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Peter Thiel – Silicon-Valley-Star und Internet Milliardär mit deutschen Wurzeln

Peter Thiel gilt nicht umsonst als der „Silicon-Valley-Investor“. Nur wenige Investoren haben so ein Gespür für den Internetmarkt wie er.

 

Selten schreiben Menschen bereits im jungen Alter Geschichte am Finanzmarkt. Doch dem Silicon-Valley-Mogul Peter Thiel ist genau das gelungen. Der Amerikaner, der in der deutschen Finanzmetropole Frankfurt am Main geboren wurde, ist nicht nur Partner der Risikokapital-Firma Founders Fund, er hat auch in vielen namhaften Internetfirmen seine Finger im Spiel und ist ein wichtiger Kopf der Internetbranche.


Vom Musterlebenslauf zum Querdenker


Eigentlich hätten die Eltern von Peter Thiel von einem sehr klaren Weg für ihren Sohn ausgehen können. Denn Thiel studierte Jura in Stanford und landete danach in einer Anwaltskanzlei in Manhattan. Doch er selbst nannte diesen Weg in eine verheißungsvolle Anwaltskarriere: „Ein Konkurrenzsystem, in das von außen alle rein wollten. Und alle, die drin waren, wollten wieder raus.“ Deshalb stieg er aus. Und dieser Schritt machte ihn zu einem legendären Silicon-Valley-Investor und Provokateur.

 

Vorstellung Peter Thiel.jpg


PayPal und das erste große Geld


Sein erstes großes Geld machte Peter Thiel bereits mit 35 Jahren. Sein mit Max Levchin und Luke Nosek 2002 gegründetes Unternehmen, den Bezahldienst PayPal, verkaufte er vier Jahre nach der Gründung an Ebay. Diese Übernahme spülte dem jungen Unternehmer und Investor sage und schreibe 1,5 Milliarden US-Dollar in die Kassen.
Mit dem nächsten Coup erreichte er ähnlich große Bekanntheit: Er investierte 500.000 US-Dollar in das damals noch unbekannte soziale Netzwerk Facebook. Damit war Thiel der erste Business Angel für Mark Zuckerberg.


Der „Silicon-Valley-Star“


Immer wieder investierte er in den letzten zehn Jahren in bedeutsame Unternehmen, die im Silicon Valley entstanden, und verdiente sich damit eine „goldene Nase“. Sein Darlehen an Facebook wandelte Thiel später in Anteile in Höhe von sieben Prozent des Unternehmenswerts um. Als Facebook allerdings 2012 an die Börse ging, witterte Thiel seine finanzielle Chance: Er verkaufte Facebook-Anteile im Wert von 640 Millionen US-Dollar. Nach dem Ende der Haltefrist für Investoren folgte die Veräußerung weiterer 20 Millionen Aktien für rund 400 Millionen US-Dollar. In Summe brachte ihm sein Facebook-Investment also über eine Milliarde US-Dollar.


Mitbegründer von Founders Fund


Doch Facebook war nach dem PayPal-Verkauf nicht die einzige Baustelle Thiels. Gemeinsam mit seinen ehemaligen PayPal-Partnern Ken Howery und Luke Nosek gründete Peter Thiel im Jahr 2005 die Risikokapitalfirma Founders Fund, in der er bis heute Partner ist. Founders Fund besteht aus insgesamt vier Fonds, die ein Vermögen von mehreren 100 Millionen US-Dollar verwalten. Das Geld wird in zahlreiche Start-ups investiert. Und wer sollte einen besseren Riecher für zukunftsweisende Jungfirmen haben als Peter Thiel?


Thiels Hedgefonds Clarium Capital


Neben Start-up-Investments hat Peter Thiel aber noch ein zweites Standbein: Kurz nach dem Verkauf von PayPal launchte Thiel seinen Hedgefonds Clarium Capital. In den ersten Jahren wurde dieser sogar wegen seiner sehr guten Entwicklung ausgezeichnet. Doch dann schlug die Finanzkrise zu. Obwohl Thiel vor dem Eintritt der Krise die Ölknappheit richtig erkannte und dieser Umstand dem Fonds zunächst mehr als 50 Prozent Gewinn einbrachte, zerstörte die Finanzkrise im weiteren Verlauf die Performance des Fonds fast vollständig. Denn mit der Krise sackte auch der Ölpreis ab – dieses Szenario hatte Thiel schlichtweg unterschätzt. Dadurch verlor der Fonds insgesamt 90 Prozent seines Wertes.


