe Barreserven auf die Performance sowie die Schwankungsbreite und das Risiko auswirken.

Der in den Musterportfolios enthaltene BNP Paribas Easy MSCI World SRI (WKN A2DVEZ) ist als breit gestreuter ETF übrigens auch eine mögliche Basis für einen Sparplan.

 

Cost-Average-Effekt für Fortgeschrittene

 

Sie sind nicht neu an der Börse, sondern legen schon seit Längerem Geld in Aktien, ETFs oder Fonds an? Wenn sich in der letzten Zeit bei Ihnen verstärkt liquide Mittel angesammelt haben, stehen Sie möglicherweise ebenfalls vor einem Timing-Problem: Jetzt kaufen oder lieber warten?

In diesem Fall spricht nichts dagegen, ebenfalls den Cost-Average-Effekt zu nutzen. Setzen Sie sich einen Zeitrahmen, in dem Sie die gewünschte Positionsgröße aufbauen möchten, beispielsweise zwölf oder 24 Monate. Ist ein gewünschtes Wertpapier als Sparplan verfügbar, können Sie es sich besonders bequem machen: Wählen Sie einfach die Sparrate in der passenden Höhe und lassen Sie den Sparplan über den geplanten Zeitraum laufen. Ebenso ist es möglich, selbst in regelmäßigen Abständen Anteile für einen bestimmten Betrag zu erwerben. Wichtig für diese Vorgehensweise ist die entsprechende Disziplin. Wenn Sie von Ihrem Plan je nach Stimmung und Marktlage abweichen, funktioniert der Durchschnittskosteneffekt nicht.

 

Falls Sie einen Sparplan anlegen möchten und Ideen suchen, werfen Sie doch einen Blick auf die beliebtesten Produkte unserer Kundschaft des vergangenen Monats. 

 

Fanden Sie unsere Anregungen, das Problem des Markt-Timings in der aktuellen Situation zu umgehen, nützlich? Verraten Sie uns Ihre Meinung im Kommentarteil!

 

  • Aufgrund der Coronakrise ist das Geldvermögen in Deutschland stark angestiegen.
  • Auch in Zeiten von Niedrig- und Strafzinsen lassen viele Haushalte ihr Geld brachliegen.
  • Wertpapier-Sparpläne sind eine Alternative mit höherer potenzieller Rendite.
  • Durch Besparen mit festen monatlichen Beträgen stellt sich die Frage nach dem „richtigen“ Einstieg nicht. Gleichzeitig sorgen mögliche Einmalzahlungen für Flexibilität.

 

 

2 Kommentare

Enthusiast

Wenn jetzt die Sparguthaben weitgehend in ETFs umgelenkt werden, dann müssen diese Fonds natürlich das Geld an der Börse anlegen, entsprechend ihrer Portfolio Ziele.  Das führt dann zu einer längerfristigen Nachfrage und steigenden Kursen an den Börsen. Sogar in Zeiten wo die Wirtschaft Schwierigkeiten hat. Ob die AG-Gewinne 2021 und 2022 diese nun hohen Bewertungen rechtfertigen?

 

Steigen mit der Inflation wieder die Zinsen, wird es Umschichtungen von Aktien basierten Anlagen zu anderen Formen geben und auch Desinvestments, da viele Verbraucher nun mehr Geld zum Leben brauchen.

Das lässt dann die Kurse wieder sinken, sobald der Geldzufluss sich in einen Geldabfluss bei vielen dieser neumodischen Finanzinstrumente führt.  -  Sehe ich das richtig?


Enthusiast

Die ETFs bekommen kein Geld, wenn Sparer ihre Sparguthaben in ETFs umlenken, da ETFs an der Börse gehandelt werden. Anders sieht es mit aktiv gemanagten Fonds aus. Hier investiert man das Geld in den Fond, wenn man ihn über die Fondgesellschaft kauft.

 

Eine steigende Inflation wird zu Kursverlusten bei Aktien führen. Das wiederum senkt den Wert eines ETFs, der einen Aktienindex nachbildet. Hier kann man also Teile von Aktien-ETFs in ETFs auf Anleihen(z.B. Renten) umlenken.

 

Wandelt sich der Geldzufluss in einen Geldabfluss um, dann sinken die Aktienkurse, wenn dafür Aktien verkauft werden. Alternativ natürlich die Kurse der ETFs, von denen Teile verkauft werden. Das hat also eher weniger mit neumodischen Finanzinstrumente zu tun, sondern ist ein normales Auf und Ab an den Börsen. Bei 28 Mrd, die in Aktien oder Fonds geflossen sind, sollten sich diese Auswirkungen kaum bemerkbar machen. Steigende Zinsen würden einen wesentlich höheren Effekt auslösen.

 

Da Spareinlagen als Sichteinlagen eher gerade mal so die Inflation abdecken, ist es eigentlich ein Wunder, dass immer noch so wenige Deutsche langfristig nicht an der Börse investieren wollen. Selbst meine Bekannten sagen immer nur, dass sie das eigentlich machen müssten aber letztlich machen sie es dann doch nicht. Aktuell weinen aber viele von ihnen, weil es keine Zinsen gibt und die Böse Inflation ihr schwer verdientes Geld vernichtet.