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Oculus Rift: Welche Erwartungen hegt Facebook?

Vor rund 2 Jahren übernahm Facebook den Virtual-Reality-Pionier Oculus VR. Mit Beginn der Auslieferung der Endkunden-Version der VR-Brille Oculus Rift zeigt sich, welche Ambitionen Facebook hat. Bei Oculus Rift handelt es sich um eine Virtual-Reality-Brille, die den hohen Anforderungen an Computerspiele gerecht wird. Bisherige Projekte konnten Gamer nicht überzeugen. Mit einem Sichtfeld von 110° diagonal und 90° horizontal ist Oculus Rift bisherigen Modellen in diesem Preissegment deutlich überlegen. Das innovative Head-Mounted-Display füllt nahezu das gesamte Sichtfeld aus. Die Spieler nehmen die Bildränder kaum wahr, sie befinden sich „mitten im Spiel“. Bei anderen VR-Brillen dieser Preisklasse entsteht dagegen der Eindruck, auf einen Bildschirm in einer Entfernung zu sehen.

 

Oculus_Rift.jpg

 

Die Anfänge von Oculus Rift

 

Die Idee zu Oculus Rift entsteht im Jahr 2012. Palmer Luckey arbeitet als Designer am Institute for Creative Technologies an der University of Southern California. Er startet mit der Entwicklung einer VR-Brille, die den Spieler direkt in das Spielgeschehen eintauchen lässt. Zur Finanzierung startet er ein Crowdfunding-Projekt auf der Plattform Kickstarter. Namhafte Gamedesigner unterstützen die Kampagne, das Ziel von 250.000 US-Dollar für die weitere Entwicklung ist innerhalb von 4 Stunden erreicht. Insgesamt erhält Oculus Rift 2.437.429 US-Dollar. Die VR-Brille gehört damit zu den Top 50 der höchst finanzierten Projekte. Die Entwickler konnten mit der Aktion 974 % der ursprünglich geplanten Summe sammeln. Im März 2014 kauft Facebook überraschend das Projekt. Viele Unterstützer reagieren enttäuscht, denn infolgedessen wird die Entwicklung einer Rift-Version des legendären Spiels Minecraft abgebrochen.

 

Das soziale Netzwerk und die virtuelle Realität

 

Die Übernahme von Oculus Rift durch Facebook kommt überraschend. Kenner der Internet-Szene zeigen sich irritiert. Sie fragen sich, welches Ziel Mark Zuckerberg mit diesem Kauf verfolgt. Sicherlich ist Oculus Rift eine echte Bereicherung für die Entwicklung und Vermarktung von Spielen. Auch das erste Musikvideo, das speziell für die VR-Brille produziert wurde, ist auf dem Markt. Doch wie soll Facebook von der virtuellen Realität profitieren? Mark Zuckerberg äußert, dass er eine Wette auf die Zukunft abschließt. Mit Oculus Rift lässt sich die Realität wirklichkeitsgetreu nachbilden. Zuckerberg geht davon aus, dass die virtuelle Realität in den nächsten 15 Jahren zur Normalität wird. Diese Erwartung ist ihm bis zu 2,3 Milliarden US-Dollar wert. Der Facebook-Gründer erwartet neue Umbrüche, wie Sie alle paar Jahre in der IT- und Mobilfunkwelt üblich sind, und setzt auf die totale Versenkung in eine virtuelle Umgebung. Ist derzeit die meistgenutzte Plattform der Mobilfunk, setzt Facebook darauf, dass Arbeit und Kommunikation zukünftig in der virtuellen Realität stattfinden. Mit dem Kauf von Oculus Rift möchte Facebook sich dabei einen strategischen Vorteil sichern. Für Zuckerberg sind aber auch andere Anwendungen der VR-Brille als in Spielen denkbar - beispielsweise im Gesundheitssektor oder im Bildungsbereich. Zuckerbergs Visionen der Zukunft erinnern an den Thriller "Surrogates – mein zweites Ich" mit Bruce Willis aus dem Jahr 2009. Er hat die Vorstellung von einer kompletten virtuellen Realität – nicht nur für Gaming, sondern für den Alltag. Soziale Kontakte könnten so bequem von zuhause aus gepflegt werden und sich gleichzeitig anfühlen wie im realen Leben.