Viele Züge im Voraus denken


Thiels Erfolg mag seine Wurzeln schon in seiner Jugend haben. Denn bereits als Teenager galt er in den USA als einer der besten Schachspieler seiner Altersklasse. Diese Denkweisen überträgt er heute noch auf die Wirtschaft und ist deshalb in der Lage, die Entwicklungen junger Unternehmen einzuschätzen. Seine eigenen Ideen probiert er immer wieder ohne Angst vor Verlusten aus. Peter Thiel hat eine Schwäche für kontroverse Ideen. Sein Augenmerk beim Investieren: Er möchte Innovationen eine Chance geben.


Thiels Investitionsphilosophie: Über Wahrheiten und Zustimmung


„Für welche wichtige Wahrheit finden Sie bei anderen nur wenig Zustimmung?“ – diese Frage stellt sich Peter Thiel, wenn er sich für ein Investment entscheiden muss. Das Motto lässt sich gut am Beispiel von Facebook erklären. Denn Gründer Marc Zuckerberg setzte bei Facebook darauf, dass die Menschen bei ihm auf ein Pseudonym verzichten – anders als es bislang im Internet üblich war. Seine These: Die Menschen wollen ihre wahre Identität preisgeben und sich darstellen. Der aktuelle Selfie-Wahn und Hypes wie die Ice-Bucket-Challenge sind wohl ein starker Beleg dafür. Doch auch weit vor diesem Beleg glaubte Peter Thiel an diese Wahrheit.  


Und sein Riecher bestätigt sich immer wieder. Erst kürzlich konnte Peter Thiel wieder einen Erfolg verbuchen. Und zwar mit der von ihm mit gegründeten Big-Data-Firma „Palantir Technologies“, die laut eigener Aussage Produkte anbietet, die die „menschengetriebene Analyse“ von großen Datenmengen in großen Industrien unterstützt, darunter auch der Finanzmarkt, Versicherungen, Pharma, Verteidigung u. a. Das Unternehmen sammelte Investoren-Gelder in Höhe von neun Milliarden US-Dollar. Peter Thiel hält mit zwölf Prozent die meisten Anteile – die über eine Milliarde US-Dollar wert sind.
 
Neben seinen Tätigkeiten als Investor und Gründer ist Peter Thiel auch im kulturellen und wissenschaftlichen Auftrag tätig. Er hält Vorträge an seiner ehemaligen Universität und unterstützt Interessengruppen. Ein faszinierender Unternehmer, der die Geschäfte der Internetszene auch in den kommenden Jahren noch maßgeblich beeinflussen wird.


Fazit


Natürlich kann man sich nicht innerhalb kürzester Zeit so ein umfassendes Verständnis über die Internetbranche aneignen, wie Peter Thiel es hat. Doch man kann von ihm lernen: Wer den Mut hat, auf Unternehmen zu setzen, die latente Bedürfnisse erkennen und diese zu echten Bedürfnissen machen, der kann unter Umständen vom Erfolg des Investments profitieren – eine hohe Portion Risikobereitschaft vorausgesetzt.

 

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Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

 

  • Peter Thiel machte sein erstes großes Geld mit der Veräußerung von PayPal im Jahr 2002.
  • Er glaubte früh an den Erfolg von Facebook und gehörte zu den ersten Business Angels für Marc Zuckerberg.
  • Gemeinsam mit seinen ehemaligen PayPal-Partnern gründete Thiel 2005 Founders Fund und spezialisierte sich weiter auf das Investment in zukunftsweisende Internetfirmen.
  • Schon als Jugendlicher war Thiel ein wahrer Stratege und galt als einer der besten Schachspieler der USA.
  • Sein Geheimnis beim Investieren: Er glaubt an Wahrheiten, die für andere noch gar nicht erkennbar sind.