Wissen

... statt vermuten

abbrechen
Suchergebnisse werden angezeigt für 
Stattdessen suchen nach 
Meintest du: 

Pillen für das Depot

Die Pharmabranche zählt zu den defensiven und stabilen Branchen. Schließlich wird die Nachfrage nach Medikamenten kaum von der konjunkturellen Entwicklung beeinflusst. Die steigende Weltbevölkerung und die stark wachsenden Schwellenländern könnten der Branche ebenfalls in die Karten spielen, wenngleich Anleger auch stets kurzfristige Kursdellen nicht ausschließen sollten.

 

Ein vertiefender Blick auf die Pharmabrache lohnt nahezu immer. Zum einen wird die Nachfrage nach medizinischen Produkten vergleichsweise gering von der wirtschaftlichen Entwicklung beeinflusst. Dies bedeutet zwar nicht, dass diese Branche vor konjunkturellen Verwerfungen immun ist.

 

Interessante Pharmabranche.jpg

 

Allerdings leiden Pharmaunternehmen in solchen Phasen in der Regel geringer als Konzerne, die in anderen Segmenten aktiv sind. Hinzu kommt, dass mit der wachsenden Weltbevölkerung auch die Nachfrage nach Medikamenten ansteigen sollte. So wird laut der UNO die Weltbevölkerung von derzeit rund 7,2 Milliarden Menschen bis 2050 auf etwa 9,6 Milliarden Menschen ansteigen (Quelle: Anhang Weltbevölkerung 2050).

 

Es werden künftig aber nicht nur mehr Menschen auf der Welt leben, sie werden im Schnitt auch immer älter – und wohlhabender. Mit steigendem Wohlstand nehmen auch die sogenannten Wohlstandskrankheiten zu. Laut der Weltgesundheitsorganisation leiden schon heute weltweit rund 350 Millionen Menschen an Diabetes (Quelle: http://www.ruhestandsmonitor.de/aktien-renten/auf-dem-weg-der-genesung/).

 

Besonders hohe Wachstumsraten könnten die Pharmaunternehmen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten in den Emerging Markets erzielen. Grund: Nicht nur das Bevölkerungswachstum weist in vielen der aufstrebenden Volkswirtschaften höhere Zuwachsraten auf als in den Industriestaaten.

 

Pharmaunternehmen .jpg

 

Auch die Wirtschaft wächst vergleichsweise kräftiger, so dass die Nachfrage nach medizinischen Präparaten in diesen Regionen ebenfalls höhere Wachstumsraten aufweisen könnte als in den westlichen Industrienationen. So erwartet etwa das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen IMS Health, dass der Pharmamarkt in den Industriestaaten zwischen 2013 und 2017 um jährlich 1 bis 4 Prozent wachsen wird, während in den Emerging Markets jährliche Zuwachsraten von 10 bis 13 Prozent prognostiziert werden (Quelle: LBBW Research im Anhang, S. 16).

 

Zwar könnten die etablierten Pharmaunternehmen aufgrund von Patentabläufen und Sparmaßnahmen im Gesundheitssektor weniger stark wachsen als in der Vergangenheit; Hersteller von Nachahmerprodukten (sogenannte Generika) aber stärker. Für Anleger bedeutet dies, dass sich in erster Linie wohl ein breit gestreuter Fonds, der sowohl in die etablierten Pharmaunternehmen als auch in Generikahersteller investiert, am ehesten als Anlage lohnen könnte.