 

 

 Oculus Rift als Datenkrake

 

Zwei Jahre nach der Übernahme von Oculus Rift durch Facebook ist es so weit, die Endverbraucherversion der VR-Brille ist erhältlich. Käufer der neuen Technologie reagieren allerdings zunehmend überrascht. Denn bei der Inbetriebnahme der Brille erwartet sie eine unerfreuliche Hürde, die für manchen Nutzer nur schwer erträglich ist: Dank der Datei OVRServerx64.exe sammelt Oculus Rift während des Betriebs im Hintergrund alle Daten von gleichzeitig geöffneten Anwendungen. Sobald das VR-Headset an den PC angeschlossen ist, läuft das Programm und schickt die greifbaren Daten an einen Server von Facebook. Zu den Daten gehören unter anderem:

 

  • die Körpermaße und Bewegungen des Nutzers
  • den über GPS ermittelten Standort des Spielers
  • die IP-Adresse
  • Informationen über alle auf dem Computer installierten Spiele, Apps und Inhalte.

 

Zusätzlich verlangt die Nutzung von Oculus Rift die Zustimmung, alle Daten für die Nutzung durch die Tochtergesellschaften wie WhatsApp freizugeben. Sicherheitshalber sichert sich Facebook auch das alleinige Nutzungsrecht an allen Inhalten, die mit Oculus Rift erstellt werden.

 

Zukunftsvision oder Werbung?

 

Mit der Markteinführung von Oculus Rift zeigt sich deutlich, dass Facebook die VR-Brille als weitere Möglichkeit sieht, wertvolle Daten von den Nutzern zu erhalten. Das Head-Mounted-Display mag der Zukunftsvision von Mark Zuckerberg entsprechen: Schließlich hätte es Charme, wenn sich die Mitglieder von Facebook in der virtuellen Welt treffen könnten und es entstünde ein Gefühl wie bei Treffen im realen Leben. Ausschlaggebend für die Kaufentscheidung dürften jedoch die neuen Möglichkeiten zum Sammeln von Daten sein. Mit Oculus Rift bekommt Facebook ein weiteres Instrument Nutzerdaten zu erhalten und auszuwerten. Damit lässt sich Werbung, die die Haupteinnahmequelle von Facebook darstellt, noch gezielter platzieren.

 

Fazit:

 

  • Mark Zuckerberg sieht die Zukunft des Internets in der Weiterentwicklung der virtuellen Realität.
  • Mit Oculus Rift möchte Facebook sich die Pole Position sichern.
  • Tatsächlich entpuppt sich Oculus Rift als Datenkrake erster Klasse.
  • Die VR-Brille wird die Werbeeinahmen von Facebook weiter steigern.

 

Wie sehen Sie die Übernahme von Oculus Rift durch Facebook? Glaubt das Unternehmen, das große Geschäft der Zukunft entdeckt zu haben? Oder sind die wertvollen Nutzerdaten die Hauptmotivation? Diskutieren Sie mit!

 

Eingebundene Videos im Consorsbank Blog haben lediglich informativen Charakter und spiegeln nicht zwingend unsere Meinung wider.

1 Kommentar

Regelmäßiger Autor

Ich halte die Übernahme von Oculus Rift durch Facebook für strategisch absolut sinnvoll. Zuckerberg wird mit Oculus und Facebook eine Social-Media-Plattform der Zukunft bauen. Man stelle sich vor, dass man bequem von zu Hause aus mit seiner VR-Brille zusammen mit seinen Freunden und Bekannten am virtuellen Lagerfeuer oder Strand sitzt und sich unterhalten kann. Das ist ein völlig neues Erlebnis!

Natürlich ist es negativ, dass dafür so viele Daten gesammelt. Ich denke jedoch, dass man sich früher oder später damit organisiert. Schließlich ist es bei z.B. Google auch so. Auch wenn die genauso viele Daten sammeln, nutzt man trotzdem täglich. Ich denke so wird es auch mit der Oculus kommen.

Mr_Trader - der Finanzhai